Nano-Roboter

02. März 2011 11:56; Akt: 02.03.2011 13:26 Print

Der kleinste Chirurg der Welt

Forscher der ETH Zürich arbeiten seit mehreren Jahren an winzigen Mini-Robotern. Die ein drittel Millimeter kleinen Nano-Chirurgen sollen zukünftig präzise medizinische Eingriffe vornehmen.

storybild

Könnte eine Fliege operieren: der Mini-Roboter der ETH Zürich.

Fehler gesehen?

Es tönt wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film. Mit blossem Auge wandern kaum sichtbare Mini-Roboter durch die Blutgefässe von Patienten. An ihrem Bestimmungsort angekommen, reparieren sie verletztes Gewebe, geben Substanzen ab oder zerstören Tumore. Selbst eine Fliege könnten die kleinen Operateure problemlos behandeln.

Seit mehreren Jahren arbeitet Brad Nelson daran, diese fast absurd anmutende Vision zur Realität werden zu lassen. Gemeinsam mit einem Team der ETH Zürich tüftelt der Professor am Institut für Robotik und Intelligente Systeme an autonomen Kleinstrobotern, die medizinische Eingriffe in höchster Präzision durchführen sollen.

Um den Winzling an seinen Bestimmungsort zu befördern, bedienen sich die Forscher eines externen Magnetfeldes. Mit Schwimmbewegungen, gesteuert durch ein oszillierendes (schwingendes) Magnetfeld, arbeitet sich der ungefähr ein drittel Millimeter grosse Roboter zum Ziel. Ein perfektes Zusammenspiel zwischen Nano- und Magnetfeldtechnologie.

Chirurgie-Kolonne bald im Einsatz?

Da sich die Roboter durch unterschiedliche Frequenzen ansteuern lassen, könnte zukünftig ein ganzer Trupp der filigranen Instrumente gleichzeitig für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt werden. Damit die Mini-Chirurgen in den Körper gelangen, ist einzig ein kleiner Schnitt an einer unauffälligen Körperstelle nötig.

Noch befinden sich die Forschungen im Grundlagenstadium. Dennoch führen die ETH-Wissenschaftler momentan Gespräche mit Firmen aus der Medizinaltechnologie.