Abschied

24. Februar 2011 23:17; Akt: 06.07.2011 13:45 Print

Discovery zur letzten Reise gestartet

Seit 1984 ist die Discovery 38-mal ins All geflogen. Jetzt ist die Raumfähre zu ihrem letzten Abenteuer gestartet.

teaser image

Infographik zum Space Shuttle Discovery.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit vier Monaten Verspätung ist die US-Raumfähre Discovery heute zu ihrer letzten Mission aufgebrochen. Der Space Shuttle hob um 22.53 Uhr MEZ und damit einige Minuten später als geplant vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Eigentlich war Mission STS-133 für Ende Oktober vorgesehen. Doch der Flug musste mehrfach verschoben werden, weil die Nasa-Ingenieure immer wieder auf technische Probleme stiessen. Mal war es ein Leck in den Leitungen des Steuersystems, dann ein elektronischer Defekt im Hauptcomputer. Zuletzt bereiteten zahlreiche Risse am Aussentank den Technikern heftige Kopfschmerzen.

Doch nun war es endgültig so weit. Nach ausgiebigen Tests und stundenlangen Beratungen haben die NASA-Verantwortlichen letzten Freitag den Abflug der Discovery in Florida auf den Donnerstag um 22.50 Uhr MEZ festgelegt. Auch die äusseren Bedingungen spielten mit. «Das Wetter ist gut und wird es bis in den Starttag hinein bleiben», sagte Kathy Winters, Wetteroffizierin bei der NASA, kurz vor dem Start. Am Mittwoch beschloss die Raumfahrtbehörde, den am Montag begonnenen Countdown fortzusetzen und hat die Starterlaubnis erteilt.

«Robonaut» an Bord

Die letzte Reise der Discovery mit sechs Astronauten an Bord soll elf Tage dauern. Ziel ist es unter anderem, wichtige Anbaumodule zur Internationalen Raumstation ISS zu schaffen.

Zudem nimmt der Orbiter erstmals einen menschenähnlichen Roboter mit ins Weltall. Experimente mit dem «Robonaut 2» (R2) sollen zeigen, wie Roboter in der Schwerelosigkeit zurechtkommen – und ob sie den Astronauten einmal bei komplizierten Arbeiten zur Hand gehen könnten.

Am Tag des Starts soll der europäische Raumtransporter «Johannes Kepler» an der ISS festmachen. Zwischenzeitlich hatte die Nasa erwogen, den Discovery-Abflug wegen eines möglichen «Staus im Weltall» um einen Tag auf den 25. Februar zu verschieben. Das sei aber nicht nötig, da der Shuttle-Start erst sechs Stunden nach dem Andocken von «Johannes Kepler» erfolge.Die Discovery hebt ab.(Video: APTN-Video)


Nach ihrer Rückkehr vom Flug zur Internationalen Raumstation ISS soll die Raumfähre im Smithsonian Institution's National Air and Space Museum nahe Washington D.C. ausgestellt werden. Nach der Discovery sollen die verbleibenden Shuttles Atlantis und Endeavour noch je einmal ins All fliegen. Dann wird das 1981 aufgelegte Programm aus Kosten- und Sicherheitsgründen eingestellt.

(jcg/sda/ap)