Tödliche Krankheiten

21. Juni 2011 13:12; Akt: 21.06.2011 14:53 Print

Der Tod lauert nicht im Ansteckenden

Fast zwei Drittel aller weltweiten Todesfälle werden laut einer UN-Schätzung durch nicht ansteckende Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herzerkrankungen verursacht.

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Während sich die internationale Gemeinschaft auf ansteckende Krankheiten wie HIV, Malaria und Tuberkulose konzentriert habe, hätten sich die nicht ansteckenden Krankheiten relativ unbemerkt auch in den Entwicklungsländern ausgebreitet und würden zur weltweiten Epidemie, teilte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in einem am Montag veröffentlichten Bericht in New York mit.

Demnach waren nicht übertragbare Krankheiten 2008 für 36 der 57 Millionen weltweiten Todesfälle (63 Prozent) verantwortlich. Gründe für den Anstieg sind Ban zufolge eine stärkere Verbreitung von Risikofaktoren wie Rauchen, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Fettleibigkeit und Alkoholmissbrauch. Weitere Faktoren seien die Alterung der Weltbevölkerung, negative Auswirkungen von Verstädterung und die Globalisierung.

Harvard-Professor David Bloom sagte, dass die Kosten nicht ansteckender Krankheiten zwar bereits spürbar seien, sich jedoch «in den nächsten zwei Jahrzehnten zu einer atemberaubende wirtschaftlichen Bürde entwickeln werden». Dies werde sich massiv auf die wirtschaftliche Entwicklung und den Kampf gegen Armut auswirken. Bereits heute ereigneten sich 80 Prozent aller Todesfälle durch nicht ansteckende Krankheiten in Entwicklungsländern.

(ap)