Giftige Klimperwimpern

30. April 2013 09:15; Akt: 30.04.2013 10:08 Print

Krebserregende Stoffe in Wimperntusche

von Deborah Sutter - In 3 von 15 Mascara-Proben hat das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt krebserregende Nitrosamine gefunden. Der Konsumentenschutz fordert nun ein härteres Durchgreifen.

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Mascara kann nicht nur schön, sondern auch krank machen.

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Für viele Frauen gehört sie zum Morgenritual wie die Tasse Kaffee: Die Wimperntusche. Doch diese macht nicht nur die Wimpern länger und dichter, sondern kann auch Krebs auslösen. «In 3 von 15 Mascara-Proben haben wir krebserregende Nitrosamine nachgewiesen», sagt Urs Hauri, Chemiker des Kantonalen Laboratoriums Basel.

Der giftige Stoff ist eigentlich verboten, wird aber immer wieder in Kosmetika gefunden. «Werte bis zu 20 Mikrogramm pro Kilogramm sind akzeptabel, da sie kein Gesundheitsrisiko darstellen. Überschreiten Wimperntuschen aber diesen Wert, werden die Hersteller zu einer Stellungnahme aufgefordert.» Ab 50 Mikrogramm pro Kilo wird das Produkt aus dem Verkehr gezogen. Im Falle der kürzlich für einen Bericht des deutschen Fernsehsenders NDR untersuchten Proben müssten demnach die Mascara von NYX (156 Mikrogramm/kg) sowie derjenige von Bourjois (60 Mikrogramm/ kg) aus dem Verkehr gezogen werden. Die Tusche von Chanel liegt mit 44 Mikrogramm/ kg noch knapp unter der kritischen Grenze. «Da die Proben aber aus Deutschland stammen, können wir diese Daten nicht für den Vollzug verwenden», sagt Hauri.

Denn fehlbare Hersteller oder Importeure werden von den Kantonalen Laboratorien direkt sanktioniert: «Werden Grenzwerte überschritten, können wir einen Verkaufsstopp verfügen», so Hauri. Doch bei der Anzahl Mascaras, die auf dem Markt erhältlich sind, könne längst nicht jedes Produkt getestet werden. Hauri: «Müssten Kosmetika wie Medikamente erst analysiert werden, bevor sie verkauft werden dürfen, würde das ausserdem die Verkaufspreise massiv erhöhen.»

Lokal aufgetragene Nitrosamine können Krebs auslösen

Das Labor in Basel ist das einzige Labor in der Nordwestschweiz, das stichprobeartig Mascaras testet. Werden Nitrosamine nachgewiesen, sind zwei Dinge entscheidend: «Der verbotene Stoff darf in einem Produkt enthalten sein, wenn er die Gesundheit nicht gefährdet und wenn er technisch nicht vermeidbar ist. Im Falle der Wimperntusche könnte das Problem durch Ersatz von Triethanolamin gelöst werden. Obwohl Nitrosamine in diesen geringen Mengen nicht gesundheitsgefährdend seien, gelte für krebserregende Stoffe ein Minimierungsgebot.

Dagmar Simon, leitende Ärztin der Dermatologischen Uniklinik am Inselspital in Bern, sagt: «Akute Probleme mit Mascara treten wegen Allergien oder Hautirritationen auf – etwa in Form von Ekzemen, geschwollenen Augen und geröteten Lidrändern.» Lokal aufgetragene Nitrosamine könnten zudem Krebs auslösen: «Der Zusammenhang zwischen Wimperntusche und Karzinomen am Auge ist aber nicht erforscht», so Simon.

«Das BAG muss nun handeln»

Für Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, ist klar: «Es braucht internationale Netzwerke wie etwa das Rapex, das Schnellwarnsystem der EU für den Verbraucherschutz, damit mangelhafte Produkte schnell und flächendeckend aus dem Verkehr gezogen werden können.» Da die Schweiz Rapex nicht angeschlossen ist, sei es in der Verantwortung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), zu handeln: «Doch Richtlinien werden viel zu zögerlich durchgesetzt, wie man unter anderem am Beispiel der Tattoostudios sieht.» Stalder fordert ein schnelleres und konsequenteres Durchgreifen bei Verstössen gegen die Kosmetikverordnung.
Damit sich die Konsumenten besser orientieren könnten, bräuchte es zudem eine Kampagne sowie klare und lesbare Deklarationen auf den Verpackungen.

Frauen, die auf Nummer sicher gehen wollen, empfiehlt der Chemiker Hauri, keine Wimperntusche zu kaufen, die Triethanolamine enthält – was aus der Zusammensetzungsliste auf der Verpackung hervorgeht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lilly am 30.04.2013 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertuschung

    Wieso werden die Mascaras die diesen Stoff beinhalten nicht namentlich erwähnt? So würden die Verkaufszahlen sinken & die Hersteller würden aus angst eines Imagesschadens was ändern. Anscheinend geht es ja auch ohne Nitrosamine, sonst hätten ja alle Mascaras diesen Stoff darin...

  • Gabriela am 30.04.2013 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Krebs

    ist eine normale Krankheit der heutigen Gesellschaft. Gabs früher nicht! Die Wimperntusche auswechseln alleine genügt nicht. Alles "moderne" enthält Krebserregende Substanzen. Vor allem das Essen!

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  • Sisleya am 30.04.2013 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Body Shop

    Ich habe, nachdem ich diese Info letzte Woche bei RTL (Punkt 12) gesehen habe, geschaut welche Inhaltsstoffe meine Wimperntusche vom Body Shop hat... ich bin schockiert, dass auch diese Triethanolamine beinhaltet! Sämtliche Wimperntuschen vom Body Shop enthalten Triethanolamine... habe von diesem Label eigentlich was anderes erwartet... Wollte dann eine neue Wimperntusche in der Migros besorgen, sämtliche Wimperntuschen von Cover Girl enthalten auch Triethanolamine...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Joana am 01.05.2013 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    hmmm

    Wenn ich meinen Mascara jemandem ausleihe, ist das dann fahrlässige Tötung????? ;)))))

  • Daniela am 01.05.2013 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Verpackung??

    Auf welcher Verpackung? Im Artikel steht, dass die Zusammensetzungsliste auf der Verpackung steht. Wimperntusche wird aber lose verkauft und nicht in Verpackungen.

    • Natalie am 02.05.2013 20:08 Report Diesen Beitrag melden

      Verpackung!!

      Falsch, richtig gute Mascara, wie beispielsweise jene von Clinique, wird in einer Kartonverpackung verkauft. Da kann man (frau) dann auch nachlesen, dass keine Triethanolamine enthalten sind...

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  • Allan Goncalves da Silva am 01.05.2013 00:41 Report Diesen Beitrag melden

    immer die selbe laier

    gibt's denn irgendwas, was nicht gesundheitsschädigen oder tödlich ist?

    • D.Jegge am 01.05.2013 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      JA - GIBT ES

      Halt einfach mal beim Kauf das Kleingedruckte lesen und lernen das zu verstehen was da steht - nachdenken hilft bekanntlich...

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  • Willy Samir am 30.04.2013 23:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gifte

    Praktisch jedes kosmetische Produkt entählt giftige Stoffe. Das im Deo enthaltene Aluminium stopfen wir jeden Morgen direkt in unsere Lymphknoten, das in der Zahnpasta enthaltene Fluor schlucken wir auch jeden Morgen und das Glycerin im Shampoo reiben wir jeden Morgen in die Poren unserer Kopfhaut... aber es gibt auch gute Produkte. Man braucht sich nur zu informieren...

    • Conan am 01.05.2013 17:42 Report Diesen Beitrag melden

      Glycerin?

      Seit wann ist Glycerin schädlich? Das ist ein Zuckeralkohol und kann bedenkenlos gegessen werden. Da gibt es in Shampoos weitaus bedenklichere Stoffe.

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  • Alexandra Widmer am 30.04.2013 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll's

    Das ganze Leben ist krebserregend...