Mini-U-Boot

05. März 2011 18:51; Akt: 05.03.2011 19:04 Print

Feuer frei auf Krebs

Es ist winzig, mit einer Laser-Kanone ausgerüstet und soll in der Blutbahn patrouillieren. Bei Bedarf kann es dereinst das Feuer auf Krebs-Zellen eröffnen.

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Nautilos - momentan erst als Computer-Simulation. (Grafik: Ars Electronica Futurelab)

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Im Ars Electronica Center in Linz ist derzeit das «Projekt Nautilos» zu sehen. Die Nautilos ist ein Mini-U-Boot, das dereinst zur Krebstherapie in die menschliche Blutbahn eingesetzt werden soll.

Christian Karnutsch von der Fakultät Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule Karlsruhe hat das Mini-U-Boot entwickelt. «Insbesondere der Verkleinerung kommt hierbei eine enorme Bedeutung zu, denn die Grösse eines Systems bestimmt massgeblich das mögliche Anwendungsgebiet», sagt Karnutsch.

Das Mini-U-Boot Nautilos soll mit optischen Methoden nahezu permanent das Blut seines Trägers untersuchen. Mit einem Laser an Bord soll es Viren oder Krebszellen unschädlich machen. «Etliche Elemente für Nautilos, wie etwa Antrieb oder Navigationssystem, stehen uns prinzipiell bereits Dank der Mikrosystemtechnik zur Verfügung», sagt der Forscher.

Krebsbekämpfung vor Ort

Noch ist die Nautilos Zukunftsmusik. Aber: «Die heutigen Voraussetzungen lassen darauf hoffen, dass wir in etwa 20 bis 25 Jahren das erste einsatzfähige Mini-U-Boot zur Krebsbekämpfung in der menschlichen Blutbahn herstellen können.» Erforscht und entwickelt wird Nautilos am neuen Institut für Optofluidik und integrierte Nanophotonik an der Hochschule Karlsruhe.

«Anlässlich des neuen Robolabs stellten wir uns die Frage, wie schaut es künftig mit der Verschmelzung von Natur und Technik aus», erklärt Christopher Ruckerbauer, Pressesprecher des Ars Electronica Center. Bei ihren Recherchen sind die Initiatoren der Ausstellung auf die visionäre Arbeit von Professor Karnutsch gestossen.

Nautilos wird im Bereich «Robotinity» ausgestellt. In diesem Sektor thematisiert das Ars Electonica Center die Annäherung und Verschmelzung von Mensch und Roboter. In der Medizin führten solche Errungenschaften in der Verbindung von Mensch und Computer zu neuer Lebensqualität, sagt Ruckerbauer.

(pte)