Mahnung für die Zukunft

11. August 2011 16:52; Akt: 16.08.2011 10:29 Print

«Insgesamt war die DDR ein Unrechtsstaat»

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat allen Rechtfertigungsversuchen für den Mauerbau vor 50 Jahren eine klare Absage erteilt.

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Der Berliner Bürgermeister Wowereit beim Besuch der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Strasse in Berlin. (Bild: Reuters/Thomas Peter)

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Laut einer aktuellen Umfrage finden zehn Prozent der Berliner den Mauerbau voll und ganz sowie weitere 25 Prozent teilweise richtig. Es beunruhige ihn schon, dass es immer noch Menschen gebe, die aus der Geschichte nichts gelernt hätten, sagte der Berliner Regierende Bürgermeister Wowereit.

«Dass die Mauer eine widernatürliche Trennung der Stadt hervorgerufen hat, Menschen ins Unglück stürzte oder sie sogar das Leben kostete, nur weil sie die Freiheit wollten, sollte eigentlich allen präsent sein.» Dies dürfe nicht verdrängt und nicht vergessen werden, sagte Wowereit der Nachrichtenagentur dapd.

Dass gerade Menschen im Osten, die am meisten unter der Mauer gelitten hätten, zu denen gehören, die für den Mauerbau Verständnis aufbrächten, sei «besonders unverständlich». Offenbar gebe es noch Zustimmung zum alten Regime. Und ein Teil von denen, die sich arrangiert hätten, trauerten möglicherweise alten Zeiten nach.

Nach Darstellung des Regierungschefs gibt es «keinen Grund, einen Schlussstrich zu ziehen», die DDR-Diktatur zu verharmlosen oder sich zum Zweck der Entschuldigung einzelne Punkte aus dem Alltag herauszusuchen, die vielleicht positiv waren. Wowereit fügte hinzu: «Insgesamt war die DDR ein Unrechtsstaat. Und daran gibt es nichts zu rütteln.» Notwendig sei ein aktives Gedenken, auch als Mahnung für die Zukunft.

Am Samstag wird in Berlin mit einer grossen Gedenkveranstaltung, an der der deutsche Bundespräsident Christian Wulff und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnehmen, an die Opfer der Mauer erinnert, die 28 Jahre die Stadt und das Land teilte.

(ap)