Zurück in Europa

24. März 2017 07:28; Akt: 17.05.2018 19:28 Print

Erster Masern-Toter in der Schweiz seit Jahren

In der Schweiz ist ein junger Erwachsener an Masern gestorben. Es ist der erste Fall seit 2009. Die Krankheit breitet sich in Europa wieder aus.

storybild

Eine Maserninfektion ist nicht immer harmlos – auch bei Kindern nicht. Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Obwohl er gegen Masern geimpft war, musste ein Mann auf die Intensivstation eingeliefert werden. Dort starb er an Lungenversagen. «Ein ganz tragischer Fall, wie er in der Schweiz bis jetzt zum Glück nur selten vorkommt», sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Der letzte Masern-Todesfall geschah im Jahr 2009. Damals starb in Genf ein zwölfjähriges Mädchen.

Zum Fall erhält man vom BAG nur wenige Informationen: Es handle sich um einen jungen Erwachsenen. Er ist im Februar verstorben. Weil er an Leukämie litt und sein Immunsystem durch die Therapie stark unterdrückt wurde, schützte ihn die Masernimpfung nicht. «Wo er sich angesteckt hat, wissen wir nicht», sagt Koch. «Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, dass wir das Masernvirus auch in der Schweiz eliminieren.»

Appenzeller besonders impfmüde

Bei den jungen Erwachsenen ist der Anteil der Geimpften zwischen 2012 und 2015 um 10 Prozent auf 87 Prozent angestiegen. «Das ist besonders erfreulich, da diese Gruppe sehr schwer erreichbar ist für Impfkampagnen», sagt Koch.

Im als impfmüde bekannten Kanton Appenzell Innerrhoden stieg die Rate bei zweijährigen Kindern zwischen 2008 und 2014 von 50 auf 84 Prozent. Für die von der Weltgesundheitsorganisation WHO angestrebte Ausrottung der Krankheit müssten allerdings 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. In Europa haben laut der europäischen Seuchenbehörde ECDC 24 von 53 Ländern dieses Ziel erreicht. Am weitesten davon entfernt sind insbesondere die Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Polen, Rumänien – und die Schweiz.

(Übernommen von «Tages-Anzeiger», bearbeitet durch 20 Minuten)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mc. Trödel am 24.03.2017 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Impfgegner

    Es ärgert mich, dass es viele Menschen immer noch nicht begriffen haben, dass nur eine konsequente Impfung (egal, gegen welche Kinderkrankheiten), diese Geissel der Menschheit ausgerottet werden kann. Impfgegner scheinen, oder wollen das nicht kapieren und bringen jedes noch so einfältige Gegenargument ins Spiel. So werden diese Krankheiten niemals ausgerottet. Kann nur den Kopf schütteln.

    einklappen einklappen
  • Pia am 24.03.2017 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht machbar

    Leider entspricht der Titel nicht den Tatsachen. Da der Mann bereits von der Leukämie geschwächt war, erkrankte er tödlich an Masern. Ich bin kein Imfgegner. Aber wie handhaben? Zwingen? Und was ist mit den Neuzuzügern, Flüchtlingen? Alle kontrolliert und geimpft?

    einklappen einklappen
  • M. Ove am 24.03.2017 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich.

    Danke liebe Impfgegner ihr habt erst möglich gemacht.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea Mordasini am 28.03.2017 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Masern ist nicht zu spassen!

    Unsere beiden Kinder haben wir überzeugt nach Impfplan impfen lassen, weil wir sie vor schweren Krankheiten und schweren Nachfolgeerkrankungen wie zB bei Masern schützen wollen. Die Impfungen, den Piekser, erachten wir als das kleinere Übel als das Durchmachen einer dieser schweren Krankheiten inkl. Schmerzen, Antibiotika, Spitalaufenthalt und gar Schlimmeres. Bis auf etwas Müdigkeit und einmal keicht erhöhter Temperatur haben die Kinder nie gross reagiert. Schützen wollen wir aber auch (noch) ungeimpfte Mitmenschen bzw solche, die sich aus bestimmten Gründen nicht impfen lassen dürfen.

  • Secret am 25.03.2017 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache, Panikmache, Panikmache

    Wie war das noch 2009? Alle haben sich gefragt, was mit der Vogelgrippe passiert ist? Da mussten wir die Schweine Fragen. Und wo ist jetzt H1N1? War nicht so schlimm. Mir gehts gut. Esse viel Knobli und Zwiebeln und trinke im Winter Schnaps. War nie krank. Beste Antibiotika.

  • Roman am 24.03.2017 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Antworten rund um das Impfen liefert

    das Robert Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut zu den 20 häufigsten Einwänden gegen das Impfen. Stand: 22.4.2016 (Erstveröffentlichung: 2007) Man lese selbst!

  • Fraz am 24.03.2017 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht ohne!

    Ich und auch meine Schwestern hatten Röteln, Masern, Mumps, Scharlach(!), Wilde Blatern. Das wir überhaupt noch leben, ein Wunder. Halleluja!

  • Stefan Iten am 24.03.2017 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst uns unsere Freiheit

    Eine sogenannte Kinderkranheit wie z.B. Windpocken, Masern etc. zeigt sich durch bestimmte Symptome (Hautausschlag, Fieber etc.) welche eine Entlastungsfunktion haben um den Körper wieder gesund zu machen. Wenn nun durch eine Impfung diese Fähigkeit unterdrückt wird, heisst das noch lange nicht, dass der Mensch dann gesünder ist als ohne Impfung! Es wäre so als wenn jemand die Oelwarnlampe aus dem Auto schraubt und dann meint er erleide keinen Ölschaden....