Operationsroboter

01. März 2011 13:23; Akt: 01.03.2011 13:31 Print

Genfer Ärzte schaffen Weltpremiere

Ärzten in Genf ist es gelungen, eine Gallenblase mit Hilfe eines Roboters zu entfernen. Die Methode lässt minimale Einschnitte zu.

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Weltpremiere am Universitätsspital Genf: Erstmals haben Ärzte drei Patienten die Gallenblase mit Hilfe eines Roboters entfernt, dessen Instrumente durch den Bauchnabel in den Körper eingeführt worden waren. Die neue Methode ist schonend und präzis.

Bei der neuen Technik werden drei an den Roboter angeschlossene Instrumente durch einen nur etwa zwei Zentimeter langen Einschnitt im Bauchnabel in den Körper gebracht, wie das Universitätsspital Genf am Dienstag mitteilte: eines für die rechte Hand, eines für die linke Hand und ein drittes, das als Kamera dient.

Vom Operationstisch aus kann der Chirurg dann seine Bewegungen mit höchster Präzision und bei bester Sicht ausführen. Das Team um Philippe Morel, Leiter der Abteilung viszerale Chirurgie am Genfer Unispital, entfernte mit dieser Methode am Montag erstmals drei Patienten ihre Gallenblase.

Erfolgreich verlaufen

Die Operationen seien erfolgreich verlaufen, heisst es in der Mitteilung. Zwei der drei Patienten hätten bereits am Abend aus dem Spital entlassen werden können. Im Verlauf dieser Woche wollen die Ärzte noch weitere derartige Operationen ausführen, um die Zuverlässigkeit des neuen Roboters zu prüfen.

Das Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic hat den Einsatz des von einer US-Firma entwickelten Gerätes Anfang Februar bewilligt. Damit würden weltweit erstmals zwei Techniken für eine Standardbehandlung miteinander verbunden, schreibt das Genfer Unispital: der Roboter und die so genannte Schlüssellochchirurgie durch eine einzige kleine Körperöffnung.

Von der Technik versprechen sich die Genfer Chirurgen diverse Vorteile gegenüber herkömmlichen Operationsmethoden: weniger Komplikationen und Infektionen, weniger Schmerzen, eine raschere Genesung und nicht zuletzt auch ästhetische Aspekte.

(sda)