«I'm lovin' it»

15. September 2010 14:51; Akt: 16.09.2010 07:59 Print

Ärzte attackieren McDonald's

Um vor den Folgen fettreicher Ernährung zu warnen, verkehren amerikanische Ärzte einen bekannten Werbespruch von McDonald's ins Gegenteil. Der Fastfood-Gigant reagiert empört.

Zuviel Fastfood von McDonalds kann tödlich enden, raten amerikanische Ärzte in einem neuen TV-Spot.
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Ein übergewichtiger Mann mittleren Alters liegt auf dem Leichentisch, in der Hand hält er noch einen angebissenen Hamburger, sein letzter, wie sich herausgestellt hat. PCRM, eine Nonprofit-Organisation amerikanischer Ärzte, benutzt diese dramatischen Bilder für einen neuen Werbespot, um die Zuschauer vor den potentiell tödlichen Folgen fettreicher Ernährung zu warnen.

Zur Unterstreichung formt sich gegen Ende das McDonald's-Logo um die Füsse des Toten. Darunter steht in leichter Abwandlung des Original-Slogans: «I was lovin' it». Der Spot endet mit dem Rat: «Hoher Cholesterinspiegel, hoher Blutdruck, Herzinfarkte. Essen Sie heute abend vegetarisch.»

«Haarsträubende Propaganda»

Die Reaktion des Fastfood-Giganten liess nicht lange auf sich warten. «Dieser Werbespot ist unerhört, irreführend und unfair gegenüber allen Kunden. McDonald's vertraut seinen Kunden, dass sie solche haarsträubende Propaganda richtig einordnen können», zitiert der britische «Guardian» einen McDonald's-Sprecher.

Die Nonprofit-Organisation sieht hingegen kein Problem darin, McDonald's stellvertretend für die ganze Branche an den Pranger zu stellen. «McDonald's ist eine der grössten Fastfood-Ketten der Welt. Ihr Name und goldenes M werden sofort erkannt. Aber wenn wir über McDonald's sprechen, meinen wir natürlich generell Fastfood», sagte eine PCRM-Mitarbeiterin.

McDonalds profitiert von Finanzkrise

In die seit jeher hitzig geführte Debatte um Fettleibigkeit schaltete sich unlängst auch die amerikanische First Lady ein. Michelle Obama hat das Thema zur Chefsache erklärt und macht sich für köperliche Fitness und gesunde Ernährung stark. Ihr besonderes Augenmerk gilt den amerikanischen Kindern, von denen ein Drittel übergewichtig ist.

Die Rezession hat ihrem Anliegen nicht geholfen - ganz im Gegensatz zu McDonald's. Während teurere Restaurants unter der Finankrise litten, konnte der gelbe Riese seinen Gewinn in den ersten sechs Monaten 2010 um 12 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar steigern.

(kri)