Fiese Krankheiten

22. Juli 2015 23:10; Akt: 26.07.2019 11:39 Print

Ferien-Souvenirs, die wirklich keiner haben will

von Fee Riebeling - Aus den Ferien brachte eine Touristin einen Scheidenpilz nach Hause. Keine Seltenheit, denn in fernen Ländern lauern viele exotische Krankheiten.

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Nicht alle Ferienandenken sind gewollt. So bringen einige Touristen auch unschöne Krankheiten mit nach Hause. Wohl das häufigste Feriensouvenir sind . Dazu zählen: Amöbiasis, Ascariasis, Cholera, Cryptosporidiose, Cyclosporiasis, Diphyllobothriasis, Enterobiasis, Giardiasis, Hakenwurmkrankheit, Norovirus-Erkrankung, Reisediarrhoe, Shigellen-Ruhr, Strongyloidiasis, Taeniasis. In Ostasien, im tropischen Afrika und in Mittel- sowie Südamerika kann man sich beim Essen von Krabben und Krebsen einfangen. Diese wandern aus dem Darm in die Lunge, wo sie 10 bis 20 Jahre überleben können. Jedes Jahr erkranken Millionen Menschen an , auch Orientbeule genannt. Auslöser ist der Einzeller Leishmania tropica, der im Mittelmeerraum, Afrika, Asien und den USA vorkommt. Sandfliegen übertragen ihn auf den Menschen, wo er ein chronisches Hautgeschwür verursacht. In den Tropen kann man sich den Strongyloides stercoralis einfangen. Dieser bohrt sich durch die Haut des Menschen und wandert über die Lunge bis zum Dünndarm. Erste Symptome sind Reizhusten und leichtes Fieber. Erreicht der Wurm jedoch das Gehirn, kann die Infektion tödlich verlaufen. Ebenfalls in den Tropen weit verbreitet ist die sexuell übertragbare Erkrankung , auch weicher Schanker genannt. Die Erreger verursachen eitrige Geschwüre im Genitalbereich. Die Diagnose erfolgt durch den Erregernachweis aus Material der Geschwüre. In schlecht gewarteten Schwimmbädern vermehren sich die Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa besonders gut. Kommt man mit ihnen in Berührung ist juckender Hautausschlag mit Bläschenbildung die Folge (). Weitere Symptome können Mittelohrentzündung sowie Übelkeit und Erbrechen sein. In China, Amerika, Asien, Afrika und im Pazifik kann man auf den Fadenwurm Wuchereria bancrofti treffen, der es sich in den Lymphgefässen gemütlich macht. Bei starkem Befall kommt es zu enormen Verdickungen der betroffenen Körperteile. Man spricht dann von . Im tropischen Afrika können Bremsen den bekannt. Hat man sich angesteckt, helfen Wurmgifte oder ein chirurgischer Eingriff. In Zentral- und Westafrika übertragen Nagetiere das auf Affen, aber auch auf Menschen. Die Inkubationszeit schwankt zwischen 7 und 17 Tagen. Das Virus löst eine milde Pocken-ähnliche Erkrankung aus, die allerdings auch tödlich verlaufen kann. Wo sich die ausbreitet, bilden sich Gifte, die sich in Schalentieren anreichern. Der Verzehr kann zu Lähmungserscheinungen, Magendarm-Krämpfen und Durchfall führen. Wer sich auf einer Südamerikareise entschliesst, im Amazonas baden zu gehen, sollte sich vor dem sogenannten in Acht nehmen. Denn der wird von Wasserströmungen angezogen - auch von solchen, die ein Mensch beim Urinieren im Wasser verursacht. Dann schwimmt er in die Harnröhre und muss operativ entfernt werden. Im Süden der USA, Südamerika und Trinidad kommt es immer wieder zu Ausbrüchen der. Das dafür verantwortliche Virus wird von Mücken übertragen und kann zu Hirn- und Hirnhautentzündungen führen. ist eine Viruserkrankung der Leber, die meist ohne ernsthafte Komplikationen spontan ausheilt. Sie wird durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen und tritt meist nach einem Aufenthalt in Risikogebieten auf. Den besten Schutz bietet eine entsprechende Impfung. Auch verläuft nur selten chronisch. Mit etwa 350 Millionen Menschen, in deren Blut das Virus nachweisbar, ist die Leberentzündung weltweit eine der häufigsten Virusinfektionen. Sie kann bei Bluttransfusionen und beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Auch hier schützt eine Impfung. Im Gegensatz dazu verläuft eine meist chronisch. Sie kann zu schweren Leberschädigungen wie der Leberzirrhose und dem Leberzellkarzinom führen. Je nach Typ hilft eine Therapie. Eine Impfung dagegen ist bisher nicht möglich. Zu den chronischen Hepatitis-C-Patienten gehört auch Pamela Anderson. wird von einigen Stechmücken-Arten übertragen und äussert sich durch Fieber, begleitet von Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Schweissausbrüchen. Die gefährlichste Form der Malaria, die Malaria tropica, kann schnell zu lebensbedrohlichen Zuständen mit Koma, Nierenversagen und Schock führen. Über verunreinigte Nahrung und Trinkwasser können Typhusbakterien aufgenommen werden. Typische Anzeichen für sind hohes Fieber, Kopfschmerzen, Verstopfung sowie Durchfälle. Kann tödlich verlaufen. Weitere Komplikationen sind Hirnhaut-Lungen- Herz- und Knochen-Entzündungen. In tropischen und subtropischen Gebieten Südamerikas und Afrikas kann man sich mit infizieren. Dieses wird von Stechmücken übertragen und beginnt plötzlich mit hohem Fieber. Oft heilt die Krankheit danach aus. Sie kann aber auch tödlich verlaufen. In tropischen und subtropischen Ländern sollte man sich von freilaufenden Hunden fernhalten, weil sie übertragen können. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Biss- und Kratzverletzungen oder wenn Hundespeichel auf menschliche Schleimhäute gelangt. Eine Behandlung ist nur vor dem Auftreten erster Symptome möglich. Akut und hoch ansteckend ist . Die Atemwegserkrankung wird durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae ausgelöst und ist von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen übertragbar. Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Heilungschancen gut, erfolgt sie zu spät kann Diphterie tödlich enden. So gut wie auf der ganzen Welt laufen vor allem Kinder Gefahr, sich mit zu infizieren. Diese Erkrankung wird durch Madenwürmer hervorgerufen und äussert sich durch ausgeprägten Juckreiz der Analregion und Scheidenentzündungen bei Mädchen. Die in Afrika lebende Tsetse-Fliege kann die übertragen. Im ersten Krankheitsstadium kommt es Fieberschübem und Kopf- sowie Gliederschmerzen, im zweiten Stadium zu Krämpfen, Koordinationsstörungen und Persönlichkeitsveränderungen. Der Verlauf ist unbehandelt tödlich. Wer in den Tropen und Subtropen verunreinigtes Wasser trinkt oder rohe Lebensmittel konsumiert, kann an erkranken. Diese äussert sich in blutigem und schleimigem Durchfall, Magenschmerzen und Fieber sowie Bauchkrämpfen. Wird sie nicht behandelt, ist der Verlauf tödlich. In der gleichen Region lauert auch das , geht mit Blutungen einher und kann tödlich verlaufen. Die kommt zwar auch in unseren Breitengraden vor, doch vor allem die tropischen Arten stechen Menschen. Dabei setzt sie ihre Eier unter die Haut, die dort zu Maden reifen. Nach einigen Monaten gelangen diese durch die Dasselbeule unter der Haut ins Freie Bei der handelt es sich um eine durch Bakterien ausgelöste, sehr heftig verlaufende Infektion der Unterhaut. Die Ansteckung geschieht über kleinste Hautverletzungen. Weder in den Ferien noch zu Hause möchte man von gestochen werden. Denn ihr Speichel ruft bei den meisten Menschen einen sehr starken Juckreiz hervor. Wegen örtlich betäubender Wirkstoffe im Speichel wird der Stich nicht sofort bemerkt. Der wird über ungefiltertes Trinkwasser aufgenommen und löst die Krankheit Dracontiasis aus. Seine Larven gelangen über den Dünndarm bis in die Bauch- und Brustmuskulatur und schliesslich zu den Extremitäten, wo sie Geschwüre bilden. Kommen diese mit Wasser in Berührung, platzt die Haut auf.

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Schmuck, Kleider oder kleine Kunstwerke – das sind klassische Mitbringsel aus den Ferien. Doch es gibt auch solche, die man weder aufgabeln noch weitergeben möchte: nämlich Krankheiten, die nicht im Entferntesten mit den hierzulande vorkommenden vergleichbar sind.

Vor welchen Sie sich am meisten schützen müssen, sehen Sie in der Bildstrecke (siehe oben).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thailand-Kenner am 22.07.2015 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    ist das denn die neuste ...

    Art Werbekampagne von SchweizTourismus ?? Am Besten bleibt ihr doch alle zuhause in euren vier Wänden und "zieht" die Reise-Abenteuer nur noch virtuell rein.

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  • Erik am 23.07.2015 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medien Panikmache

    Ich reise seit vielen Jahren durch Asien, Afrika, etc... Mit etwas Vorbereitung, ein wenig Wissen (med), und etwas Common Sense ist das definitiv nicht bedenklich ... Eklige Krankheitsbilder gibt's auch in der Schweiz... Üble kleine Viecher wie z.b. Zecken auch bei uns... Also was soll die ganze Panikmache

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  • CHer am 22.07.2015 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Horrortrost

    Lustig, wie stets zur Ferienzeit diese Horrormeldungen in den Medien publiziert werden. Und im Fernsehen laufen vermehrt Filme über Flugzeugkatastrophen. Ist das wirklich eine sinnvolle Art, die Zuhausegebliebenen zu trösten?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Achtung am 23.07.2015 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Zeckengebiet Uetliberg Zürich

    Zecken in der Schweiz: 1. Zeckenimpfung (FSME, Virus) obligatorisch für alle sowie Tetanus-Diphterie (Starrkrampf, Dipht.). 2. Habe im Wald Uetliberg Zürich seit Frühjahr schon das 6.Mal eine Zecke geholt. Einmal krabbelte eine noch nach 2 Tagen bei mir zu Hause von Kleidern übertragen auf meiner Haut. 5 x Wunden obwohl mit Pinzetten raus, Desinfektion und Antibiotika-Akne-Flüssig Behandlung.

  • asdf am 23.07.2015 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Larva migrans

    Larva migrans ist auch toll. Larven die in den Füssen umherwandern und rote Linien hinterlassen. Die Ärztin meinte nur: Ist doch cool Sowas hat aus deiner Familie bestimmt noch niemand gehabt!

  • Ich am 23.07.2015 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    heba

    Hepatitis c ist heute heilbar mit der richtigen terapie. teuer aber nach 30jahren mit dieser Krankheit bin ich heute befreit davon und wieder gesund.

  • Finger Ale am 23.07.2015 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wichtig:

    ... bei der Diagnose einer "Ferienaufgelesenen" Krankheit, Parasiten sowieso ist ein Kreuz auf dem Rechnungsbogen des Arztes zu machen bei der Position: Der Patient bezahlt bar und umgehend die Behandlung sowie die Medikamente.

  • Hypochonder am 23.07.2015 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Tollwut impfen

    Bei Tollwut wäre noch zu erwähnen, dass sie in 100% der unbehandelten Fälle tödlich ist!