Breitneutralisierende Antikörper

26. September 2016 18:29; Akt: 26.09.2016 19:17 Print

Ein Schritt Richtung HIV-Impfung

Zürcher Forscher haben untersucht, welche Faktoren für die Produktion bestimmter Antikörper verantwortlich sind – ein wichtiger Grundstein für die Entwicklung eines HIV-Impfstoffs.

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Virus-Subtyp hat starken Einfluss auf die Antikörperbildung: Ein Antikörper (rot) bindet an die Oberfläche eines HI-Virus. (Bild: David S. Goodsell, RCSB PDB)

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Rund ein Prozent der HIV-Infizierten bilden Antikörper, die gegen unterschiedliche Virustypen wirken. Forschende der Universität und des Unispitals Zürich haben untersucht, welche Faktoren für die Produktion solcher breitneutralisierender Antikörper verantwortlich sind. Dies ist ein wichtiger Grundstein für die Entwicklung eines HIV-Impfstoffes.

Breitneutralisierende HIV-Antikörper (bnAbs) binden an Strukturen der Virusoberfläche, die sich kaum verändern und die bei unterschiedlichen Virusstämmen identisch sind. Diese als «Spikes» bezeichneten Zucker-Protein-Komplexe sind die einzigen Oberflächenstrukturen, die vom HI-Virus selber stammen und die vom Immunsystem durch Antikörper angegriffen werden können.

4500 HIV-Infizierte untersucht

Wegen ihrer breiten Wirkung sind diese Antikörper ein vielversprechender Ausgangspunkt, um einen wirksamen Impfstoff gegen HIV zu entwickeln, wie die Universität Zürich mitteilte.

In einer umfangreichen Studie hat ein schweizweites Forscherteam nun untersucht, welche Faktoren für die Bildung von bnAbs gegen HIV verantwortlich sind. Insgesamt wurden knapp 4500 HIV-Infizierte untersucht und 239 Personen identifiziert, die solche Antikörper bilden.

Verschiedene Faktoren fördern Antikörper-Bildung

Wichtig für die Entstehung breitneutralisierender Antikörper sind zum einen drei krankheitsspezifische Charakteristika: Virusmenge, Virusvielfalt und Dauer der unbehandelten Infektion. Mit der Studie konnte zum ersten Mal gezeigt werden, dass die drei Parameter unabhängig voneinander die Entstehung von bnAbs beeinflussen.

Für das Design eines HIV-Impfstoffes sei es daher nicht zwingend alle drei Parameter zu berücksichtigen, wird Huldrych Günthard, Professor für Klinische Infektiologie der UZH, in der Mitteilung zitiert. Das sei speziell im Hinblick auf die Dauer der Impfstoffgabe wichtig - eine längere unbehandelte HIV-Infektion mit einem Impfstoff nachzuahmen, wäre unmöglich.

«Überraschender Befund»

Ein zweiter Faktor, der Einfluss auf die Bildung von bnAbs hat, betrifft die Ethnie: So bilden HIV-infizierte Menschen mit dunkler Hautfarbe häufiger Antikörper, die gegen unterschiedliche Virustypen wirken, als Menschen mit heller Haut und zwar unabhängig von den anderen in der Studie analysierten Faktoren.

Für Alexandra Trkola, Professorin für medizinische Virologie an der UZH, ist dies ein überraschender Befund, der noch näher untersucht werden muss.

Schliesslich hat als dritter Faktor auch der Virus-Subtyp starken Einfluss auf die Antikörperbildung und zwar auf die Bindungsstelle der Antikörper.

So führen HI-Viren des Subtyps B häufiger zur Herstellung von Antikörpern, die sich gegen die Region an der Virusoberfläche richten, durch die es an die menschlichen Immunzellen andockt. Andere Virus-Subtypen begünstigen die Produktion von Antikörpern, die sich an der Zuckerteil der Virus-«Spikes» heften.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lorenzo Von Matterhorn am 26.09.2016 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter forschen in die Richtung!!

    Das wäre natürlich Gut wenn es einen nützlichen Impfung gäbe die dann auch ''hält was sie verspricht''. Ich würde mich dann auch Impfen lassen. Die Pharma hätten dann eine Gelddruckmaschine... die Kondom Industrie (Durex, Billy Boy, etc) sind dann die armen!

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  • marko 31 am 26.09.2016 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HIV Impfung

    Ich würde die Impfung sofort nehmen

  • Vernünftige am 27.09.2016 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Nie ohne Kondom

    Gut gemacht - aber trotzdem sind Kondome immer noch die sicherste Möglichkeit, Krankheiten zu verhindern. Ohne Kondom läuft nichts.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Vernünftige am 27.09.2016 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Nie ohne Kondom

    Gut gemacht - aber trotzdem sind Kondome immer noch die sicherste Möglichkeit, Krankheiten zu verhindern. Ohne Kondom läuft nichts.

  • Clara R. am 27.09.2016 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    In Schwarzafrika nötig

    So eine Impfung hat doch Schwarzafrika sicherlich nötig. Somit könnten Millionen von Menschenleben auf einen Schlag gerettet werden. Doch soweit ich weiss, wird das aktuelle HIV-Medikament im Vgl. zu afrikanischen Verhältnissen derart teuer verkauft, dass sich nur die wenigsten leisten können.

  • Erwin Sulzer am 27.09.2016 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Erfundene Krankheiten !

    Schaut den Film Dallas Buyer Club an. Man braucht ein gesunden Immunssystem und Kondome bei fremden Partnern.

    • Claudius Beifus am 27.09.2016 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Erwin Sulzer

      ...wie man im Zusammenhang mit HIV bzw. den Folgen von "erfundenen" Krankheiten reden kann ist grotesk. Fehlt nur noch der in solchen "klinischen" Fällen übliche Verweis auf irgendwelche obskuren Webseiten, welche die absolute Wahrheit enthalten. Fazit: Gegen HIV wird es möglicherweise einmal einen Impfstoff geben. Gegen gewisse andere "Leiden" hingegen nicht.

    • Blind Taub am 27.09.2016 20:41 Report Diesen Beitrag melden

      Ausnahmen bestätigen die Regel

      Genial: Sicherlich lässt sich die Erde oder zumindest hoffentlich deren Bewohner bald auch gegen CO2 impfen?

    • Olie am 29.09.2016 06:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Erwin Sulzer

      Gute Idee! Wir brauchen keine Forschung und Medizin mehr, unsere Erkenntnisse werden zukünftig in Hollywood gemacht. Funktioniert in allen Lebenslagen. Wer brauch heute noch Fakten, wenn es Kino gibt.

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  • Lorenzo Von Matterhorn am 26.09.2016 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter forschen in die Richtung!!

    Das wäre natürlich Gut wenn es einen nützlichen Impfung gäbe die dann auch ''hält was sie verspricht''. Ich würde mich dann auch Impfen lassen. Die Pharma hätten dann eine Gelddruckmaschine... die Kondom Industrie (Durex, Billy Boy, etc) sind dann die armen!

    • Normalbürger am 26.09.2016 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lorenzo Von Matterhorn

      Kondome schützen nicht nur vor HIV meines Wissens nach...

    • Besser Wisser am 26.09.2016 22:40 Report Diesen Beitrag melden

      Wasn Käse

      Kondome schützen auch gegen andere etliche gefährliche Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Warzen, ungewollte Schwangerschaften etc.

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  • marko 31 am 26.09.2016 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HIV Impfung

    Ich würde die Impfung sofort nehmen