Kokain und Heroin

18. März 2011 17:20; Akt: 18.03.2011 17:20 Print

Harte Drogen für die eigenen Kinder?

In Deutschland werden mehrere Süchtige verdächtigt, ihren Kindern Drogen wie Kokain oder Heroin gegeben zu haben. Der Verdacht erhärtete sich, nachdem Spuren von Drogen in Haarproben der Minderjährigen gefunden wurden.

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Drogen für die eigenen Kinder? In Deutschland stehen weitere Untersuchungen an.
(Bild: Colourbox)

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In Haaren von Kindern süchtiger Eltern in Methadontherapie sind Spuren illegaler Drogen gefunden worden. Es bestehe der Verdacht, dass die Eltern ihren Kindern möglicherweise bewusst Drogen wie Kokain, Heroin oder Beruhigungsmittel gegeben haben, sagte die Sprecherin des Bremer Sozial- und Gesundheitsressorts, Petra Kodré, am Freitag. Bei 14 von 15 in den vergangenen Monaten untersuchten Kindern wurde in Haarproben Drogen gefunden, die Minderjährigen wurden aus den Familien genommen. Die Zahl sei alarmierend, sagte Kodré.

Deshalb werden nun weitere 30 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren und deren Geschwister untersucht. Kleinkinder seien besonders gefährdet, da Eltern möglicherweise mit ihnen überfordert seien und sie ruhigstellen könnten.

Systematische Überprüfung

Die Analysen werden von zwei Laboren unabhängig voneinander vorgenommen. Mit dem Ergebnis werde in rund vier Wochen gerechnet. Eine solche systematische Überprüfung habe es bislang noch nicht gegeben. Sollte sie zu einem ähnlichen Resultat kommen wie bei den ersten 15 Proben, würde dies bundesweit die Drogentherapie «auf den Kopf stellen», sagte Kodré.

Bislang seien die Behörden davon ausgegangen, dass Eltern in der Methadon-Therapie - abgesehen vom ärztlich kontrollierten Gebrauch der Ersatzdroge - drogenfrei seien. Süchtige Eltern, die ihre Kinder bei sich behalten wollten, müssten sich dazu schriftlich verpflichten. Kontrolliert werde dies auch durch Sozialarbeiter und Familienhebammen. In Bremen leben nach Behördenangaben zurzeit rund 90 Kinder bei Eltern, die eine Drogentherapie unter ärztlicher Aufsicht machen.

(ap)