Nikotin

09. Juni 2011 21:43; Akt: 09.06.2011 21:43 Print

Deshalb nehmen Ex-Raucher zu

Zigaretten dämpfen den Hunger. US-Forscher haben jetzt den Grund für diesen Effekt entdeckt. Dieses Wissen könnte zukünftig dazu beitragen, wirksame Schlankheitspräparate zu entwickeln.

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Gemäss dem Team um Marina Picciotto von der Yale School of Medicine in New Haven dockt Nikotin an Rezeptoren auf Nervenzellen im Gehirn an, und signalisiert so dem Körper, dass er genug zu essen bekommen hat. Es handelt sich um andere Rezeptoren als jene, die das Verlangen nach Nikotin beeinflussen.

Eigentlich untersuchten die Forscher ein mögliches Medikament gegen Depressionen, das über die nun bestimmten Rezeptoren wirkt. Zur Überraschung der Wissenschaftler stellte sich heraus, dass Mäuse weniger frassen, wenn sie diese experimentelle Substanz bekamen - und dass ein Zusammenhang zum Nikotin besteht.

Gemäss dem Fachartikel, der im Wissenschaftsmagazin «Science» publiziert wurde, haben Raucher einen niedrigeren Body-Mass-Index als Nichtraucher. Sie nehmen zu, wenn sie mit dem Rauchen aufhören. Neben den beschriebenen Effekten an den Nervenzellen zählen auch Auswirkungen von Nikotin auf den Energiestoffwechsel des Menschen zu den Ursachen der Gewichtsveränderung.

«Viele Menschen sagen, dass sie nicht aufhören zu rauchen, weil sie dann an Gewicht zunehmen würden», sagte Picciotto. «Letztlich wollen wir Menschen dabei helfen, ihr Gewicht zu halten, wenn sie die Angewohnheit aufgeben, und vielleicht auch Nichtrauchern helfen, die mit Übergewicht zu kämpfen haben.»

(sda)