Epigenetik

03. Mai 2012 17:07; Akt: 03.05.2012 17:07 Print

Bluttest kann Brustkrebs vorhersagen

Im Rahmen einer Studie gelang es britischen Forschern, das Brustkrebsrisiko von Frauen einzuschätzen. Dabei konnte der Diagnose um bis zu elf Jahre zuvorgekommen werden.

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Die häufigsten Krebserkrankungen.

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Weiss man das Brustkrebs-Risiko schon bald anhand eines Bluttests einzuschätzen? Britische Wissenschaftler glauben das Fundament für einen solchen Test gelegt zu haben. Während ihrer Forschungsarbeit stiessen sie auf einen Zusammenhang zwischen einer molekularen Veränderung eines speziellen Gens der weissen Blutkörperchen (Leukozyten) mit dem Namen ATM und der gefürchteten Erkrankung. Im Rahmen einer Untersuchung analysierten die Wissenschaftler Blutproben von 1380 Frauen unterschiedlichen Alters. 640 dieser Frauen erkrankten an Brustkrebs.

Im Fokus der Studie stand die sogenannte Methylierung, ein biochemischer Prozess, während dem Gene an, beziehungsweise ausgeschaltet werden (Epigenetik). Frauen, deren Blut einen besonders hohen Methylierungsanteil des ATM-Gens aufgewiesen hatte, erkrankten doppelt so häufig an Brustkrebs wie die Probandinnen, deren Methylierungs-Level im Vergleich niedrig war.

Vorhersage bis zu elf Jahre vor Diagnose

Anhand des Tests gelang es den Forschern, den Brustkrebs im Durchschnitt drei Jahre vor Diagnosestellung vorauszusagen. In Einzelfällen gelang diese Vorhersage bereits elf Jahre, bevor die Krankheit festgestellt wurde. Besonders zuverlässig funktionierte der Test bei Frauen unter 60 Jahren.

«Wir hoffen, dass wir durch das Verstehen der epigenetischen Mechanismen zukünftig weitere genetische Faktoren finden, die uns Hinweise auf das Erkrankungsrisiko einer Person geben», sagte der Leiter der Studie, James Flanagan vom Imperial College London im Gespräch mit dem britischen Telegraph.

Die Gen-Suche geht weiter

Noch ist der Test, dessen wissenschaftliche Abhandlung im Fachmagazin Cancer Research publiziert wurde, weit von einem flächendeckenden Einsatz in der medizinischen Praxis entfernt. «Bis jetzt sind wir auf Veränderungen in einer kleinen Region eines Gens gestossen, welches mit einem Erkrankungsrisiko für Brustkrebs in Verbindung steht», meint Flanagan.

Der nächste Schritt seiner epigenetischen Forschungsbemühungen sei nun, alle Gene zu finden, die sich für den Erkrankungsprozess verantwortlich zeichnen.



(rre)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Britt am 03.05.2012 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Grosses Lob und Respekt an die Forscher. Den der Krebs ist bislang das fast einzige dass nicht mit "nur" Pillen geheilt werden kann!

  • Sabine am 03.05.2012 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Arbeit

    Das nenne ich mal sinnvoll!

  • Peschä am 04.05.2012 01:59 Report Diesen Beitrag melden

    Faktor 2

    Wenn man durch einen Test weiss, dass eine Frau ein doppelt so hohes Risiko hat, wie eine andere, hilft das leider auch nicht viel. Wichtiger ist, zu wissen ob jemand erkrankt ist und wie die Person am besten behandelt werden kann. Ausserdem wären neue, besser verträgliche und wirksamere Therapie- und Heilmethoden dringend nötig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peschä am 04.05.2012 01:59 Report Diesen Beitrag melden

    Faktor 2

    Wenn man durch einen Test weiss, dass eine Frau ein doppelt so hohes Risiko hat, wie eine andere, hilft das leider auch nicht viel. Wichtiger ist, zu wissen ob jemand erkrankt ist und wie die Person am besten behandelt werden kann. Ausserdem wären neue, besser verträgliche und wirksamere Therapie- und Heilmethoden dringend nötig.

    • Rafaela am 04.05.2012 11:02 Report Diesen Beitrag melden

      Super!

      Ich finde es sehr sinvoll! Wenn eine Frau über ihr hohes Risiko bescheid weiss, wird sie wohl auch regelmässig zur Untersuchung gehen und dies dient der Früherkennung , und somit bessere Heilungschancen.

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  • Sabine am 03.05.2012 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Arbeit

    Das nenne ich mal sinnvoll!

  • Britt am 03.05.2012 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Grosses Lob und Respekt an die Forscher. Den der Krebs ist bislang das fast einzige dass nicht mit "nur" Pillen geheilt werden kann!