Tipps vom Experten

22. Oktober 2019 13:22; Akt: 22.10.2019 13:22 Print

«Es gibt einfache Wege aus dem Herbstblues»

von Fee Riebeling - Wenn die Tage kürzer werden, fallen viele Menschen in ein Tief. Wie man dem entkommt, verrät Schlafforscher Björn Rasch.

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Wer angesichts des Herbstes Trübsal bläst, ist damit nicht allein. Denn der menschliche Körper braucht Tageslicht, um zu funktionieren. Und das fehlt in der dunklen – und kalten – Jahreszeit mit den kurzen Tagen. «Das kann zu erhöhter Müdigkeit und längerem Schlaf führen», sagt Björn Rasch, Schlafforscher von der Universität Freiburg. Aufgrund der längeren Dunkelphase würden wir eigentlich länger schlafen als im Sommer. Doch den meisten Menschen kommt das Weckerklingeln dazwischen. Das Resultat? «Es fällt uns schwerer, aufzustehen. Dieses Gefühl prägt dann die Stimmung am Tag. Man fühlt sich weniger konzentriert, selbst wenn man objektiv gar nicht weniger konzentriert ist. Das führt zu Unmut», so Björn Rasch. Abhilfe schaffen können sogenannte Tageslichtsimulationslampen. «Sie können die zirkadiane Rhythmik – den Schlaf-Wach-Rhythmus – verzögern oder nach vorne schieben. Studien zeigen, dass sie etwa das Melatoninlevel positiv beeinflussen», erklärt Rasch. Die Frage sei aber, wie angenehm man solche Lampen empfinde, so der Experte. Denn um die gewünschte Ergebnisse zu bringen, müssen sie ziemlich hell sein. Er empfiehlt, die Lampen vor dem Kauf auszuprobieren. «Sofern das möglich ist. Eine Woche etwa.» Tatsächlich ist das Modell von Dyson mit bis zu 2000 Lumen zwei bis dreimal so hell wie eine normale Tischlampe. Doch eine spezielle Technologie soll der Augenermüdung und -reizung vorbeugen, so Marc Spielmanns, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums Zürcher Oberland, der für Dyson als Experte spricht: ... «Der Nachtmodus, der dem Licht abends den Blauanteil entzieht, kann einen positiven Effekt auf den Schlafhormon-Haushalt und die Augenermüdung haben. Der Aufwachmodus macht das Gegenteil: Das Licht wird morgens langsam heller und kühler.» Doch es gibt auch kostenlose Möglichkeiten, sich mit dem Herbst gutzustellen. Laut Björn Rasch könnte schon eine Änderung der Einstellung helfen: «Denn wenn man die ganze Zeit miesgelaunt auf die Dunkelheit und das Wetter schaut, ist es nicht verwunderlich, dass man schlechte Laune entwickelt. Weiter sollte man trotz des vielleicht nicht ganz so guten Wetters darauf achten, rauszugehen und Spaziergänge zu machen. Zum Beispiel in der Mittagspause oder am Wochenende. Laut Björn Rasch können sich die Menschen in der Schweiz glücklich schätzen: «Dank der Berge können wir immer die Sonne finden.»

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Wer zu den klassischen Uhrzeiten aus dem Haus zur Schule, Uni oder Arbeit geht, erlebt die Welt draussen zurzeit in tiefer Dunkelheit. Bei manchen Menschen kann das auf die Stimmung schlagen. Bei den meisten sorgt es zumindest für grosse Müdigkeit.

Umfrage
Haben Sie den Herbstblues?

Herr Rasch*, warum bringt uns wenig Licht durcheinander?
Unsere innere Uhr wird sehr stark vom Tageslicht beeinflusst. Ich sage bewusst Tageslicht, weil es auch an bewölkten Tagen sehr stark wirkt. Wenn die Tage kürzer werden, bekommen wir weniger davon ab. Das kann zu erhöhter Müdigkeit und längerem Schlaf führen.

Haben wir nur das Gefühl, zu wenig zu schlafen, oder schlafen wir wirklich zu wenig?
Wenn wir könnten, würden wir länger schlafen als im Sommer. Das kommt durch die längere Dunkelphase.

Was macht das mit uns?
Wir müssen uns stärker wecken. Es fällt uns schwerer, aufzustehen. Dieses Gefühl prägt dann die Stimmung am Tag. Man fühlt sich weniger konzentriert, selbst wenn man objektiv gar nicht weniger konzentriert ist. Das führt zu Unmut.

Wie kann man dem begegnen?
Trotz des vielleicht nicht ganz so guten Wetters sollte man darauf achten, rauszugehen und Spaziergänge zu machen. Zum Beispiel in der Mittagspause oder am Wochenende. Am besten aber am Vormittag, dann fühlt man sich hinterher wacher.

Was bewirkt künstliches Licht in Innenräumen?
Auch das beeinflusst uns, aber viel weniger als das Tageslicht. Die Komposition des Sonnenlichts ist anders.

Wie sieht es mit Tageslichtsimulationslampen aus?
Sie können die zirkadiane Rhythmik – den Schlaf-Wach-Rhythmus – verzögern oder nach vorne schieben. Studien zeigen, dass sie etwa den Melatoninspiegel positiv beeinflussen. Melatonin ist das Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers steuert.

Die Frage ist aber, wie angenehm man solche Lampen empfindet. Denn um die gewünschte Ergebnisse zu bringen, müssen sie ziemlich hell sein. Für manche Menschen ist das schon zu viel. Dann macht die Lampe zwar wach, reizt aber die Augen. Das sollte man ausprobieren. Sofern das möglich ist, sollte man solche Lampen vor dem Kauf testen. Eine Woche etwa.

Was gäbe es sonst noch für Mittel, um dem Herbstblues zu entkommen?
Man kann versuchen, seine Einstellung zu ändern und der dunklen Zeit etwas abzugewinnen. Denn sind wir mal ehrlich,
wenn man die ganze Zeit mies gelaunt auf die Dunkelheit und das Wetter schaut, dann ist es nicht verwunderlich, dass man schlechte Laune und Müdigkeit entwickelt. Und wir in der Schweiz haben Glück: Dank der Berge können wir immer Sonne finden.

Gratis-Schlaftipps für die, die versuchen, den Herbstblues mithilfe von ausreichend Schlaf zu bekämpfen. (Video: iStock/Wibbitz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lone Wolf am 22.10.2019 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    ich liebe es

    man kann raus in die Natur ist fast ganz für sich.

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  • Zoe Hüppi am 22.10.2019 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Auf und davon

    Es gibt so viele tolle Länder mit viel Sonne und Wärme. Für mich die beste Lösung für die kalte Jahreszeit.

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  • Nicole am 22.10.2019 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Ich mache es mir 3 mal täglich selbst. Alles super ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lilac am 23.10.2019 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Probleme mit dem Wetter

    Das Beste ist ein Hund. Da muss man raus und hat keine Zeit zum Überlegen ob es einem gefällt oder nicht. Die frische Luft tut gut und man ist wieder wach.

  • Werbefachmann am 23.10.2019 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Paid Post von Dyson?

    Bitte entsprechend markieren

  • MadChengi am 23.10.2019 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Mal scharf nachdenken

    Es soll Kinder geben, die kommen Juni, Juli oder August auf die Welt...

    • Klapperstorch am 23.10.2019 10:45 Report Diesen Beitrag melden

      @MadChengi

      die im Juni geborenen könnten aber noch dem Sommerloch stammen (Hihihi) Herbstanfang (ob mit oder ohne Blues) ist / war schliesslich immer erst am 23.September

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  • Flo Walzer am 23.10.2019 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    wer (im Herbst den) Blues nicht mag

    höre Jazz , tanze Cha-Cha-Cha, Merengue, Lambada oder Tango (o;

    • MadChengi Chilling in da Heabst am 23.10.2019 10:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Flo Walzer

      Zum Glück sind wir nicht Nachbarn!!

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  • Max Rüebli am 23.10.2019 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Der Föhn machts :-)

    Fahrt nach Uri, ins Rheintal oder Glarus...dort weht der Föhn im Herbst und Winter bis 25 Grad und du kannst wieder Sommergefühle auftanken :-)