Virus ausbebrochen

05. September 2012 05:10; Akt: 05.09.2012 10:06 Print

30 mutmassliche Ebola-Fälle im Kongo gemeldet

Im Kongo grassiert eine höchst gefährliche Seuche. Bereits 14 Menschen sind an Ebola gestorben. Insgesamt 169 mögliche Betroffene stehen unter Beobachtung.

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Weltweit wahrgenommen wurde das Ebola-Virus zum ersten Mal im Jahr 1976. Damals kam es zu mehreren Epidemien im Sudan und im Kongo. Eine Infektion führt vielfach zum hämorrhagischen Fieber - es kommt zu inneren Blutungen. Bis zu 90 Prozent der Betroffenen überleben den schweren Krankheitsverlauf nicht. Der Krankheitsverlauf des Marburg-Fiebers ist dem von Ebola ähnlich: Zunächst treten eine Reihe unspezifischer Symptome auf, die auch auf Gelbfieber, Typhus oder Malaria schliessen lassen könnten. Dann kommt es zu hämorrhagischem Fieber (Blutungen im Magen-Darm-Trakt und in den Lungen). Der Immunschwäche Aids sind weltweit bislang mehr als 25 Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Zum ersten Mal wurde das HI-Virus, das als Auslöser der Krankheit gilt, 1959 bei einem Mann aus dem Kongo entdeckt. HIV kann durch ungeschützten Sex oder das Teilen von Spritzen bei Drogenmissbrauch übertragen werden. Bis heute ist die Krankheit nur behandel-, aber nicht heilbar. Eine Schutzimpfung gibt es nicht. Das Dengue-Virus wird durch Stechmücken in tropischen und subtropischen Gebieten auf den Menschen übertragen. Nach einer Inkubationszeit von rund zwei Wochen, kann es - ähnlich wie bei Ebola - zu hämorrhagischem Fieber (Blutungen) kommen. Bis zu 15 Prozent der Betroffenen überleben die Erkrankung nicht. Von einer Infektion mit Hepatitis C bemerkt der Betroffene zunächst nichts. Im späteren Verlauf kommt es zu Schmerzen im Oberbauch - erste Hinweise auf eine Leberschädigung. Hep-C-Patienten müssen mit Medikamenten therapiert werden - eine Schutzimpfung gibt es nicht. Das durch ein Virus ausgelöste Lassa-Fieber wurde 1969 bekannt. Übertragen wird das Virus via Schmierinfektion. Bei Infizierten kommt es zu stark angeschwollenen Lymphknoten, Bauchschmerzen und Hautausschlag. Später drohen - ähnlich wie bei Ebola - lebensgefährliche innere Blutungen. Jedes Jahr erleiden zwischen zehn und 20 Prozent der Weltbevölkerung eine Influenza (Grippe). Gefürchtet sind vor allem Komplikationen, die mit einer Grippe einhergehen. Deshalb ist eine Grippe-Impfung besonders für kranke und ältere Menschen empfehlenswert.

Das sind die weltweit gefährlichsten Krankheiten.

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Das tödliche Ebola-Virus greift in Afrika weiter um sich. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte, wurden 30 mutmassliche Fälle der Krankheit in der kongolesischen Provinz Orientale festgestellt. 14 Menschen seien gestorben. Weitere 169 Menschen seien in Kontakt mit infizierten Patienten gekommen und stünden unter Beobachtung, hiess es.

Im Juli hatte ein Ausbruch der Seuche im benachbarten Uganda 16 Menschen das Leben gekostet. Der Ausbruch ist dort nach Angaben der Behörden inzwischen unter Kontrolle.

(ap)