Übertragung durch Sex

03. Februar 2016 20:53; Akt: 03.02.2016 21:01 Print

Für Rückkehrer aus Zika-Gebiet gilt Kondompflicht

Auf Rückkehrern aus Zika-Risikogebieten lastet zurzeit eine besondere Verantwortung. 20 Minuten zeigt, worauf nun speziell zu achten ist.

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In Süd- und Zentralamerika breitet sich das Zika-Virus derzeit rasant aus. Das Virus kann vor allem für Schwangere gefährlich werden. Es wird vermutet, dass es zu Missbildungen am Schädel beim Embryo führen kann. Im Bild: Die zwei Monate alte Ludmilla Hadassa Dias de Vasconcelos aus Recife, Brasilien. Betroffene Babys werden mit Mikrozephalie (Verringerung des Schädelvolumens) geboren. Im Bild: Ana Beatriz Martin aus Recife. Kopf-Tomogramme eines normal entwickelten Kindes und rechts eines Kindes mit Mikrozephalie. Betroffene Kinder sind häufig geistig behindert und leiden unter neurologischen Störungen, weil das Gehirn unterentwickelt ist. Im Bild: Die drei Monate alte Alice Vitoria Gomes Bezerra aus Recife. In Brasilien hat sich die Zahl der Verdachtsfälle seit Oktober 2015 dramatisch erhöht. Über 4860 Kinder sollen Ende Februar 2016 betroffen sein. Im Bild: Der fünf Monate alte David Henrique Ferreira aus dem Bundesstaat Pernambuco. In schweren Fällen sterben sie kurz nach der Geburt oder noch im Mutterleib. Im Bild: Die zwei Monate alte Rackelly Dias Alves aus Recife. Neben Brasilien sind vor allem Kolumbien, El Salvador, Französisch-Guayana, Guatemala, Haiti, Honduras, Martinique, Mexiko, Panama, Paraguay, Puerto Rico, Surinam und Venezuela betroffen. Im Bild: João Heitor Santana da Paz aus Recife. Die Diagnose Mikrozephalie bedeutet aber nicht zwangsläufig ein Todesurteil. Betroffene können durchaus das Erwachsenenalter erreichen. Im Bild: Der zwei Monate alte Jose Wesley aus Poco Fundo, Pernambuco. In den USA ist Lester «Beetlejuice» Green bekannt. Der kleinwüchsige Entertainer wurde mit Mikrozephalie geboren. Bekannt war auch Schlitzie. In politisch weniger korrekten Zeiten schaffte er es unter anderem mit einer Rolle im Film «Freaks» (1932) und Zirkusauftritten zu einiger Berühmtheit.

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Aus dem US-Bundestaat Texas haben Forscher eine Übertragung des Zika-Virus durch Sex gemeldet. Das Gesundheitsministerium von Dallas teilte mit, dass der Patient «mit dem Virus infiziert wurde, nachdem er sexuellen Kontakt mit einer Person hatte, die aus einem Land zurückkehrte, in dem das Zika-Virus verbreitet ist». 20 Minuten klärt die wichtigsten Fragen zur neu entdeckten Übertragungsart.

Wieviele Fälle sind dokumentiert?
Neben dem aktuellen Fall in Texas ist ein weiterer Fall von 2008 dokumentiert. Damals hatte sich ein Virenforscher der amerikanischen Colorado-State-Universität im Senegal mit dem Zika-Virus angesteckt. Nachdem er wieder zu Hause war, hat er das Virus beim Geschlechtsverkehr an seine Frau weitergegeben, wie er in einem wissenschaftlichen Artikel schrieb. 2013 wurde das Virus zudem im Sperma eines Mannes aus Tahiti isoliert.

Wie sicher ist es, dass die Übertragung sexuell stattfand?
Laut Christoph Hatz vom Swiss Tropical and Public Health Institute (Swiss TPH) in Basel deutet vieles darauf hin, dass die Übertragung beim Sex stattfand. Einen unwiderlegbaren Beweis gibt es allerdings noch nicht.

Wie kann man sich vor einer sexuellen Übertragung schützen?
Neben dem Verzicht auf Geschlechtsverkehr gibt es nur einen Weg, wie Hatz betont: Männer und Frauen, die in einem Risikogebiet waren, müssen vorerst Kondome verwenden, um eine Weiterverbreitung auf sexuellem Weg auszuschliessen. Auch wenn sie keine Symptome einer Zika-Infektion entwickelt haben (siehe Box).

Wie sollen sich Frauen verhalten, die schwanger sind oder es gerne werden möchten und deren Partner eine Zika-Infektion hatte?
Das Expertenkomitee für Reisemedizin rät Frauen, deren Partner eine Zika-Infektion hatte oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist, zu erwägen, mindestens einen Monat lang ausschliesslich mit Kondomen Sex zu haben und erst danach wieder zu versuchen, schwanger zu werden.

Ist man immun, wenn man einmal eine Zika-Infektion hatte?
Nach allem, was man bisher weiss, besteht nach einer Infektion zumindest ein Teilschutz gegen eine erneute Erkrankung für einige Wochen oder Monate, sagt Hatz. Dies analog zum Dengue-Virus, mit dem das Zika-Virus verwandt ist.

Droht nun eine weltweite Epidemie, nachdem die Gefahr bisher auf Gebiete beschränkt war, in denen die ägyptische Tigermücke (Aedes aegypti) vorkommt?
Nein, die Gefahrenlage hat sich mit der neuen Übertragungsart nicht verändert. Nach wie vor wird das Virus in erster Linie von der ägyptischen Tigermücke übertragen – und das auch nur, wenn die klimatischen Bedingungen für diese Insekten stimmen. Der Mensch alleine kann sicher keine Zika-Epidemie auslösen, so Hatz.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Superman am 03.02.2016 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte

    Bitte macht das wirklich, ich würde euch die Kondome sogar bezahlen...

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  • R. Hess am 03.02.2016 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    immer mit

    Bin grad in Thailand unterwegs. Und auch wenns kein Risikogebiet ist, benutze ich IMMER Kondome!! Schon zu meiner eignen Sicherheit.

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  • Willi am 03.02.2016 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieder USA

    Und wer kontrolliert das ob sie Kondome benutzen? Das ist wieder Panikmache wie mit Ebola! Wann kommen die Spendenaufrufe?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jan am 04.02.2016 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung

    Ich wünsch den Baby's gute Besserung so das sie sehr Schnell wieder Gesund werden es tut mir we wie sie Leiden.

  • Zeitlos am 04.02.2016 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    wirkliche Ursache

    Letztes Jahr wurden im Juli genmanipulierte Mücken von der Firma Oxitec in Brasilien freigelassen, welche das Dengue-Fieber bekämpfen sollten. Nur Monate später waren plötzlich tausende Babys mit Fehlbildungen zur Welt gekommen und das genau in der Region, wo diese Genmücken freigelassen worden sind! Warum wird über diesen eindeutigen Zusammenhang nicht berichtet?

    • Mato am 04.02.2016 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zeitlos

      danke für diese Info, sie bestätigt mein Bauchgefühl und Verstand. Logik war doch kürzlich hier ein Thema. Für mich ist es logisch, denn die Tigermücke wurde erstmals 1986 in Brasiu entdeckt, das Dengue Fieber grasierte, aber die Fehlbildungen sind neu. Sonst müssten alle Indigenen Völker schon längst so aussehen. Das sind so schöne Menschen die Amazonen, wer das auch immer verursacht hat, soll vom Sichelmännli geholt werden.

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  • Matthew am 04.02.2016 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso jetzt kommt das....

    Interessanter Bericht. Die brennendere Frage die sich stellt ist; woher haben die Mücken diesen super Virus? Warum passiert das genau jetzt? Wem spielt diese Situation viel Geld in die Kasse? Ich spreche es aus: die PHARMAINDUSTRIE Es ist wie bei den Antivirusprogramm für den Computer. Die Softwareentwickler entwickeln eine neue Antivirensoftware und die gleichen Leute entwickeln dann auch den Virus/Trojaner.

  • Regenwald am 04.02.2016 05:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es wäre interessant zu wissen

    ob solche Fehlbildungen auch bei den Urstämmen im Amazonas vorkommen oder nur im zivilisierten Brasilien.

  • Lulu am 04.02.2016 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mückenspray

    Mich würde auch interessiere, wie Giftig ist diesen Mückenspray, die da in diesen Länder jetzt so in grosser Masse gespreit wird(auf die Strassen, Wohnungen ect,), an die Menschheit, Tire und vorallem an "Kinder"!