Fasten

03. September 2008 10:38; Akt: 08.09.2010 15:45 Print

«Ramadan kann Jojo-Effekt nach sich ziehen»

von Olaf Kunz - Den ganzen Tag auf Essen und Trinken verzichten - der islamische Fastenmonat ist für gläubige Muslims eine harte Prüfung. Ist das noch gesund? Und wie steht man das Fasten am besten durch? 20 Minuten Online hat nachgefragt.

Fehler gesehen?

Der Ramadan ist der islamische Fastenmonat. In diesem Jahr dauert er vom 1. bis zum 29. September. Während dieser Phase sind Muslime angehalten, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu fasten. Gläubigen und Praktizierenden ist in dieser Zeit das Essen und Trinken untersagt. 20 Minuten Online hat bei der Ernährungsexpertin Isabelle Gasser nachgefragt, ob das gesund ist und wie Muslims den Ramadan am besten überstehen.

Ist Ramadan mit einer Diät vergleichbar?

Isabella Gasser: Nein, Ramadan hat einen religiösen Hintergrund – eine Diät die Gewichtsabnahme. Mit dem Ramadan oder dem Heilfasten zeigt man Dankbarkeit, Zurückhaltung, übt seine geistige Stärke und reinigt seinen Körper.

Nimmt man ab, wenn man nur einmal täglich isst?

Mit nur einer Mahlzeit pro Tag nimmt man ca. 600 Kalorien auf. Das wäre dann eine stark kalorienreduzierte Diät, was über einen gewissen Zeitraum angewendet sicher eine Gewichtsreduktion zur Folge hat. Allerdings ziehen solche Crash-Diäten oder Ernährungsweisen auch einen Jojo-Effekt nach sich, sobald wieder mehr als eine Mahlzeit pro Tag gegessen respektive die Kalorienzufuhr erhöht wird. Eine optimale Verteilung von drei Mahlzeiten wäre empfehlenswert.

20 Minuten Online: Ist das der Gesundheit zuträglich, wenn man nur einmal täglich isst?

Es gibt ja keine allgemeingültige Regel für eine gesunde oder ungesunde Ernährung. Es entscheidet jeweils die Menge, Dauer und natürlich, dass jeder Mensch ganz individuell auf eine entsprechende Ernährungsform reagiert. Im Zusammenhang mit Abnehmen empfiehlt sich jedoch, dreimal täglich zu essen. Morgens reichlich, mittags vollwertig und ausgewogen und abends noch was Leichtes. Mit der Nahrung werden nicht nur Kalorien sondern auch Nährstoffe aufgenommen. Da es sich beim Ramadan um ein zeitlich begrenztes Fasten handelt, stellt das für die Gesundheit kein Problem dar.

Setzt in der Nacht essen eigentlich an?

Isabella Gasser: Nein, das muss nicht sein. Wenn am Ende des Tages die persönliche Energiebilanz stimmt (Kalorienbedarf vs. Kalorienverbrauch), dann setzt das Essen am Abend auch nicht an. Ich vertrete jedoch die Meinung, dass wir die meiste Energie während des Tages benötigen und deshalb auch am Morgen und am Mittag am meisten Nahrung sprich Energie aufnehmen sollten. Damit fördern wir unsere Leistung, verhindern Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Heisshungerattacken. Abends hingegen lehnen wir uns gemütlich zurück und der Organismus kann auf Energiesparmodus schalten.

Was sollten Moslems essen, um möglichst ohne Hunger über die Runde zu kommen?

Für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl sorgen Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen), Kartoffeln, Vollkornprodukte, viel Gemüse, Früchte, ausreichend Eiweiss (Fleisch und Milchprodukte). Da während des Tages auch kein Wasser getrunken werden darf, sollte der Organismus nach Sonnenuntergang reichlich gewässert werden.

Lesen Sie auch bei unserem deutschen Partner stern.de: Heilfasten - Werfen Sie unnötigen Ballast ab!