Problematischer Stoff

27. Januar 2017 08:16; Akt: 27.01.2017 08:55 Print

Auch Zahnpasta steht nun unter Krebsverdacht

Sie helfen, Mund und Zähne sauber und gesund zu halten. Doch offenbar haben Zahnpasten ungeahnte Nebenwirkungen.

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Mindestens zweimal am Tag Zähne putzen: Das bekommen schon die Kleinsten eingebläut. Doch das tägliche Ritual könnte krebserregend sein, wie ein französisch-luxemburgisches Forscherteam herausgefunden hat. Schuld daran ist ein in Zahnpasten weit verbreiteter Inhaltsstoff, ... ... das sogenannte Titandioxid, ein Farb- und Bleichstoff. Dieser kommt nicht nur in Zahnpasten vor, sondern auch in Süssigkeiten, ... ... Kaugummis, ... ... und Kosmetika wie zum Beispiel Sonnencremes. Zudem wird er in Farben und Lacken, ... ... in Textilien, ... ... Papier und Kunststoffen, in Lebensmitteln, ... ... Medikamenten und sogar in Pflastersteinen verwendet. Für die nun veröffentlichte Studie haben die Wissenschaftler 100 Tage lang einer Gruppe von Ratten Titandioxid mit dem Trinkwasser verabreicht. Dies in der gleichen Menge, die proportional gesehen auch in Kosmetika oder Lebensmitteln für Menschen enthalten sind. Ergebnis: Bei rund 40 Prozent der Tiere bildeten sich Tumore in Darm und Dickdarm. Titandioxid beschleunige die Entwicklung dieser Wucherungen, die zunächst nicht gefährlich sind, sich aber zu bösartigen Krebsarten entwickeln können. Weiter schwächte es das Immunsystem der Nager. Ob die Substanz beim Menschen genauso wirkt, können Houdeau und seine Kollegen nicht sagen. Die französische Regierung ordnete deshalb eine sofortige Untersuchung des Lebensmittelfarbstoffes in Bezug auf die menschliche Gesundheit an. Wer sich keinem Risiko aussetzen möchte, sollte beim Zahnpasta-Kauf die Inhaltsliste studieren. Dort erfährt man, ob Titanoxid enthalten ist. Doch Vorsicht: Die Substanz kann auch unter einer anderen Bezeichnung aufgeführt sein. Alternative Namen sind CI 77891 (vor allem bei Kosmetika und Pflegeprodukten) und ... ... E171 (wenn es als Farbstoff in Lebensmitteln verwendet wird).

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Zwei Minuten Zähneputzen reicht aus, um im Mund für Ordnung zu sorgen. Wer seine Beisserchen länger schrubbt, vergrössert das Risiko, Zahnfleisch und Zahnschmelz zu verletzen. Zu diesem Schluss kamen vor einigen Jahren Forscher der Newcastle University.

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Doch offenbar birgt auch kurzes Putzen Gefahren: So scheint ein Inhaltsstoff, der in Zahnpasta weit verbreitet ist, alles andere als gesund zu sein. Der Farbstoff Titandioxid (siehe Box) kann in nanotechnologischer Grösse Krebs auslösen, wie ein französisch-luxemburgisches Forscherteam aktuell im Fachjournal «Scientific Reports» berichtet.

Tumorbildung

Für die Studie hat das Team um Eric Houdeau von der Universität von Toulouse 100 Tage lang einer Gruppe von Ratten Titandioxid mit dem Trinkwasser verabreicht. Dies in der gleichen Menge, die proportional gesehen auch in Kosmetika oder Lebensmitteln für Menschen enthalten sind. Dann beobachteten sie, was passierte.

Ergebnis: Bei rund 40 Prozent der Tiere bildeten sich Tumore in Darm und Dickdarm. Das Titandioxid beschleunige die Entwicklung dieser Wucherungen, die zunächst nicht gefährlich sind, sich aber zu bösartigen Krebsarten entwickeln können. Weiter schwächte es das Immunsystem der Nager.

Titandioxid so gefährlich wie Asbest

Schon frühere Studien haben die Unbedenklichkeit von Titandioxid in Frage gestellt: So kamen Untersuchungen der Internationalen Agentur für Krebsforschung (hier als PDF erhältlich) zu dem Schluss, dass das Inhalieren des Stoffs krebserregend ist.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2010 setzte die Wirkung von Titandioxid im menschlichen Körper mit jener von Asbest gleich: Beide Stoffe lösen Entzündungsreaktionen aus. Zudem regen beide die Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies an, die das Gewebe oder die DNA schädigen können, wie das Team um Amir Yazdi von der Universität Lausanne in den «Proceedings of the National Academy of Sciences» berichtete.

Wirkung auf den Menschen

Die aktuelle Studie legt nun nahe, dass Titandioxid auch dann Krebs fördert, wenn es oral eingenommen wird. Ob die Substanz beim Menschen genauso wirkt, können Houdeau und seine Kollegen nicht sagen.

Die französische Regierung ordnete deshalb eine sofortige Untersuchung des Lebensmittelfarbstoffes in Bezug auf die menschliche Gesundheit an. Die Ergebnisse sollen bis März vorliegen.

Forderungen werden ignoriert

Auch bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) ist der Inhaltsstoff ein Thema: «Es ist schon länger bekannt, dass Titandioxid, wenn es in nanotechnologischer Grösse eingesetzt wird, als gesundheitsgefährdend gilt», sagt Josianne Walpen von der SKS. Deshalb fordere man schon seit Jahren, dass Nanotechnologie in Produkten und insbesondere in Lebensmitteln und Kosmetika deklariert werden soll.

Während das in der EU bereits Pflicht ist, dauert es in der Schweiz noch. Zwar tritt das entsprechende Lebensmittelgesetz schon im Mai in Kraft, erklärt Walpen, aber für Deklarationsvorschriften gelten Übergangsfristen von vier Jahren.

«Auch ein Register mit Produkten, die die noch kaum auf Risiko erforschte und erprobte Nanotechnologie enthalten, existiert trotz unseren Forderungen nicht», moniert die Expertin. Damit würden die Konsumenten unbekannten Risiken ausgesetzt, denen sie wegen der fehlenden Deklaration nicht ausweichen können.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klaus Berner am 27.01.2017 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Blaeib so wie es ist .

    Sage das schon seit Jahren, wir werden mit allerlei Stoffen systematisch vergiftet, anders sind all die Krebstoten, Demenzkranken Allergiker etc. nicht zu erklären. Das unsere Regierung dies auch unterstützt, sieht man daran das sich nichts ändert und diese Problemstoffe nicht verboten werden, z.B. Aspartam, Glyphosat etc. Danke unseren lieben Lobbyisten im BR.

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  • Naivling am 27.01.2017 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum...

    ...ist es dann nicht verboten?...?!

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  • Benno am 27.01.2017 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glücklicher!

    Pfum Glück pupf ich mir nicht die Pfähne!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brigitte Schäfer am 28.01.2017 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Kokosöl?

    gilt das für alle Zahnpasten, oder gibt es Ausnahmen, die gesund sind? Sonst verwend ich ab sofort Kokosöl.

    • Sabrina am 28.01.2017 21:42 Report Diesen Beitrag melden

      Weleda Zahnpasta

      ja die gibt es, zB. Zahnpasta von Weleda.

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  • rosmarie am 28.01.2017 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Elmex zahnpasta

    habe CI 77891 aufgeführt auf der Elmex-Zahnpasta gefunden. das war wohl die letzte Elmex ever.

  • Hp am 28.01.2017 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herausforderung

    Kann mir irgend jemand 3 Sachen sagen die ich machen/konsumieren darf ohne irgend welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen?

  • No name am 28.01.2017 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Gefunden

    Nicht gefunden in der Zahnpasta siehe (Bright)

  • unbekannt am 28.01.2017 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    jetzt mal ehrlich , alles was auf dieser Welt existiert ist schlecht oder krebserregend.. Hört doch auf damit!!! Irgendwann sterben wir aber nicht an einer Zahnpaste oder weitere kleinigkeiten.