Schwangerschaft

07. Januar 2018 10:52; Akt: 07.01.2018 11:39 Print

Ein Glas Wein löst beim Fötus einen Rausch aus

Eine neue Studie zeigt, dass 40 Prozent der werdenden Mütter nicht auf Alkohol verzichten wollen. 20 Prozent von ihnen trinken sogar jede Woche.

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9 Monate, 0 Promille: Für viele Schwangere ist das nicht selbstverständlich. Das zeigen neuste Ergebnisse eines Forschungsteams der Klinik für Geburtshilfe des Universitätsspitals Zürich, die der «SonntagsZeitiung» vorliegen.

Lediglich 60 Prozent der werdenden Mütter sind abstinent. Die anderen konsumieren weiter Alkohol. 20 Prozent der Schwangeren trinken gar ein bis zweimal pro Woche. Zwar keinen harten Alkohol und auch nicht bis zum Rausch. Auf einen Schluck Wein wollen sie aber nicht verzichten. Ana Paula Simões-Wüst, Leiterin der Studie und Biologin, erstaunt dieses Verhalten. «Die Meinung ist noch weit verbreitet, dass ein Gläschen nicht schadet.»

Vom Blut der Mutter direkt zum Baby

Doch heute wisse man: Dem ist nicht so. «Das ungeborene Kind trinkt bei jedem Schluck mit», sagt Rolf Temperli, Kinder- und Jugendarzt und Vorstandsmitglied des Verbandes Haus- und Kinderärzte Schweiz. Egal ob Sekt, Bier oder Wein – der Alkohol gelangt vom Blut der Mutter direkt ins Blut des Ungeborenen und kann das Baby irreversibel schädigen.

Jedes Jahr kommen in der Schweiz 800 Kinder mit mehr oder minder ausgeprägten Formen einer fetalen Alkoholspektrum-Störung zur Welt. Denn bereits ein Glas Wein pro Tag kann die gesunde Entwicklung des Babys beeinträchtigen. Intellektuelle Defizite oder psychische Auffälligkeiten wie beispielsweise Lernschwierigkeiten, Konzentrationsstörungen und aggressives Verhalten können mögliche Folgen sein.

Im ersten Trimester besonders verletzlich

Am verheerendsten ist das Trinken zu Beginn der Schwangerschaft. Zwar ist die befruchtete Eizelle während den ersten sieben bis zehn Tagen noch geschützt, doch danach ist Vorsicht geboten. Im ersten Trimester ist der Embryo besonders verletzlich. Frauen, die nach dem Ausbleiben der Monatsblutung weiter trinken gehen daher ein hohes Risiko ein.

Im Extremfall kann die Gehirnreifung gestört werden: Die Neugeborenen kommen dann mit Missbildungen an Skelett, Herz und Sinnesorganen und geistig behindert zur Welt. «Dies wäre zu 100 Prozent vermeidbar, würden werdende Mütter auf Alkohol verzichten», sagt Temperli.

Weil vielen werdenden Müttern nicht klar ist, wie schädlich Alkohol in welchem Stadium und ab welcher Menge ist, werde das Bundesamt für Gesundheit und die Stiftung Sucht Schweiz ihre Präventionsarbeit ausbauen. Grégoire Vittoz, Direktor von Sucht Schweiz, appelliert aber auch an die zukünftigen Väter: «Sie könnten während ein paar Monaten auf eine rauchfreie Umgebung achten und ebenfalls aufs Trinken verzichten», sagt er der Zeitung.

Verzichten Sie während Ihrer Schwangerschaft auf Suchtmittel? Wie meistern Sie das? Verzichtet Ihr Partner dabei ebenfalls auf Alkohol, Zigaretten und Drogen? Melden Sie sich unter feedback@20minuten.ch!

(nxp/duf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arwen90 am 07.01.2018 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viele sind zu egoistisch

    Bin zwar noch nicht schwanger aber ich würde definitiv in dieser zeit kein alkohol und nikotin konsumieren. Alles andere ist egoistisch, naiv und dumm. Wenn man nicht mal dem kind zuliebe auf diese sachen verzichten kann, sollte man sicher kein kind bekommen.

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  • Krümel am 07.01.2018 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverständlich

    Ist doch selbstverständlich dass man in der schwangerschaft weder raucht noch trinkt. Falls mit dem kind etwas nicht in ordnung sein sollte weiss man dann dass man alles notwendige gemacht hat,

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  • Christina am 07.01.2018 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist dich selbstverständlich!

    Ich habe sogar während der ganzen Stillzeit noch bei beiden Kindern auf Alkohol verzichtet. Das waren dann einmal 19 Monate und einmal sogar insgesamt 2 Jahre. Meine Kinder sind das aber doch allemal wert!!! Einfach das ersteBier ist dann ziemlich lustig...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • lehrerin am 07.01.2018 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    täglicher umgang als

    ich unterrichte unter anderem kinder nit erwiesenem oder vermutetem alkohol-syndrom. diese kinder und jugendlichen zahlen den preis für die inkonsequenz ihrer mütter, ihr ganzes leben lang. sie wären ohne den alkohol, den ihre mütter ihnen aufgezwungen haben gesund. ich habe wirklich mühe, diesen müttern mit respekt zu begegnen.

  • Erdenbürger am 07.01.2018 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasst es bleiben

    Leider schauen heute viele nicht mehr auf die Folgeerscheinungen. Trinken und Rauchen schadet jedem Ungeborenen.

  • Stufi 81 am 07.01.2018 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich?

    Wenn ich die Jugend heute so anschaue denke ich, dass der Prozentsatz deutlich höher liegt:-)

  • Mama am 07.01.2018 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ärzte

    ich finde nur unglaublich, dass viele Frauenärzte nicht vom Alkoholkomsum abraten, obwohl es verschiedene Studien dazu gibt. Meine Erfahrung (und die vieler Freundinnen) war, dass die Ärztin meinte ein Glas hie und da schadet nicht, da der Alkohol die Mutter entspannt und somit sich auch das Kind wohlfühlt.

  • heigen am 07.01.2018 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Am besten alles verbieten. Auch das Leben.