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24. Dezember 2019 19:58; Akt: 25.12.2019 14:59 Print

Penis von 14-Jährigem bei Velo-Unfall gehäutet

Es gibt Verletzungen, die wünscht man nicht einmal seinem ärgsten Feind – etwa die, die sich ein 14-jähriger Brite zugezogen hat.

Noch schlimmer erwischte es einen US-Soldaten in Afghanistan. Er verlor seine Genitalien, doch ihm konnte geholfen werden. (Video: Johns Hopkins Medicine)
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14 Zentimeter mal 10 Zentimeter – das sind die Ausmasse der Fleischwunde, die sich ein 14-Jähriger aus Grossbritannien beim Velofahren zuzog und wegen der er in die Notaufnahme des Oxford University Hospitals eingeliefert wurde.

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Doch nicht die Grösse der Verletzung ist besonders, sondern ihr Ort. Sie verläuft von der linken Leiste über das Schambein nach rechts und über den Damm. So wird die Region zwischen After und den äusseren Geschlechtsorganen genannt. Zudem wurden Teile seines Penis gehäutet, wie die behandelnden Ärzte im Fachjournal «BMJ Case Reports» schreiben. Weiter sei sein linker Hodensack herausgedreht worden.

Die Verletzungen seien so massiv gewesen, dass bei der Einlieferung auch Schwellkörper und eine der normalerweise innenliegenden Hodenhüllen sichtbar gewesen seien.

Nur eine Hand am Lenker

Dem Bericht zufolge war der Junge mit einer Hand am Lenker und mit einer Getränkebüchse in der anderen mit seinem Velo auf dem Trottoir unterwegs gewesen, als er mit einem parkierten Auto kollidiert sei. Dabei sei der 14-Jährige vom Lenker seines Gefährts aufgespiesst worden.

Die besondere Schwere der Verletzung ist laut den Medizinern dem Umstand geschuldet, dass der Lenker zu den Seiten hin offen war. Dadurch hatte das Lenkrohr mehr Grip, als es über die feine Unterbauchhaut schrammte.

Ende gut, alles gut?

Der Junge hatte Glück im Unglück, wie es in dem Bericht heisst: Den Kinderchirurgen des Spitals gelang es, die Wunde wieder zu verschliessen. Der Junge hat beim Unfall keine neurovaskulären Schäden davongetragen. Das bedeutet, dass sowohl Nerven als auch Blutgefässe heil geblieben sind.

Bereits einen Tag nach dem Eingriff konnte der 14-Jährige mit einer Antibiotika-Kur wieder nach Hause. Während eines Kontrolltermins vier Wochen nach der Operation berichtete er, dass er ein normales Gefühl in der Körpergegend und keine Probleme beim Pinkeln habe. Jedoch ist nach wie vor unklar, ob die Verletzung seine sexuelle Funktion beeinträchtigt hat oder nicht.

Was heute alles an Genitalrekonstruktionen machbar ist, zeigt unter anderem das obige Video. Der Patient war als Soldat in Afghanistan stationiert und 2010 durch eine Explosion schwer verletzt worden. Er überlebte zwar, verlor aber beide Unterschenkel sowie seine Männlichkeit.

(fee)