Überraschender Auslöser

05. November 2018 21:44; Akt: 05.11.2018 21:44 Print

Geschwollene Genitalien geben Ärzten Rätsel auf

Mit deutlich vergrösserten Genitalien suchte ein Mann in China ein Spital auf. Dort wartete eine wahre Odyssee auf ihn, bevor er Hilfe fand.

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Wer der Meinung ist, ein Penis könne nicht gross genug sein, wird durch den Fall eines 41-Jährigen eines Besseren belehrt. Der Chinese suchte sogar ein Spital auf, weil seine Genitalien immer weiter anschwollen. Auf die richtige Fährte brachten die Mediziner jedoch nicht Ultraschall, CT- oder MRT-Aufnahmen, sondern allein die Aussagen des Patienten. Als er erzählte, dass er mit einem Herbizid hantiert hatte, ohne dabei Handschuhe getragen zu haben, und anschliessend auf dem WC war, war die Sache für die Ärzte klar. Das Herbizid war beim Pinkeln offenbar über die Hände auf den Penis übertragen worden und war dort durch die Haut in die Blutbahn gelangt, wo es Blutkörperchen und -plättchen schädigte und die Leberfunktion beeinträchtigte. Da helfe nur Geduld, so das Fazit der Ärzte. Offenbar hatte der Mann im Sexualkundeunterricht nicht gelernt, dass man vor dem Anfassen seines besten Stücks besser die Hände waschen sollte – um genau solche unerwünschten Nebenwirkungen zu vermeiden. Doch das ist nicht das einzig Wichtige, was Kindern heute im Schulunterricht rund um den Penis beigebracht wird. Auf dem Plan steht mitunter auch, dass im männlichen Geschlechtsteil rund 4000 Nerven enden. Das erklärt, warum Vorhaut, Eichel und Vorhautbändchen zu den wichtigsten erogenen Zonen eines Mannes zählen. Apropos Details: Von der Vorhaut über das Vorhautbändchen und den Hodensack bis zum Damm verläuft die Penisnaht (Raphe penis). Dabei handelt es sich um eine Verwachsungsnaht. Bis zur 7. Schwangerschaftswoche sind die Genitalien aller Embryos weiblich. In der 8. Woche beginnt im Körper von Embryos mit männlicher Anlage die Produktion von männlichen Hormonen. Die winzigen Schamlippen schliessen sich und formen sich zur Verwachsungslinie. Obwohl dieser Teil der Entwicklung bei allen Penissen gleich läuft, gibt es zwei Arten Penis: Der Blutpenis ist im schlaffen Zustand klein. Er wächst während der Erektion deutlich. Der Fleischpenis ist auch schlaff schon ziemlich gross und hat dem im erigierten Zustand meist nur wenig hinzuzufügen. Viele Männer haben Komplexe wegen ihres vermeintlich zu kleinen Penis. Dabei ist der Riesenpenis nichts anderes als ein Riesenmythos. So haben 95 Prozent der Männer einen - im Ruhezustand - zwischen 7,5 und 15 Zentimeter langen Penis. Alles über 19 Zentimeter ist als Ausnahme zu betrachten. Nach Schätzungen haben weltweit nur 5000 Männer einen Penis, der erigiert länger als 30 Zentimeter ist. Der längste dokumentierte Penis soll übrigens sage und schreibe 48,3 Zentimeter lang sein und dem Pornostar Long Dong Silver gehören. Allerdings gibt es Behauptungen, die imposante Länge verdanke er einer geschickten Bildmanipulation und einer täuschend echten Prothese. Laut dem amerikanischen Pionier der Sexualforschung, Alfred Kinsey, kann ein Mann übrigens innerhalb von drei Sekunden eine Erektion bekommen. Je nach Alter des Mannes wird sein Penis etwa elfmal pro Tag steif. Zusätzlich bekommt das männliche Geschlecht im Schlaf durchschnittlich fünf weitere Erektionen. Von einer Dauererektion (Priapismus) spricht man, wenn die Erektion länger als zwei Stunden anhält. Doch wünschen sollte man sie sich nicht. Denn die Angelegenheit ist ziemlich schmerzhaft. Priapismus ist immer ein Notfall. Deshalb muss ein Arzt spätestens sechs Stunden nach dem Beginn der Dauererektion die Behandlung einleiten, sonst stirbt Gewebe unwiderruflich ab. Beim Liebesakt mit Nadja Abd El Farrag soll sich Dieter Bohlen einst einen Penisbruch zugezogen haben. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine richtige Fraktur. Vielmehr wird das Einreissen der Penis-Schwellkörper als Penisbruch bezeichnet. Dies kann nur im erigierten Zustand passieren, etwa wenn er beim Sex zu ruckartig abgeknickt wird. Bei einem Penisbruch ist ein knackendes, peitschenartiges Geräusch zu hören. Danach setzt ein heftiger Schmerz ein, der Penis schwillt an und färbt sich blau. Noch bevor der Mann zum Höhepunkt kommt, tritt ein leicht klebriges und farbloses Sekret aus der Penisspitze: der Lusttropfen (Präejakulat), das männliche Pendant zum weiblichen Scheidensekret. Zusammen wirken beide wie ein natürliches Gleitmittel. Der Penis stösst das Ejakulat mit einer Geschwindigkeit von etwa 17 Kilometern pro Stunde aus. Das ist vergleichbar mit dem Tempo von Langstreckenläufern. Bei einzelnen Männern wurden sogar Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde gemessen. Tempo ist wichtig, damit die Spermien mit möglichst viel Druck in die Vagina gelangen. Das steigert die Chancen einer erfolgreichen Befruchtung. Beim Sex ist das Ejakulat durchschnittlich um 20 Prozent umfangreicher, als wenn der Mann selbst Hand anlegt. Laut Forschern produzieren Männer in ihrem Leben rund 50 Liter Sperma. Vorausgesetzt, sie ejakulieren von Jugend bis zum Rentenalter jeden zweiten Tag einmal. Für manche Männer ist nicht nur die Grösse ihres besten Stücks wichtig: Auch stark muss er sein. Den Titel als Mann mit dem stärksten Penis der Welt sicherte sich 1995 ein gewisser Mo Ka Wang aus Hongkong. Er stemmte 120 Kilogramm mit seinem Glied. Möglich war das nur dank jahrelangem Training. Wer sich bisher die Männlichkeit verletzte, hatte das Nachsehen. Doch nun ist es Forschern gelungen, im Labor ein Glied zu züchten, das wie ein normaler Penis funktioniert.

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Ein möglichst grosses Gemächt: Davon träumen viele Männer. Doch einem 41-jährigen Mann aus dem chinesischen Changchun bescherte dieser Umstand vor allem eines – schlaflose Nächte.

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Dies einerseits, weil seine Genitalien immer weiterwuchsen (siehe Bildstrecke), andererseits weil er keine Ahnung hatte, was das Wuchern ausgelöst hatte. Damit war der Mann, der in der Landwirtschaft arbeitet, genauso ratlos wie die Ärzte im von ihm aufgesuchten Spital, das zur Jilin-Universität gehört.

Tagelanges Rätselraten

Ihrem ersten Verdacht – der Mann könnte an einer sogenannten Hydrozele leiden, bei der sich Flüssigkeit in den Hoden ansammelt – widersprach der Ultraschall.

Der anschliessende Bluttest zeigte eine Übersäuerung sowie einen Mangel an Blutplättchen und roten Blutkörperchen auf. Die Werte eines Leberenzyms waren dagegen erhöht. Deshalb verabreichten ihm die Mediziner unter anderem Antibiotika, wie es im Fachjournal «Urology Case Reports» heisst.

Beim Pinkeln ist es passiert

Die Ursache blieb aber weiterhin rätselhaft – bis der Patient erzählte, dass er zuvor den Unkrautvernichter Acetochlor versprüht hatte. So wie jedes Jahr. Dieses Mal allerdings, ohne dabei Handschuhe zu tragen, so der 41-Jährige. Danach habe er etwas Alkohol getrunken und uriniert.

Für die Ärzte ist damit die Sache klar: Das Herbizid war beim Pinkeln offenbar über die Hände auf den Penis übertragen worden und war dort durch die Haut in die Blutbahn gelangt, wo es Blutkörperchen und -plättchen schädigte und die Leberfunktion beeinträchtigte. Für die Ärzte war damit klar, jetzt half nur noch viel Geduld.

Und tatsächlich: Nach rund einem weiteren Monat war der Spuk vorbei.

(fee)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dana Scully am 05.11.2018 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na toll

    Find ich ja immer super, wenn man Gift, welches sowas bewirken kann, auf unser Essen sprüht..

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  • Toni am 05.11.2018 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    Und Unkrautvernichter ist ja soooo gut für den kommerziellen Anbau. Ach ja, jetzt kommen die Befürworter mit "die Menge macht die Gift"!

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  • SP am 05.11.2018 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ei ei ei...

    Was wiedereinmal beweisst, regelmäßiges Händewaschen hilft. Also ich wasch mir meine Hände vor dem Pinkeln, sollte die Möglichkeit gegeben sein. Egal was ich vorher angefasst habe.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred A. am 13.11.2018 01:25 Report Diesen Beitrag melden

    Umsatzsteigerung leicht erklärbar

    Steigt jetzt der Umsatz an dem Herbizid, ist es zumindest nachvollziehbar warum.

  • Tempo Nas Tüechli am 09.11.2018 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Colibakterien

    Nach dem Besuch der Toilette bei einer Raststätte immer danach Händewaschen ist Pflicht.Dann wartet aber noch die Türklinke,und die hat es in sich.

  • Fönzi am 06.11.2018 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krankhafte Vergrösserung

    Habe auch mit 64 Jahren einen rechten vergrössterten rechten Hoden bekommen. Die erste Diagnose vom Urologen sehr freundlich gesagt Hodenkrebs.. Nach OP kam heraus B-Zell- Lymphom. Lymphknotenkrebs sehr agressiv, daher heilbar.... Jetzt mit Chemie auf dem Weg zur Heilung!!

    • Cara am 11.11.2018 02:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fönzi

      Ich wünsche Gute Besserung , mein Mann hatte aggressives T-Zell Lymphom 50 zig. :-( Ich wünsche viel Kraft, Glück und gutes genesen! Alles Gute für die Therapie! Ich wünsche ein schöner Sonntag.

    • Fönzi am 11.11.2018 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fönzi

      mein Cousin 65 hatte genau den selben Krebs und ist jetzt auch geheilt... Herzlichen Dank für Alles und liebe Grüsse!

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  • Darco am 06.11.2018 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Die Odyssee

    des geschwollenen Sackes. Bleibt zu hoffen, dass das benutze Herbizid nicht noch indirekt so wirkt!

  • schorsch am 06.11.2018 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aha

    was hat händewaschen mit sexualkunde zu tun? da sieht man mal wieder was glyphosphat alles anrichtet. das haben wir dan an unserem gemüse. aber ist nicht schädlich. neeeeein.