Antibiotikaresistenz

22. Mai 2018 21:48; Akt: 23.05.2018 06:49 Print

Gegen den Super-Tripper versagen gängige Medis

Die lange Sorge der Forscher scheint berechtigt: Es tauchen immer mehr Fälle von Gonorrhö auf, bei denen die üblichen Antibiotika nicht mehr helfen.

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Die schönste Nebensache der Welt kann schlimme Folgen haben. Wer sich nicht entsprechend schützt, kann sich mit einer Geschlechtskrankheit infizieren – beispielsweise mit Gonorrhö, auch Tripper genannt. Bislang galt die Geschlechtskrankheit als nicht lebensbedrohlich. (Im Bild: Aufklärungsplakat für Soldaten des Zweiten Weltkriegs) Doch das könnte sich bald ändern. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO und der Europäischen Seuchenschutzbehörde (ECDC) ist die oft durch eitrig-gelben Ausfluss gekennzeichnete Infektion immer schwerer zu bekämpfen. Dies mangels wirksamer Antibiotika: Die Auswahl an Medikamenten, die noch helfen würden, ist laut WHO sehr begrenzt. Normalerweise wird bei Tripper eine Kombinationstherapie aus Azithromycin und Cefixim angewendet. Dass diese immer seltener zielführend ist, zeigt auch eine Studie von Forschern des Chinese Center for Disease Control and Prevention. Ihrer Studie zufolge waren bereits 19 Prozent aller zwischen 2013 und 2016 gemeldeten Gonorrhö-Infektionen in China Bestätigt wird das durch drei Fälle, die kürzlich in Grossbritannien und Australien gemeldet wurden. Zwei der drei Infizierten hatten sich in Südostasien angesteckt. Doch nicht nur Geschlechts-, sondern auch unschöne andere Krankheiten werden immer wieder aus den Ferien mitgebracht, wie die folgenden Bilder zeigen. Wohl das häufigste Feriensouvenir sind . Dazu zählen: Amöbiasis, Ascariasis, Cholera, Cryptosporidiose, Cyclosporiasis, Diphyllobothriasis, Enterobiasis, Giardiasis, Hakenwurmkrankheit, Norovirus-Erkrankung, Reisediarrhö, Shigellen-Ruhr, Strongyloidiasis, Taeniasis. In Ostasien, im tropischen Afrika und in Mittel- sowie Südamerika kann man sich beim Essen von Krabben und Krebsen einfangen. Diese wandern aus dem Darm in die Lunge, wo sie 10 bis 20 Jahre überleben können. Jedes Jahr erkranken Millionen Menschen an , auch Orientbeule genannt. Auslöser ist der Einzeller Leishmania tropica, der im Mittelmeerraum, in Afrika, Asien und den USA vorkommt. Sandfliegen übertragen ihn auf den Menschen, bei dem er ein chronisches Hautgeschwür verursacht. In den Tropen kann man sich den Strongyloides stercoralis einfangen. Dieser bohrt sich durch die Haut des Menschen und wandert über die Lunge bis zum Dünndarm. Erste Symptome sind Reizhusten und leichtes Fieber. Erreicht der Wurm jedoch das Gehirn, kann die Infektion tödlich verlaufen. Ebenfalls in den Tropen weit verbreitet ist die sexuell übertragbare Erkrankung , auch weicher Schanker genannt. Die Erreger verursachen eitrige Geschwüre im Genitalbereich. Die Diagnose erfolgt durch den Erregernachweis aus Material der Geschwüre. In schlecht gewarteten Schwimmbädern vermehren sich die Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa besonders gut. Kommt man mit ihnen in Berührung, ist juckender Hautausschlag mit Bläschenbildung die Folge (). Weitere Symptome können Mittelohrentzündung sowie Übelkeit und Erbrechen sein. In China, Amerika, Asien, Afrika und im Pazifik kann man auf den Fadenwurm Wuchereria bancrofti treffen, der es sich in den Lymphgefässen gemütlich macht. Bei starkem Befall kommt es zu enormen Verdickungen der betroffenen Körperteile. Man spricht dann von . Im tropischen Afrika können Bremsen den bekannt. Hat man sich angesteckt, helfen Wurmgifte oder ein chirurgischer Eingriff. In Zentral- und Westafrika übertragen Nagetiere das auf Affen, aber auch auf Menschen. Die Inkubationszeit schwankt zwischen 7 und 17 Tagen. Das Virus löst eine milde Pocken-ähnliche Erkrankung aus, die allerdings auch tödlich verlaufen kann. Wo sich die ausbreitet, bilden sich Gifte, die sich in Schalentieren anreichern. Der Verzehr kann zu Lähmungserscheinungen, Magendarm-Krämpfen und Durchfall führen. Wer sich auf einer Südamerikareise entschliesst, im Amazonas baden zu gehen, sollte sich vor dem sogenannten in Acht nehmen. Denn der wird von Wasserströmungen angezogen – auch von solchen, die ein Mensch beim Urinieren im Wasser verursacht. Dann schwimmt er in die Harnröhre und muss operativ entfernt werden. Im Süden der USA, in Südamerika und Trinidad kommt es immer wieder zu Ausbrüchen der. Das dafür verantwortliche Virus wird von Mücken übertragen und kann zu Hirn- und Hirnhautentzündungen führen. ist eine Viruserkrankung der Leber, die meist ohne ernsthafte Komplikationen spontan ausheilt. Sie wird durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen und tritt meist nach einem Aufenthalt in Risikogebieten auf. Den besten Schutz bietet eine entsprechende Impfung. Auch verläuft nur selten chronisch. Mit etwa 350 Millionen Menschen, in deren Blut das Virus nachweisbar, ist die Leberentzündung weltweit eine der häufigsten Virusinfektionen. Sie kann bei Bluttransfusionen und beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Auch hier schützt eine Impfung. Im Gegensatz dazu verläuft eine meist chronisch. Sie kann zu schweren Leberschädigungen wie der Leberzirrhose und dem Leberzellkarzinom führen. Je nach Typ hilft eine Therapie. Eine Impfung dagegen ist bisher nicht möglich. Zu den chronischen Hepatitis-C-Patienten gehört auch Pamela Anderson. wird von einigen Stechmücken-Arten übertragen und äussert sich durch Fieber, begleitet von Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Schweissausbrüchen. Die gefährlichste Form der Malaria, die Malaria tropica, kann schnell zu lebensbedrohlichen Zuständen mit Koma, Nierenversagen und Schock führen. Über verunreinigte Nahrung und Trinkwasser können Typhusbakterien aufgenommen werden. Typische Anzeichen für sind hohes Fieber, Kopfschmerzen, Verstopfung sowie Durchfälle. Kann tödlich verlaufen. Weitere Komplikationen sind Hirnhaut-, Lungen-, Herz- und Knochen-Entzündungen. In tropischen und subtropischen Gebieten Südamerikas und Afrikas kann man sich mit infizieren. Dieses wird von Stechmücken übertragen und beginnt plötzlich mit hohem Fieber. Oft heilt die Krankheit danach aus. Sie kann aber auch tödlich verlaufen. In tropischen und subtropischen Ländern sollte man sich von freilaufenden Hunden fernhalten, weil sie übertragen können. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Biss- und Kratzverletzungen oder wenn Hundespeichel auf menschliche Schleimhäute gelangt. Eine Behandlung ist nur vor dem Auftreten erster Symptome möglich. Akut und hoch ansteckend ist . Die Atemwegserkrankung wird durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae ausgelöst und ist von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen übertragbar. Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Heilungschancen gut, erfolgt sie zu spät, kann Diphterie tödlich enden. So gut wie auf der ganzen Welt laufen vor allem Kinder Gefahr, sich mit zu infizieren. Diese Erkrankung wird durch Madenwürmer hervorgerufen und äussert sich durch ausgeprägten Juckreiz der Analregion und Scheidenentzündungen bei Mädchen. Die in Afrika lebende Tsetse-Fliege kann die übertragen. Im ersten Krankheitsstadium kommt es zu Fieberschüben und Kopf- sowie Gliederschmerzen, im zweiten Stadium zu Krämpfen, Koordinationsstörungen und Persönlichkeitsveränderungen. Der Verlauf ist unbehandelt tödlich. Wer in den Tropen und Subtropen verunreinigtes Wasser trinkt oder rohe Lebensmittel konsumiert, kann an erkranken. Diese äussert sich in blutigem und schleimigem Durchfall, Magenschmerzen und Fieber sowie Bauchkrämpfen. Wird sie nicht behandelt, ist der Verlauf tödlich. In der gleichen Region lauert auch das , geht mit Blutungen einher und kann tödlich verlaufen. Die kommt zwar auch in unseren Breitengraden vor, doch vor allem die tropischen Arten stechen Menschen. Dabei setzt sie ihre Eier unter die Haut, die dort zu Maden reifen. Nach einigen Monaten gelangen diese durch die Dasselbeule unter der Haut ins Freie. Bei der handelt es sich um eine durch Bakterien ausgelöste, sehr heftig verlaufende Infektion der Unterhaut. Die Ansteckung geschieht über kleinste Hautverletzungen. Weder in den Ferien noch zu Hause möchte man von gestochen werden. Denn ihr Speichel ruft bei den meisten Menschen einen sehr starken Juckreiz hervor. Wegen örtlich betäubender Wirkstoffe im Speichel wird der Stich nicht sofort bemerkt. Der wird über ungefiltertes Trinkwasser aufgenommen und löst die Krankheit Dracontiasis aus. Seine Larven gelangen über den Dünndarm bis in die Bauch- und Brustmuskulatur und schliesslich zu den Extremitäten, wo sie Geschwüre bilden. Kommen diese mit Wasser in Berührung, platzt die Haut auf.

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Erst im März ging die Meldung um die Welt, dass sich ein Brite in Südostasien mit einem Gonorrhö-Stamm infiziert hatte, gegen den keines der klassischen Antibiotika mehr half.

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Nun sind zwei weitere Fälle aus Australien bekannt geworden. Mindestens einer der Betroffenen hatte sich ebenfalls in den Ferien in Südostasien angesteckt. Wie der Brite konnten auch sie nur mithilfe eines Reserveantibiotikums geheilt werden.

Neue Therapien dringend benötigt

Schon seit geraumer Zeit warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO davor, dass die Geschlechtskrankheit mangels wirksamer Medikamente immer schwerer zu bekämpfen sei. Und auch die Europäische Seuchenschutzbehörde (ECDC) fühlt sich in ihren Warnungen bestätigt.

Wie ernst die Angst vor einer Ausbreitung der sogenannten Super-Gonorrhö zu nehmen ist, zeigt eine im Fachjournal «PLOS Medicine» veröffentlichte Studie von Forschern des Chinese Center for Disease Control and Prevention.

Laut dieser Studie waren 19 Prozent aller zwischen 2013 und 2016 gemeldeten Gonorrhö-Infektionen in China nicht mehr mit Standard-Antibiotika behandelbar. Normalerweise wird bei Tripper eine Kombinationstherapie aus Azithromycin und Cefixim angewendet. Das Team empfiehlt, verstärkt nach Alternativbehandlungen zu forschen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Muro83 am 22.05.2018 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbst schuld

    Selbst schuld wer auf Thailand geht um dann noch ungeschützten Sex zu haben

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  • Grisuu am 22.05.2018 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    darum gilt

    Im Minimum en Gummi drum

  • tttk am 23.05.2018 05:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Natur wirds schon richten

    Zuvieke Menschen und zu gute Medizin macht der Natur zu schaffen. Aber die Natur wirds schon richten - wie wir sehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom Prepper am 23.05.2018 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    ..... ist doch gut , oder ?

    Da ich aus Moralischen und Ethischen Gründen ganz auf solche Services verzichtet habe und verzichten werde (Egal ob hier oder während den Ferien im Ausland) habe ich nichts zu befürchten, Macht weiter so , somit wird eine bestimmte Klientel ausgemerzt .. Darwin ich grüsse Dich.

  • Chris am 23.05.2018 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur beim GV....

    kann man sich damit anstecken, sondern auch beim Oralverkehr.....

  • Keimfrei am 23.05.2018 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Satz zum einprägen

    Ein kluger Mann fässt Thai-Ladies nicht an.

  • jane77 am 23.05.2018 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gumi

    unten rum gummi drum und die Sicherheit steigt. nicht auf 100% aber genug hoch

  • Connie am 23.05.2018 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Selber Schuld! Mann oder Frau muss ja nicht mit jedem/jeder ins Bett hüpfen. Zuviel Alkohol etc. schadet der Gesundheit.