Doping im Freizeitsport

17. Juni 2011 11:37; Akt: 17.06.2011 15:23 Print

Die Problemzone der Hobbyathleten

Leistungssteigernde Medikamente sind auch bei Freizeitsportlern beliebt. Ein gefährlicher Trend, vor dem Sportmediziner eindringlich warnen.

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Joggen verbrennt ca. 547 Kilokalorien pro Stunde und ist somit die ideale Fettverbrennungs-Sportart. Wer keine Beschwerden mit den Gelenken oder dem Herz-Kreislauf-System hat, sollte die Joggingschuhe schnüren - und loslaufen! Thai-Boxen (465 Kilokalorien) belegt Rang 2. Vorchoreographierte Kurse, wie auch Spinning, Tae-Bo oder Aerobic, bei denen der Puls lange auf einer gleichbleibenden Höhe ist und nur vereinzelt Spitzen anderer Pulsfrequenzen aufweist, zählen zu den Fatburnern. Platz 3 für den Latino-Dance. Dabei kann man sich tänzerisch austoben und ganze 454 Kilokalorien pro Stunde verbrennen. Platz 4 (446 Kilokalorien) für Nordic-Walking: Wer nicht joggen kann oder will ist damit gut beraten. Mit Stöcken erreicht man ein höheres Tempo als beim reinen Walking - ausserdem wird die Armmuskulatur beansprucht. Eine Stunde Step-Aerobic verbrennt 434 Kilokalorien (Rang 5): Bei diesem Training bleibt der Belastungspuls auf einem hohen und gleichbleibenden Level. Auf Rang 6: Das gelenkschonende Schwimmen. Hiermit lassen sich bis zu 436 Kalorien pro Stunde verbrennen. Mit einem Verbrauch von rund 412 Kilokalorien pro Stunde liegt das Velofahren auf Platz 7. Zügiges Radeln strengt zwar an, doch der Gesamtenergieverbrauch ist niedriger als beispielsweise beim Joggen, da auf dem Rad weniger Muskelgruppen aktiviert werden. Platz 8 belegt die Indoor-Alternative zum Velofahren: das Spinning! Bei Ausübung dieses Trainings lassen sich 409 Kilokalorien pro Stunde verbrennen. Inline-Skaten verbrennt nicht nur Kilokalorien (ca. 408 bei normalem Tempo), sondern schult ausserdem die Koordination. Nicht jeder kann auf Anhieb joggen - oder will es. Gerade für Einsteiger oder Übergewichtige ist Walking (ohne Stöcke) eine sinnvolle und gelenkschonende Alternative oder Einstiegssportart. 395 Kilokalorien können Sie damit verbrennen.

Jogging und andere Sportarten, die schlank machen.

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Immer mehr Freizeit- und Breitensportler greifen zu leistungssteigernden Medikamenten wie anabolen Steroiden oder Wachstumshormonen. Diese können der Gesundheit allerdings erheblich schaden, wie der Münchner Sportmediziner Thorsten Schulz warnt: «Zu den häufigsten Auswirkungen zählen Haarausfall, Akne, Bluthochdruck, sich verschlechternde Leberwerte, Verletzungen an Bändern und Sehnen, sowie zunehmende Aggressivität und Reizbarkeit, aber auch Depressionen bis hin zu Halluzinationen.»

Ganze Kerle mit weiblichen Kurven

Zu den unerwünschten Nebenwirkungen von Anabolika gehören bei Männern auch Verweiblichungserscheinungen wie wachsende Brustdrüsen oder die Entstehung einer weiblichen Brust (Gynäkomastie), da überschüssiges Testosteron im Körper teilweise in das weibliche Sexualhormon Östrogen umgewandelt wird. «Gleichzeitig wird die Samenproduktion bei Männern beeinträchtigt, und ihre Hoden schrumpfen», erklärt Schulz. Dies könne zu Unfruchtbarkeit führen. Bei Frauen habe die Einnahme von Anabolika eine Zurückbildung der Brust, die Vertiefung der Stimme, Bartwuchs, Glatzenbildung und ähnliches zur Folge.

Wachstumshormone, die bei hoher Dosierung vor allem wegen ihrer fettabbauenden Wirkung eingesetzt werden, können wuchernde Gesichtsknochen und Organe sowie ein beschleunigtes Tumorwachstums verursachen. «Hobbysportler und Amateurathleten sollten daher ihrer Gesundheit zuliebe von einer Anwendung solcher leistungssteigernder Medikamente unbedingt absehen», rät der Experte.

(ap)