Zeugungsfähigkeit

08. März 2011 17:10; Akt: 09.03.2011 19:27 Print

Die Länge ist eben doch entscheidend

US-Forschern zufolge hängt die Fruchtbarkeit eines Mannes von einer gemessenen Grösse im Genitalbereich ab. Damit ist nicht etwa das primäre Geschlechtsorgan selbst gemeint.

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Ist die Spermienzahl geringer als 20 Millionen pro Milliliter, dann ist die Zeugungsfähigkeit vermindert.
(Bild: Colourbox)

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Also doch: die Grösse beziehungsweise die Länge ist entscheidend – zumindest dann, wenn es um die männliche Fruchtbarkeit geht. Nicht etwa die Masse von Penis oder Hoden sind relevant, vielmehr ist die sogenannte anogenitale Distanz von medizinischem Interesse. Als solche wird die Strecke vom Anus bis zur Penisbasis bezeichnet.

Unter der Leitung von Shanna Swan untersuchten Wissenschaftler vom University of Rochester Medical Center in New York 126 Männer, die entweder während oder nach dem Jahr 1988 geboren wurden, auf ihre Fruchtbarkeit. Dabei stellte sich heraus, dass die Zeugungsfähigkeit von Testpersonen, deren anogenitale Distanz weniger als 52 mm betrug, deutlich vermindert war. Bei den Studienteilnehmern, die diese Besonderheit aufwiesen, war das Risiko einer verminderten Fruchtbarkeit um ein Siebenfaches Höher als bei den «normal» ausgestatteten Probanden.

Massband statt Sperma-Analyse?

Von einer verminderten Fruchtbarkeit spricht man, wenn in der Samenflüssigkeit weniger als 20 Millionen Spermien pro Milliliter zu finden sind. Vorangegangene Untersuchungen zeigten, dass Männer, die dieser Gruppe zuzuordnen sind, nur etwa halb so zeugungsfähig sind wie Männer, deren Ejakulat eine durchschnittliche Anzahl von Spermien beinhaltet.

Shanna Swan ist zuversichtlich, dass die Messung der anogenitalen Distanz, Fruchtbarkeits-Checks für Männer zukünftig vereinfachen könnte: «Die Messung ist unkompliziert. Ausserdem kann das Untersuchungsergebnis nicht durch Faktoren wie Stress oder Fieber verfälscht werden», sagte die Wissenschaftlerin auf Anfrage des Nachrichtendienstes Reuters.

Natan Bar-Chama, Leiter der Abteilung für Reproduktive Männermedizin im Sinai Hospital in New York, zeigt sich ob der Mess-Methode skeptisch: «Es wäre verfrüht, die Messung der anogenitalen Distanz als Methode zur Bestimmung der Zeugungsfähigkeit beim Mann in der Praxis einzusetzen.»



(rre)