Künstliche Befruchtung

16. Februar 2011 15:03; Akt: 16.02.2011 15:28 Print

Grosi bringt eigenen Enkel zur Welt

Der lang gehegte Kinderwunsch blieb Sara Connell verwehrt. Um ihr zu helfen, entschied sich ihre 61-jährige Mutter zu einem ungewöhnlichen Schritt.

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Grosi und Mutter auf einen Schlag: Kristine Casey mit Tochter und dem Enkel/Sohn Finnean Lee Connell.
(Quelle: «chicagotribune.com»)

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Letzten Mittwoch wurde Kristine Casey Grossmutter. Zu ihrem Enkelkind kam die 61-Jährige auf äusserst ungewöhnlichem Wege: Sie selbst trug das Baby aus, das um 21:47 Uhr per Kaiserschnitt in einer Klinik in Illinois geboren wurde, wie «chicagotribune.com» berichtete.

Alles begann vor 39 Wochen. Damals wurde Casey eine Eizelle ihrer Tochter Sara, die zuvor durch ein Spermium ihres Ehemanns befruchtet worden war, eingepflanzt.
Kristine Caseys Tochter Sara Connell war es selbst nicht möglich, auf natürlichem Wege Kinder zu bekommen. Über viele Jahre wurde sie nicht schwanger. Mehrere vorangegangene künstliche Befruchtungen endeten mit einer Fehl- und einer Totgeburt. Damit sich der Kinderwunsch für die Connells doch noch erfüllte, entschied sich die 61-Jährige Kristine Casey, auf ungewöhnliche Weise zu helfen.

Letzte Schwangerschaft liegt 30 Jahre zurück

Kristine Casey erfreut sich bester Gesundheit – mit ein Grund dafür, dass die Schwangerschaft bei der pensionierten Frau ohne Komplikationen verlief. Erfahrung mit dem Kinderkriegen hatte sie bereits: Das letzte ihrer drei erwachsenen Kinder gebar sie vor 30 Jahren.

Das späte Mutterglück liegt im Trend: Erst im vergangenen November brachte die damals 54-jährige italienische Sängerin Gianna Nannini ihr erstes Kind zur Welt. In der Schweiz sind solche Schwangerschaften eher rar: «Trotz generellem Trend zu später Mutterschaft sind Schwangere, die älter sind als 50 Jahre, sehr selten. Die Aussagen zum Schwangerschaftsverlauf und zur Geburt sind auf Grund der kleinen Zahlen limitiert», sagt Irene Hösli, Abteilungsleiterin Geburtshilfe und Schwangerschaftsmedizin an der Frauenklinik des Universitätsspitals Basel gegenüber 20 Minuten Online. Das Risiko einer Erkrankung wie Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes mellitus oder anderen chronischen Leiden sei Hösli zufolge bei älteren Frauen deutlich grösser und trete auch während der Schwangerschaft gehäufter auf.

Die frischgebackene Mutter, die sich selbst gleichzeitig zur Grossmutter machte, ist überglücklich. Einzigartig ist die Geschichte von Kristine Casey aber dennoch nicht. Erst im vergangenen September berichtete 20 Minuten Online über eine 60-jährige Brasilianerin, die ebenfalls für ihre Tochter als Leihmutter fungierte.

(rre)