Omega-3-Fettsäuren

16. Februar 2016 15:34; Akt: 16.02.2016 15:34 Print

Bio-Fleisch und Bio-Milch sind gesünder

Was viele ahnten, ist nun bestätigt: Milch und Fleisch aus ökologischer Tierhaltung enthalten mehr gesunde Inhaltsstoffe als konventionelle Produkte.

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Inwieweit unterscheiden sich Fleisch und Milch aus biologischer und konventioneller Produktion? Dieser Frage ist ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Carlo Leifert von der Newcastle University nachgegangen. Beteiligt war auch das Schweizerische Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Die Studie zeigt, dass Bio-Lebensmittel ein deutlich besseres Profil an wichtigen Fettsäuren haben.

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Die Forschenden analysierten weltweit erhobene Daten aus 196 Publikationen über Kuhmilch und aus 67 Studien über Fleischprodukte. Bei dieser Meta-Analyse, die nun im «British Journal of Nutrition» erscheint, zeigte sich, dass Fleisch und Milch im Durchschnitt rund 50 Prozent mehr Omega-3-Fettsäuren enthalten, wenn sie aus biologischer Produktion stammen.

Mehr gesunde Fettsäuren

Der Studie zufolge beinhaltet Bio-Fleisch zudem geringere Konzentrationen zweier gesättigter Fettsäuren, Myristin- und Palmitinsäure, die mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen. Die Forschenden schlussfolgern, dass ein Wechsel zu biologisch produzierten Lebensmitteln das Fettsäure-Profil unserer Ernährung verbessern würde.

«Omega-3-Fettsäuren hängen mit einem reduzierten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einer besseren neurologischen Entwicklung und Funktion sowie einem stärkeren Immunsystem zusammen», erklärte Chris Seal von der Newcastle University in der Mitteilung. Die Ernährung in westeuropäischen Ländern weise einen Mangel dieser Fettsäuren auf.

Geringere Unterschiede in der Schweiz

Da sich landwirtschaftliche Praktiken von Land zu Land unterscheiden, fallen auch die Unterschiede zwischen biologisch und konventionell erzeugten Milch- und Fleischprodukten verschieden aus. Dennoch zeigte sich in der Analyse konstant ein signifikanter Unterschied zwischen biologisch und konventionell hergestellten Erzeugnissen.

«In der Schweiz sind auch Unterschiede vorhanden, aber sie fallen geringer aus, weil auch die konventionelle Landwirtschaft hierzulande mehr auf Fütterung mit Raufutter wie Gras und Heu setzt als in anderen Ländern», erklärte Urs Niggli vom FiBL auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Fehlentwicklung in den Fütterungspraktiken

Die Fütterung sei ein zentraler Faktor für die Qualitätsunterschiede. «In den meisten EU-Ländern und vor allem in den USA ist der Anteil von Kraftfutter mittlerweile bei 50 Prozent oder mehr der Futterrationen von Milchkühen», sagte Niggli weiter. «Auch deshalb ist unsere Untersuchung relevant, um auf diese Fehlentwicklung aufmerksam zu machen.»

Die Grenze der Milchleistung, die wirtschaftlich und ökologisch noch sinnvoll sei, sei in Industrieländern längst überschritten. «Die Milchpreise sind im Keller. Auch deshalb wäre es sinnvoller, mehr auf biologische Produktion zu setzen.» Diese erbringe immer noch eine völlig ausreichende Milchmenge in besserer Qualität.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paddy am 16.02.2016 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ob gesünder oder nicht

    ich kaufe BIO, weil es der Umwelt und den Tieren weniger schlecht geht.

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  • Melmen am 16.02.2016 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bio.

    Ist eigentlich logisch. Das Tier ist viel weniger gestresst, was dem Endprodukt schlussendlich zu Gute kommt. Und uns auch. Die Frage ist nur; ist überall Bio drin , wo Bio draufsteht ?! Ich frage mich auch , ob der Bedarf wirklich gedeckt werden kann.Ich habe leider kein Vertrauen mehr in die Lebensmittelbranche.Aber , ich kauf es trotzdem. In der Hoffnung, das ich mich irre.

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  • tuxepo am 16.02.2016 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bestätigt ist gut

    Nur werden leider wenige umdenken.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • moch am 18.02.2016 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wir leben

    Wir haben früher alles selber gepflanzt. Kartoffen Getreide ind so weiter. Auch hatten wir Apfel .Birnnen , Aprikosen und Zwetschgenbäume in unseren Feldern. Von Bio war keine Spur weil unsere Felder neben den Lonzawerken lagen.

  • blilbalbub am 17.02.2016 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    ich nix verstehen

    Aus dem einen oder anderen Kommentar ist zu entnehmen dass manche kein Vertrauen mehr in die Lebensmittelindustrie haben. Da frag ich mich ernsthaft weshalb genau diejenigen nicht ihre Produkte direkt ab Hof beziehen, ob Fleisch, Teigwaren, Konfitüre, Eier, Milch etc etc es ist alles da, nur kommen und fragen muss man halt selber danach. Zu faul um während eines Samstag einkaufs schnell beim Bauern vorbeizuschauen? Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht!

  • Meister Yoda am 17.02.2016 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht wirklich Bio..

    Ich kaufe keine Bio-Produkte, da es keine wirklichen Bio-Produkte gibt. Sobald diese im wachstum der Luft ausgesetzt werden, was ja unumgänglich ist, wird es mit Abfallstoffen die in der Luft sind verschmutzt. Wenn die Produkte unter Schutzatmosphäre produziert wären könnte man allenfalls von Bio sprechen.

  • Wizzel am 17.02.2016 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht immer das was draufsteht

    Das Problem ist nur das Bio nicht immer Bio ist, da kann auch geschwindelt werden wie in der Vergangenheit schon bewiesen wurde.

  • coni am 17.02.2016 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wird wohl so sein, ABER...

    Egal ob Bio oder nicht Bio. Fleisch sollte schon längst LIMITIERT im Angebot geben. Es wird zuviel geschlachtet um das Tier rücksichtslos in den Müll zu schmeissen weil es abgelaufen ist ec... Würde auch der Umwelt nützen...