Covid-19

08. März 2020 11:18; Akt: 08.03.2020 11:18 Print

Wer diese Krankheiten hat, ist besonders gefährdet

Die Gefahr, an der durch das neue Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 zu sterben, ist für Menschen mit verschiedenen Vorerkrankungen deutlich höher.

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Mit dem Coronavirus sind viele wenig geläufige Begriffe Teil unseres Alltagsvokabulars geworden. Das steckt dahinter. Um sich vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus zu schützen, setzen viele Menschen auf Masken, wobei man zwischen Hygiene- und Atemschutzmasken unterscheiden muss. Die einfachen (Bild) sind nach zwei bis drei Stunden durchgefeuchtet. Daher müssen sie dann spätestens ausgetauscht werden. Nur so können sie leisten, wofür sie gedacht sind: die Übertragung von Erregern durch Sekrettröpfchen zu verhindern. Schutz für den Träger bieten sie jedoch nicht. Anders . Je nach FFP-Schutzklasse schützen sie vor ungiftigen Stäuben (FFP1), vor giftigen Stäuben (FFP2) oder vor giftigen und gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosol (FFP3). Um sich vor dem Virus Sars-Cov-2 zu schützen, wird zu FFP3 geraten. Momentan sind die Masken fast überall ausverkauft. Bei Sars-Cov-2 (Bild) handelt es sich um ein Virus, nicht um ein Bakterium. Der Unterschied? Während Bakterien Einzeller mit eigenem Stoffwechsel sind, die sich selbst reproduzieren können, bestehen Viren nur aus einer Eiweisshülle, in der sie ihre Erbsubstanz aufbewahren. Um sich zu vermehren, sind sie auf einen Wirt (Zellen) angewiesen. Unterscheide gibt es auch hinsichtlich der Behandlung: Gegen Bakterien verwendet man Antibiotika, die die Zellwand zerstören oder die Vermehrung hemmen. Gegen Viren werden spezielle Medikamente, sogenannte Virostatika eingesetzt, die das Eindringen des Virus in einen Wirt verhindern oder das Erbgut des Virus zerstören. (Im Bild:Sars-Cov-2-Partikel) Ersteres beschreibt den Moment der Ansteckung, in dem der Erreger in den Organismus eindringt und diesen im Folgenden stört. Das verrät auch der lateinische Ursprung. Das Wort «infectio» bedeutet so viel wie Beeinflussung und Verunreinigung. Die Inkubation (von lateinisch «incubatio») beschreibt dagegen die Zeit, die zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht. Während dieser vermehren sich die Keime und die Erkrankung etabliert sich im Körper. Bei Covid-19 geht man von einer Inkubationzeit von bis zu 14 Tagen aus. In seltenen Fällen kann sie aber auch bis zu 24 Tage dauern. Der lateinische Ursprung ist auch die Erklärung dafür, warum es beispielsweise infizieren heisst und nicht infiszieren, wie häufig zu hören ist. Auch heisst es Desinfektion und nicht Desinfikation. Bei ersterem handelt es sich um ein Anzeichen einer Krankheit. Das heisst um eine für eine bestimmte Krankheit charakteristische Erscheinung. Der Ausdruck stammt vom Griechischen «sýmptma», was so viel wie «vorübergehende Eigentümlichkeit» bedeutet. Auch der Begriff Syndrom stammt aus dem Griechischen. Konkret vom Ausdruck «syndrom», der so viel wie «zusammenlaufen» bedeutet. Und tatsächlich beschreibt ein Syndrom exakt das: ein Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammenkommen von verschiedenen Symptomen ergibt. Ersteres beschreibt eine zeitlich und örtlich in besonders starkem Masse auftretende und ansteckende Erkrankung. Darunter fällt etwa Bei einer Pandemie handelt es sich dagegen um eine Epidemie besonders grossen Ausmasses, die ganze Landstriche und Länder erfasst. Ihre Bezeichnung stammt aus dem Griechischen von «pan» für «alle, jeder» und «demos» für «Volk». (Im Bild: Spanische Grippe, die von 1918 bis 1920 grassierte) Heisst es nun ? Erlaubt ist beides: Ein Virus kann sowohl neutrum als maskulin sein. Allerdings empfiehlt der Duden den sächlichen Artikel. Der Ausdruck Virus stammt aus dem Lateinischen, wo «virus» so viel wie «natürliche zähe Feuchtigkeit, Schleim, Saft» heisst. Beim kommt es auf die Kombination von Einseifen, Reiben, Abspülen und Trocknen an, sonst bringt es nichts. Das heisst: Die Hände nass machen, dann einseifen. Am besten mit Flüssigseife. Die Hände reiben, bis es schäumt. Dabei Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingernägel und die Handgelenke nicht vergessen. Anschliessend gut abtrocknen. Es heisst und nicht Karantäne, wie manch einer schreibt. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort «quarantaine» ab, was eine Zeitspanne von 40 Tagen bezeichnet. So lange dauerte früher die Hafensperre für Schiffe mit seuchenverdächtigen Personen.

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Das Sars-CoV-2-Virus trifft nicht alle Menschen gleich. Während gesunde, jüngere Patienten mit einem milden Verlauf der Krankheit Covid-19 rechnen dürfen, steigt die Sterblichkeitsrate bei Menschen ab 60 Jahren stark an. Auch bei Patienten mit Vorerkrankungen ist diese Rate deutlich höher. Doch welche Vorerkrankungen sind besonders problematisch?

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Darüber gibt eine Studie aus China Auskunft, die insgesamt 44'000 bestätigte Fälle untersucht hat. Sie stellte bei an Covid-19 Erkrankten eine durchschnittliche Sterblichkeitsrate von 2,3 Prozent fest. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sprach am Donnerstag sogar von einer Sterblichkeitsrate von 3,4 Prozent bei gemeldeten Covid-19-Patienten.

Verbreitete Erkrankungen

Deutlich höher sind diese Werte bei Menschen mit Vorerkrankungen. Die chinesische Studie hat festgestellt, dass sie bei Covid-19-Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen am höchsten ist. Bei ihnen liegt sie bei 10,5 Prozent (siehe Tabelle). Bei einer Herzschwäche kann Sars-CoV-2 etwa zu einer weiteren Schwächung der Herzfunktion und zu Wasseransammlungen in der Lunge führen, in besonders schweren Fällen zu einem Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems, wie NDR berichtet.

Ebenfalls ein stark erhöhtes Risiko haben Diabetiker. In China beträgt die Sterberate für sie laut der Studie 7,3 Prozent. Dies, weil bei Diabetes mellitus ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel wichtige Abwehrzellen beeinträchtigt. Zudem können Organe angegriffen sein, was dazu führt, dass der Körper schlechter gegen das Virus ankämpfen kann.

An dritter Stelle folgen chronische Atemwegserkrankungen. Dazu gehören unter anderem die chronische obstruktive Lungenerkrankung COPD, aber auch Asthma. Sie erhöhen das Risiko, eine schwere Lungenentzündung zu erleiden. In China liegt die Sterberate für diese Patienten bei 6,3 Prozent.

Risiko Bluthochdruck

Gefährlich ist auch ein hoher Blutdruck (Hypertonie). Daran leidet in der Schweiz schätzungsweise jede vierte erwachsene Person, wobei rund ein Drittel nichts davon weiss. Hier stellten die chinesischen Forscher eine Sterblichkeitsrate von 6 Prozent fest, also nur wenig tiefer als bei Patienten mit Atemwegserkrankungen. Bei Krebspatienten schliesslich lag die Sterblichkeitsrate bei 5,6 Prozent.

Doch nicht nur diese Krankheiten erhöhen das Risiko. Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ECDC sind auch chronische Lebererkrankungen ein Risikofaktor. Das Gleiche gilt für Nierenkrankheiten.

Eine besondere Gefahr stellt das neue Coronavirus auch für Menschen dar, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einnehmen. Dies kann bei Patienten der Fall sein, die an Rheuma oder Krebs leiden, nach einer Chemotherapie oder einer Organtransplantation.

Risikofaktor Mann

Die chinesische Studie hat zudem eine höhere Sterblichkeitsrate bei Männern festgestellt. Bei ihnen liegt sie bei 2,8 Prozent, bei Frauen dagegen bei 1,7 Prozent. Wieso das genau so ist, ist derzeit nicht klar. Es könnte mit dem allgemein ungesünderen Lebensstil der Männer zu tun haben. In China raucht die Hälfte der Männer, während nur 2 Prozent der Frauen regelmässig zur Zigarette greifen. Da Rauchen die Lungen schädigt, könnte das Virus deshalb bei Rauchern grösseren Schaden anrichten. Auch ernähren sich Männer oft ungesünder, was das Risiko einer Erkrankung an Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck erhöht.

Zudem können Frauen offenbar das Virus besser bekämpfen, wie Sabra Klein, Virenforschein an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health der «New York Times» sagte. Auch die Immunantwort nach Impfungen sei im Vergleich zu Männern erhöht. Das gelte auch für das Immungedächtnis. Dieses schützt den Körper nach einer überstandenen Viruserkrankung vor einer neuen Ansteckung.


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(jcg)