Schocker für Rocker

04. Juli 2014 01:27; Akt: 29.03.2018 08:45 Print

Headbangen kann Ihr Leben gefährden

Die Hirnverletzung eines 50-Jährigen stellte seine Ärzte vor ein Rätsel: Was war die Ursache für die Blutung? Die Spur führte sie schliesslich zu einem Motörhead-Konzert.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Headbanging ist vielleicht die extremste Form von Tanzen — und womöglich eine der gefährlichsten. So hat ein 50-Jähriger beim Besuch eines Konzerts der britischen Band Motörhead beim wilden Schütteln des Kopfes im Takt der Musik eine Hirnblutung erlitten. Das berichten Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover im Fachjournal «The Lancet».

Der Patient berichtete weder von einem Unfall noch von einem Sturz oder Schlag auf den Kopf. Erst durch intensives Nachfragen kam heraus, dass er vier Wochen zuvor bei dem Motörhead-Auftritt Headbanging betrieben hatte.

Mehrere Ursachen

Die Blutung zwischen Hirnoberfläche und dem Schädelknochen liess sich über ein Bohrloch in den Schädelknochen entlasten. Dabei wurde für sechs Tage ein Schlauch eingelegt, um die Restflüssigkeit abzuleiten. Auf diese Weise wurde der 50-Jährige seine ständig schlimmer werdenden Kopfschmerzen los.

In der Verlaufs-Computertomografie nach zwei Monaten entdeckten die Mediziner dann eine gutartige Hirnzyste (Arachnoidalzyste), die neben dem Headbanging zur Blutung beigetragen haben könnte. Der Patient hatte nichts von der Zyste gewusst, da sie gewöhnlich keine Beschwerden verursacht.

«Einer der härtesten Rock'n'Roll-Acts der Welt»

Dem Magazin zufolge handelt es sich um den ersten beschriebenen Fall, der aufzeigt, dass Headbanging ein sogenanntes chronisches subdurales Hämatom verursachen kann. Bereits bekannte Folgen der abrupten Bewegungen sind Gefässverletzungen im Kopf, Schleudertraumata, der Bruch von Halswirbeln sowie Verletzungen der Atemwege.

«Wir wollen keineswegs vorm Headbangen warnen oder gar die Musik verteufeln», sagte der Hauptautor des Artikels, Ariyan Pirayesh, der Deutschen Presse-Agentur. «Der Vorfall unterstützt vielmehr Motörheads Ruf als einer der härtesten Rock'n'Roll-Acts der Welt», betonte der Neurochirurg, der selbst dem Heavy Metal nicht abgeneigt ist.


Der Song «Overkill» zeigt, woher Motörhead seinen Ruf hat. (Video: Youtube/Marek Šarina)

Bekannt ist nur ein Todesfall im Zusammenhang mit Headbanging vor 20 Jahren. Damals starb ein 28-Jähriger während eines Auftritts der Rockgruppe Aerosmith in Belgien. Er sei offenbar mit einem anderen Konzertbesucher unglücklich zusammengestossen, berichtete die Polizei damals.

(fee/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 04.07.2014 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist hald was für die harten!

    Harte Musik für harte Menschen! Dann geht doch auf euer Pop Konzi, und lasst uns in ruhe! \m/

    einklappen einklappen
  • Rainer Winkler am 04.07.2014 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Motörheads Ruf als einer der härtesten..

    echt jetzt? Sollen doch vorher mal bitte recherchieren, bevor man solchen Stuss veröffentlicht.

  • Der Dude am 04.07.2014 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    Hand aufs Herz

    Bei anderen Musikstilen fragt man sich zwangsläufig, ob diese nicht schon Hirntod geboren wurden... ;-)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Baumann am 06.07.2014 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die besten?

    hahaha. einer der härtesten. Was ist mit Slayer oder Marilyn Manson. und dann gibts noch dutzende andere

  • Snake Dundee am 05.07.2014 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das alles was Ihr zu bieten habt?

    Gestern haben Metallica in Basel gespielt, darüber habt Ihr noch kein einziges Wort berichtet dieses Wochenende! Dafür mehrere Beiträge über das One Direction Konzert, aber bezüglich Rock gibt es nur eine Pseudomedizinische Erklärung zum Headbangen! Das an einem Wochenende wo Metallica gespielt haben! Ihr versagt auf der ganzen Linie ein ausgeglichenes Medium zu sein!

  • Really am 05.07.2014 03:56 Report Diesen Beitrag melden

    Metal in the head

    Ich hatte vor einem Jahr eine Hirnblutung ( nicht vom Headbangen :-P ). Und ich war seitdem wieder an so einigen Metal Konzerten. incl. Headbangen. Entweder ist mein Kopf top zugetackert worden bei der OP oder headbangen ist doch nicht gaaaanz so schlimm wie hier dargestellt.... \m/

  • S.A. am 04.07.2014 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Metal ist facettenreich!

    einer der härtesten Rock'n'Roll Acts? hmmmm.... besser recherchieren währe vielleicht angesagt! Metal hat sehr viele Subgenres die sich in verschiedenste Richtungen auslegen! Das wissen viele nicht.. Metal besteht nicht nur aus den Kommerzbands Metallica, Slipknot, Motörhead usw. s gibt noch ganz anderes zu bieten und hat einen grossen geschichtlichen Hintergrund ;-)

  • S.A. am 04.07.2014 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach so ein Drama!

    höre selbst seit meiner Kindheit Metal, klar kann bei dem einen oder anderen ne Verletzung auftreten wenn er ungeübt ist und es mit dem Headbanging übertreibt, aber das trifft noch lange nicht auf jeden zu und bei all diesen Highheels-Tussis an Electro-Parties werden auch jenste Sprunggelenkverletzungen verzeichnet und da schreibt niemand was dazu ;) Musik - egal welche - soll jeder geniessen... welches Risiko er/ sie währenddessen eingeht entscheidet doch jeder für sich! Man kann ja auch einfach sich hinten anstellen und mit dem Fuss wippen wems gefällt ;)