Kindersterblichkeit

11. Mai 2012 16:37; Akt: 11.05.2012 16:48 Print

Fünf Millionen Kinder könnten gerettet werden

Jährlich sterben weltweit 7,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Zwei Drittel von ihnen an vermeidbaren Infektionskrankheiten wie Masern oder Durchfall. Jetzt schlägt die UNO Alarm.

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Eine Mutter pflegt ihr krankes Kind in einem Spital in Kabul. In Afghanistan ist die Kindersterblichkeit im Sinken begriffen, während die Lebenserwartung der Frauen steigt, seit mehr Menschen Zugang zum Gesundheitswesen haben.

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Vermeidbare Infektionskrankheiten wie Masern, Lungenentzündung oder Durchfall verursachten im Jahr 2010 fast zwei Drittel aller Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren. Dies berichtete ein internationales Medizinerteam am Freitag im Fachblatt «The Lancet».

Obwohl die Kindersterblichkeit seit 2000 weltweit um 26 Prozent zurückgegangen sei, starben immer noch 7,6 Millionen Kinder dieser Altersgruppe, schrieben die Wissenschaftler.

Angesichts der Zahlen würden viele Länder das Milleniumziel vier der Vereinten Nationen voraussichtlich nicht erreichen. Nach der im Jahr 2000 formulierten Vorgabe soll die Sterblichkeit bei Kindern unter fünf zwischen 1990 und 2015 um zwei Drittel gesenkt werden.

Li Liu und ihre Mitarbeiter von der Child Health Epidemiology Reference Group der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Unicef hatten Daten aus insgesamt 193 Ländern zur Kindersterblichkeit ausgewertet. Mehr als drei Millionen Kinder starben demnach schon im ersten Monat nach der Geburt.

Frühgeborene sterben am häufigsten

Komplikationen bei Frühgeburten forderten die meisten Opfer. Bei älteren Kindern waren es Lungenentzündungen, gefolgt von Durchfallerkrankungen und Malaria. Die Hälfte der Todesfälle ereignete sich in Afrika, wovon wiederum 73 Prozent auf vermeidbare Infektionskrankheiten zurückzuführen waren. In Südostasien waren Komplikationen während des ersten Lebensmonats die Hauptursache der Kindersterblichkeit.

Im vergangenen Jahrzehnt habe es bei der Bekämpfung einiger Infektionskrankheiten - vor allem Lungenentzündungen, Masern und Durchfall - Fortschritte gegeben, woraufhin die Zahl der Todesfälle um zwei Millionen zurückgegangen sei.

Dies reiche jedoch in vielen Ländern und bei vielen Krankheiten nicht aus, um das Milleniumziel vier zu erreichen, schreiben die Wissenschaftler. In Afrika beispielsweise seien lediglich die Fälle von Tetanus, Aids, Masern und Malaria jährlich stark genug gesunken, um das vereinbarte Ziel noch zu erreichen.

«Das Erreichen des Milleniumziels vier ist nur dann möglich, wenn in den nächsten Jahren lebensrettende Interventionen für die Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kleinkindern heraufgefahren werden. Dies gilt vor allem in den besonders stark betroffenen Regionen und Ländern und bei den wichtigsten Erkrankungen», wird Hauptautor Robert Black von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore (US-Staat Maryland), in einer Mitteilung zur Studie zitiert.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marcella62 am 13.05.2012 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das eine tun...

    ... und das andere nicht lassen, geburtenkontrolle dank besserer bildung und zugänglichkeit für alle zu passenden verhütungsmitteln einerseits. aber auch das elend der bereits geborenen kinder lindern andererseits. wenn jeder dieser mittel bis supervermögenden auf dieser erde mit einer obligatorischen "wohltätigkeitssteuer" belegt würde könnte man schon sehr viel erreichen...

  • alexa am 11.05.2012 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neee

    Echt schade...

  • Beni M. am 13.05.2012 05:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was?!?

    Ja genau eure kinder habens verdient zu leben aber die in afrika nicht oder wie? Sorry aber das is keine ausrede!! Diese aussagen sind kalt und egoistisch!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • marcella62 am 13.05.2012 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das eine tun...

    ... und das andere nicht lassen, geburtenkontrolle dank besserer bildung und zugänglichkeit für alle zu passenden verhütungsmitteln einerseits. aber auch das elend der bereits geborenen kinder lindern andererseits. wenn jeder dieser mittel bis supervermögenden auf dieser erde mit einer obligatorischen "wohltätigkeitssteuer" belegt würde könnte man schon sehr viel erreichen...

  • Mami Nicole am 13.05.2012 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder!

    die Natur macht das schon. schön. habt ihr schon mal ein kind verloren? Nein,nehme ich mal an. das wirklich schlimmste und fürchterlichste was Eltern passieren kann! in Afrika sind die Eltern genau so traurig wie hier. man kann sich nicht daran gewöhnen. froh sein sollen wir darüber?! euch hat der Wohlstand wohl das Gehirn geschädigt. geburtenkontrolle ist das eine, da Stimme ich zu, aber wir müssen alles daran setzen, dass diese menschlein Überleben dürfen. über solche Kommentare bin ich entsetzt! ich hab ein kind verloren, ich weiss was Trauer bedeutet. egal ob hier oder anderswo!

  • Maurizio am 13.05.2012 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dekadenz

    Typische Antworten einer dekadenten Gesellschaft. Mir geht es gut, diese Kinder können ruhig sterben damit ich genug Platz habe. Beschämend!

  • M. B. am 13.05.2012 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher

    Vor dem Zeitalter internationaler Berichterstattung gab es etwa keine Bevölkerung auf anderen Kontinenten?

  • Beni M. am 13.05.2012 05:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was?!?

    Ja genau eure kinder habens verdient zu leben aber die in afrika nicht oder wie? Sorry aber das is keine ausrede!! Diese aussagen sind kalt und egoistisch!!