ETH-Forschung

14. Dezember 2011 11:59; Akt: 15.12.2011 08:19 Print

Auslöser für Hautkrebs entdeckt

Ein bestimmtes Eiweiss in unserem Körper lässt Wunden schneller heilen. Ist es in grösseren Mengen vorhanden, kann es uns schwer krank machen.

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Die Schweiz führt die Hautkrebs-Statistik an.

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Die Menge macht das Gift: Dieser Grundsatz gilt auch für ein Eiweiss im Körper, das Forscher der ETH Zürich unter die Lupe genommen haben. Eigentlich kurbelt es die Wundheilung in unserem Körper an. Ist es aber im Übermass vorhanden, fördert es Hautkrebs.

«Der Krebs benutzt dieselben Mechanismen, die auch eine Wunde zum Heilen braucht», wird Sabine Werner, Professorin für Zellbiologie an der ETH Zürich, im Onlinemagazin «ETH Life» zitiert. Der Krebs unterwerfe sich diesen Mechanismen und schalte sie nicht mehr aus. So kann Gewebe unkontrolliert wachsen - ein Tumor entsteht.

Werner und ihre Forschungsgruppe zeigen nun in einer im Fachmagazin «Nature Communications» erschienenen Studie den Zusammenhang zwischen Wundheilung und Hautkrebs auf. Sie untersuchten das Eiweiss Activin, von dem bereits bekannt war, dass es die Wundheilung beschleunigt.

Bösartigere Wucherungen

Die Forscher veränderten Labormäuse gentechnisch so, dass die Activin-Produktion in ihren Hautzellen ständig angekurbelt war. Dann behandelten die Wissenschaftler diese Mäuse und solche, die nicht gentechnisch verändert waren, mit Chemikalien, die Hautkrebs auslösen können.

Es zeigte sich, dass die Mäuse mit viel Activin deutlich häufiger Tumore entwickelten, und dass diese schneller und bösartiger wucherten. Die Forscher konnten auch aufzeigen, welche Zellen das Eiweiss umprogrammiert, auf welchem Weg der Tumor überhaupt entstehen kann.

Hemmstoff ausprobieren

Als Nächstes bestimmten die Wissenschaftler den Activin-Pegel in menschlichem Krebsgewebe. Das Resultat war dasselbe wie im Mausmodell: Auch in den Gewebeproben war die Konzentration von Activin erhöht, insbesondere in den so genannten bösartigen Plattenepitheltumoren, einem häufigen Hautkrebstyp.

Werner und ihre Kollegen wollen nun untersuchen, ob sich die Krebsgefahr bannen lässt, indem Activin mit einem Hemmstoff blockiert wird. Das könnte zwar die Wundheilung beeinträchtigen. Doch laut Werner tun dies viele bestehende Krebstherapien auch.

(sda)