Herpes Zoster

09. Juni 2011 16:41; Akt: 09.06.2011 17:20 Print

Erhöhtes MS-Risiko wegen Gürtelrose?

Nach Ausbruch einer Gürtelrose erhöht sich das Risiko, an einer Multiplen Sklerose zu erkranken, um das Vierfache. Zu diesem Schluss kam eine taiwanesische Studie.

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Offenbar besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Herpes Zoster (Gürtelrose) und Multipler Sklerose. Zu diesem Schluss kamen taiwanesische Forscher nach einer aufwendigen medizinischen Analyse. Für die Studie stellten Herng-Ching Lin und sein Team von der Taipei Medical University in Taiwan Informationen von über 315 550 Herpes-Zoster-Patienten einer Kontrollgruppe von 946 650 Personen gegenüber. Letztere wurden per Zufall ausgewählt - keiner dieser Probanden war zuvor an Herpes Zoster oder einem anderen Virenleiden erkrankt.

Die Forscher interessierte, wie viele der insgesamt über eine Million Menschen innerhalb von einem Jahr nach dem Ausbruch einer Gürtelrose an MS erkrankten. Herng-Cing Lin und seine Kollegen fanden heraus, dass Herpes-Zoster-Patienten ein zu 3,96 Mal grösseres Risiko aufwiesen, an einer Multiplen Sklerose zu erkranken. Zwischen dem Auftreten von Herpes Zoster und den Initialsymptomen der MS vergingen durchschnittlich 100 Tage, wie der im Journal of Infectious Diseases veröffentlichten Studie zu entnehmen ist.

Gleichzeitig betonten die Autoren der Studie laut ScienceDaily, dass Multiple Sklerose in Asien im Vergleich zu westlichen Nationen deutlich seltener auftritt. Dennoch erhofft man sich durch die Studie der Taiwaner, mehr über die immer noch ungeklärte Ursache der Autoimmunerkrankung in Erfahrung zu bringen. «Die Resultate der Studie können uns dabei helfen, mehr über den Zusammenhang zwischen Viruserkrankungen und einem erhöhten MS-Risiko bei Menschen mit entsprechender genetischer Disposition herauszufinden», kommentierten die Mediziner Teresa Corona und José Flores vom National Institute of Neurology and Neurosurgery in Mexiko die Erkenntnisse ihrer taiwanesischen Kollegen.

(rre)