Weltaidstag 2011

01. Dezember 2011 08:23; Akt: 01.12.2011 13:58 Print

Aids-Infektionen explodieren in Osteuropa

In Osteuropa wächst die Zahl der HIV-Infektionen weltweit am schnellsten. Die WHO meldet zum Weltaidstag dort Zuwächse von rund 250 Prozent.

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Die Zahl der HIV-Infektionen wächst in Osteuropa weltweit am schnellsten. Der Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Weltaidstag am 1. Dezember meldet Zuwächse von rund 250 Prozent seit Anfang des Jahrtausends.

Schwarzafrika bleibt aber in absoluten Zahlen Schwerpunkt der Aids-Epidemie: Mehr als zwei Drittel der Infizierten weltweit leben südlich der Sahara. Von dort gibt es nun aber positive Nachrichten: Immer mehr Menschen bekommen Medikamente, die das Virus unter Kontrolle halten. Osteuropas Behandlungsrate bleibt dagegen gering.

Die WHO präsentierte ihren Jahresbericht zusammen mit dem Kinderhilfswerk UNICEF und dem HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) am Mittwoch in Genf. UNAIDS hatte bereits Mitte des Monats einen ersten Report zur Verbreitung der Immunschwäche vorgelegt.

Weltweit «beispiellose Fortschritte

Der neue Bericht beschreibt «beispiellose Fortschritte» im Kampf gegen HIV. Im vergangenen Jahrzehnt sei die Zahl der Neuinfektionen weltweit um 15 Prozent auf 2,7 Millionen (2010) gesunken. Auch die Zahl der Aids-Toten sank - in fünf Jahren um 22 Prozent auf 1,8 Millionen.

Die Menschen seien aufgeklärter, der Zugang zu Behandlung und Prävention besser. So vervierfachte sich binnen fünf Jahren die Zahl der Schwangeren in Entwicklungs- und Schwellenländern, die sich testen liess. «Es besteht nun eine reale Chance, die Epidemie in den Griff zu bekommen», sagte Gottfried Hirnschal, HIV-Direktor der WHO.

Russland und Ukraine stark betroffen

Die Trends im Osten Europas und Zentralasien, wo sich Aids rasant ausbreite, seien jedoch «besorgniserregend». Nach den aktuellen Schätzungen lebten dort im vergangenen Jahr rund 1,5 Millionen HIV- Positive - ein Zuwachs von 250 Prozent seit 2001.

In Russland und der Ukraine sei HIV besonders weit verbreitet. «Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Epidemie in dieser Region ihren Höhepunkt erreicht hat», hiess es.

Vor allem Drogenabhängige leiden seit Ende der 1990er Jahre daran - in der Ukraine könnten bis zu 50 Prozent der Junkies infiziert sein, in Russland mehr als ein Drittel. Weil viele sich mit Prostitution durchschlagen, erhöhe dies das Infektionsrisiko in der Bevölkerung, hiess es.

Die Zahl der Aids-Toten habe sich in der Region seit 2001 auf 90'000 weit mehr als verzehnfacht. Nur wenige würden behandelt.

Südafrika weiter an der Spitze

In Schwarzafrika dagegen bekamen 2010 knapp die Hälfte der Bedürftigen die lebensverlängernde antiretrovirale Therapie (ART). 2009 wurden noch 30 Prozent weniger Patienten so behandelt. Das sei der grösste Zuwachs weltweit.

Dennoch heisst es im Bericht: «Die Region trägt die grösste HIV- Last in der Welt.» 22,9 Millionen der weltweit 34 Millionen HIV- Positiven lebten 2010 südlich der Sahara. Auf das Gebiet entfielen auch 70 Prozent der Neuinfektionen.

Das Land mit den meisten Infizierten bleibt Südafrika - 5,6 Millionen, mehr als in ganz Asien. Unter anderem durch die wachsende Verbreitung von Kondomen aber sinke dort und anderswo die Zahl der Neuinfektionen.

In Nordafrika und im Nahen Osten haben sich im vergangenen Jahr mehr Menschen mit dem Virus angesteckt als je zuvor. In Asien dagegen nimmt die Rate seit Jahren ab.

Weniger Geld wegen Finanzkrise

Der Bericht kritisiert, dass die Investitionen in HIV-Programme im Zuge der Finanzkrise 2010 deutlich gesunken seien. Zuvor waren sie international von Jahr zu Jahr gestiegen.

Den Schätzungen zufolge liegen sie aktuell bei 16 Milliarden Dollar. Nötig seien aber 22 bis 24 Milliarden Dollar. Die Vereinten Nationen haben sich dem Millennium-Entwicklungsziel verschrieben, die Ausbreitung von Aids bis 2015 zu stoppen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Florian B am 07.12.2011 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Natürliche Auslese

    So tragisch es auch ist, die Natur findet immer wiedser einen Weg uns im Zaun zu halten, uns zu dezimieren! Aufklärung betreiben so gut es geht!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Florian B am 07.12.2011 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Natürliche Auslese

    So tragisch es auch ist, die Natur findet immer wiedser einen Weg uns im Zaun zu halten, uns zu dezimieren! Aufklärung betreiben so gut es geht!