Psychische Besonderheiten

13. November 2008 14:52; Akt: 03.11.2010 12:21 Print

Eben noch eine Fliege, jetzt ein Elefant

Wenn einem ein Gegenstand oder sogar der eigene Körper plötzlich extrem gross oder winzig klein erscheint, muss man nicht zwangsläufig unter Drogeneinfluss stehen: Für das «Alice-im-Wunderland-Syndrom» gibt es auch andere Ursachen.

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Im Kinderbuch «Alice im Wunderland» veränderte sich die Körpergrösse der Protagonistin, nachdem sie in einen Pilz gebissen hatte. Da mag sich so mancher berechtigterweise fragen: Was war das wohl für ein Pilz, von dem Alice da kostete? War sie gar ein Drogenopfer, die «Christiane F.» der Märchenwelt? Ganz so abwegig ist das nicht, denn immerhin findet sich dieses Bild heute in zahlreichen Aufzeichnungen von Medizinern wieder. Darin wird es das Alice-im-Wunderland-Syndrom genannt.

Genau wie bei Alice im Wunderland erscheinen Betroffenen kleine Dinge plötzlich ganz gross oder - im umgekehrten Falle - grosse Gegenstände, Menschen oder Tiere besonders klein, verzerrt oder sonst irgendwie andersartig. Andere berichten von dem Verlust des Zeitempfindens. Obwohl diese Halluzinationen auf den ersten Blick mit einer psychischen Störung einhergehen könnten, liegt sie physischen Ursachen zu Grunde: Der Migräne. An dieser Form des Kopfschmerzes leidende Kinder sind am ehesten vom Alice-im-Wunderland-Syndrom betroffen. Dieses Syndrom gesichert zu diagnostizieren ist schwierig, da sich die Migräne bei Kindern oft durch äusserst diffuse Symptome wie Verwirrtheit, für eine Migräne sonst untypische, beidseitige Kopfschmerzen oder sogar Bauchkrämpfe äussert.

Um dem Alice-im-Wunderland-Syndrom Herr werden zu können, muss deshalb die Ursache - also die Migräne - behandelt werden. Mehr zur Migräne und ihren Behandlungsmöglichkeiten finden Sie hier!