Treibhausgas

27. Mai 2018 18:11; Akt: 27.05.2018 18:11 Print

Gibt es bald nur noch minderwertigen Reis?

Reis gilt als gesunde Sättigungsbeilage. Die Frage ist nur, wie lange noch. Laut Forschern droht der Nährstoffgehalt des Getreides messbar zu sinken.

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Reis ist für mehr als zwei Milliarden Menschen eines der Grundnahrungsmittel. Doch in Zukunft könnte sein Nährstoffgehalt deutlich sinken – wegen der steigenden Kohlendioxidwerte in der Luft, wie Forscher um Chunwu Zhu von der Chinesische Akademie der Wissenschaften berichten. Für die Studie haben die Forscher Versuchsfelder mit 18 verschiedenen Reissorten angelegt und begasten die Pflanzen darauf kontrolliert mit CO2-Konzentrationen von rund 570 ppm. Am Schluss analysierten sie den Gehalt verschiedener Nährstoffe, Spurenelemente und von Proteinen. Resultat: Mit den steigenden CO2-Werten sinkt der Nährstoffgehalt in den Körnern deutlich. Die Forscher warnen, dass die Zunahme an Kohlendioxid in der Luft schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben wird – vor allem für die Menschen in Asien, wo Reis ein Grundnahrungsmittel ist. Denn die schwindenden Nährstoffe haben wichtige Funktionen im Körper, wie die folgenden Bilder zeigen. stellen den Grundbaustein aller menschlichen Zellen dar. Sie helfen, neue Zellen aufzubauen oder bestehende Zellen zu reparieren. Fachleute unterscheiden zwischen verschiedenen Arten von Proteinen: Sogenannte , das unter anderem für Haare zuständig ist, ... ... , das für ein gesunde Knorpel und Bindegewebe sorgt, und ... ... , das unseren Blutgefässen die benötigte Elastizität verleiht. Auch für die Abwehr von Krankheitserregern sind Proteine – konkret: – von Bedeutung: Einige fungieren als Antikörper, die den Erreger bekämpfen ... ... andere wie unterstützen die Blutgerinnung: Bei Wunden wandelt der Körper es in Fibrin um, das sich wie ein Gitter über die Wunde legt. Weiter gibt es sogenannte kontraktile Proteine, zu denen gehören. Sie sorgen dafür, dass sich ein Muskel zusammenziehen kann. Ohne diese Proteine könnten wir uns nicht bewegen. Auch die Speicherproteine sind für den Menschen essentiell. Dazu zählt beispielsweise das , ohne das unser Körper kein Eisen speichern könnte. Auch etwas, worauf ein gesunder Organismus angewiesen ist, denn ... ... das Spurenelement spielt zum Beispiel beim Sauerstofftransport und der Blutbildung eine grosse Rolle. Ausserdem ist es für den Atmungszyklus von Muskelzellen und verschiedenen am Stoffwechsel beteiligten Proteinen wichtig. Kurz: Ohne Eisen geht im menschlichen Organismus gar nichts. Darüberhinaus gibt es auch noch die Hormone, bei denen es sich meist um sehr kurze Proteine handelt. Zu den bekanntesten sogenannten zählen Insulin und Erythropoietin (EPO). Ebenfalls Proteine, zumindest in chemischer Betrachtungsweise, sind Enzyme. gilt als essentielles Spurenelement. So ist es einerseits für die Abwehrfunktion des Körpers wichtig. Weiter spielt es für das Wachstum, die Haut, die Insulinspeicherung und die Eiweisssynthese eine Rolle. Doch das ist auch nicht alles: .. Ausserdem übernimmt Zink eine eine Schlüsselrolle im Eiweiss-, Kohlenhydrat– und Fettstoffwechsel und ist relevant für die Spermienproduktion. Für das Nervensystem ist dagegen , auch Thiamin genannt, wichtig. So unterstützt es beispielsweise die Kommunikation zwischen Nerven und Muskulatur. Zudem spielt es eine wichtige Rolle bei der Regeneration des Nervensystems nach Erkrankungen oder Traumata. – Riboflavin – spielt im Körper eine wichtige Rolle bei der Umwandlung von Nahrung in Energie. Auch für spezielle Eiweisse in der Augenlinse ist das Vitamin wichtig. (Pantothensäure) übernimmt als Coenzym A bei Energie-, Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweissstoffwechsel wichtige Aufgaben. So benötigen Bindegewebe, Schleimhäute und Nägel dieses für ihren Aufbau. Auch bei der Wundheilung ist B5 beteiligt. ist besser bekannt als Folsäure und gilt als Lebensvitamin. Dies, weil es wichtig für die Zellteilung und die Bildung neuer Zellen ist. Zudem wird B9 für den Stoffwechsel benötigt, genauso wie für die Blutproduktion. Positiv wirkt es auch auf das Nervensystem und das Gehirn. Das fettlösliche (Tocopherol) übernimmt drei wichtige Funktionen im Körper: So schützt es einerseits Zellen, Gewebe und Organe vor Freien Radikalen, vermindert die Umwandlung von Cholesterin in Fettablagerung und unterstützt so die Gesundheit der Blutgefässe. Die Aufstellung in den letzten Bildern zeigt, dass es sich auch punkto Gesundheit lohnt, die Klimaerwärmung zu stoppen.

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Kohlendioxid (CO2) wirkt nicht nur auf den Menschen, sondern lässt auch Pflanzen nicht kalt. Das Treibhausgas (siehe Box) sorgt beispielsweise dafür, dass sie mehr Photosynthese betreiben und darum schneller wachsen.

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Die schnelle Entwicklung ist grundsätzlich nicht verkehrt, hat aber Schattenseiten, wie Forscher um Chunwu Zhu von der Chinesische Akademie der Wissenschaften am Beispiel von Reis zeigen.

Immer mehr CO2 in Pflanzen

Die Wissenschaftler hatten in ihrer im Fachjournal «Science Advances» erschienen Studie untersucht, ob und wie das Getreide auf einen plötzlichen Kohlendioxid-Anstieg in der Luft reagiert.

Die Frage ist aktuell: Schliesslich lassen Klimawandel und Treibhausgasemissionen die CO2-Werte stetig anwachsen. Und das nicht nur in der Atmosphäre, sondern auch in den Pflanzen auf der Erde, wie Wissenschaft.de berichtet. Studien hätten gezeigt, dass die Fauna durch diesen Effekt schon heute rund 30 Prozent mehr CO2 aufnimmt als noch vor 200 Jahren.

CO2-Werte wie in 80 Jahren

Für die Arbeit legten die Forscher in China und Japan Versuchsfelder mit 18 verschiedenen Reissorten an und begasten die Pflanzen kontrolliert mit CO2-Konzentrationen von rund 570 ppm (parts per million). Das entspricht den Werten, wie sie Ende dieses Jahrhunderts in der Atmosphäre erreicht werden könnten.

Am Schluss analysierten Zhu und seine Kollegen den Gehalt verschiedener Nährstoffe, Spurenelemente und von Proteinen.

Deutliche Veränderungen

Das Ergebnis: Mit den steigenden CO2-Werten sinkt der Nährstoffgehalt in den Körnern deutlich. Die Konzentration von Proteinen nahm durchschnittlich um 10 Prozent ab, die von Eisen um 8 Prozent und die von Zink um 5 Prozent.

Am stärksten reduzierte sich jedoch der Gehalt der B-Vitamine. So nahm die Konzentration von Vitamin B1, B2 und B5 im Schnitt zwischen 12 und 17 Prozent ab. Beim Vitamin B9 sanken die Werte um stattliche 30 Prozent.

Anders sah es bei der Kalzium- und Vitamin-B6-Konzentrationen aus. Sie blieben mehr oder weniger gleich hoch. Der Gehalt an Vitamin E stieg bei den meisten der getesteten Sorten sogar leicht an.

Schlimme Folgen für den Menschen

Aufgrund der Resultate befürchten die Forscher, dass die Zunahme an Kohlendioxid in der Luft schwerwiegende Folgen haben wird – vor allem für die Menschen in Asien.

«Reis ist für viele Populationen in Asien seit Jahrtausenden ein Grundnahrungsmittel und nimmt in Afrika rasant an Bedeutung zu», erklärt Zhus-Co-Autorin Kristie Ebi von der University of Washington. Reduziere sich in den nächsten Jahren dessen Nährstoffgehalt, könnte das die Gesundheit von Millionen Menschen in Mitleidenschaft ziehen.

Sie haben Reis immer falsch gekocht

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arsen am 27.05.2018 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    auf Verpackung vermerken "Giftig"

    Reis soll das tödliche Arsen enthalten und daher sollte man den täglichen Verzehr vermeiden... Dann müssten die Menschen in den asiatischen Länder eigentlich alle todkrank sein! Diese Studie würde mich auch interessieren.

  • Anton Müller am 27.05.2018 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Bekommen was wir Verdienen

    Schlimme folgen wie? Indem dass die Erde sich selber zu regulieren beginnt?

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  • Aschi am 27.05.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Der Ertrag pro m2 steigt aber gleichzeit mit der PPM Konzentration det C3 und C4 Pflanzen. Das Optimum liegt bei 1200-1500PPM. Nachzulesen im Wikipedia. Da der Ertrag zunimmt und die Pflanze aber nur eine definierte Menge der Spurenelemente aufnehmen kann, sinkt die Konzentration in Prozent, bleibt jedoch in mg/m2 gleich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Korn am 29.05.2018 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gilt das nicht für alle Getreide?

    Warum sollte es bloss Reis treffen, aber nicht Roggen, Weizen & Co.?

    • Dr. Bob am 30.05.2018 08:38 Report Diesen Beitrag melden

      Hochleistungspflanzen wie Mais und Reis

      Nein, da es sich bei diesen Getreiden nicht um C3 un C4 Pflanzen handelt, die besonders viel CO2 aufnehmen und verstoffwechseln können. Es stimmt tatsächlich, das der Mineralstoffanteil abnimmt, quasie als Verdünnungsefekt, wenn der Kohlenhydratanteil der Pflanze steigt. Mineralstoffe werden über die Wurzeln resorbiert, das CO2 über den Halm oder das Blattwerk.

    • Ffä Dogdär am 02.06.2018 21:02 Report Diesen Beitrag melden

      Lieber Dr. Bob

      Reis ist eine C3-Pflanze. Und es geht bei C4-Pflanzen nicht drum möglichst viel CO2 aufzunehmen, sondern um bessere Energieeffizienz bei hoher Sonneneinstrahlung.

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  • Grummel am 29.05.2018 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flora gegen Fauna

    Die grösste Veränderung seit der Industrialisierung ist aber, dass die Fauna das CO2 aufnimmt. Früher war es die Flora. Es war damals doch alles besser.

  • Analytiker am 29.05.2018 06:58 Report Diesen Beitrag melden

    zusätzliche Ursache für gleiche Wirkung

    Minderwertige Getreide haben wir schon längst, denn der Anbau folgt meistens der Maxime "möglichst viel Ertrag". Dass dabei die Qualität leidet ist doch von vornherein klar.

  • JJ3 am 28.05.2018 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    plastikreis

    Die Chinesen verkaufen sogar Reis aus billigstem Plastik hergestellt.Sieht fast gleich aus.Geldgier macht vor keinem Verbrechen halt.

  • Aus einer Mücke einen Elefant machen am 28.05.2018 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Weiss jemand den CO2-Gehalt in der Luft?

    Der liegt ca. bei 0.04%. Also so what? Oder bin ich da falsch? Wenn ja warum? Danke für konstruktive Antworten und billige Button-Down-ohne-Kommi. ;-)