Micky-Maus-Stimme

11. Juni 2010 11:18; Akt: 11.06.2010 11:25 Print

Helium einatmen - ein gefährlicher Spass

Das Inhalieren von Heliumgas aus Luftballons verwandelt selbst ein sonores Organ in ein Piepsstimmchen. Unterschätzt wird, dass das Party-Vergnügen lebensbedrohlich enden kann.

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Reinpusten ja, einatmen nein (wenns Helium ist).
(Bild: Colourbox)

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Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt, das farb- und geruchlose Gas sei gesundheitsschädlich bis lebensgefährlich, wenn es zu lange oder zu oft hintereinander eingeatmet werde.

«Das Tückische ist, dass ohne Vorwarnung Bewusstlosigkeit eintreten kann, da das Gas für Betroffene unbemerkt Sauerstoff aus den Lungen verdrängt. Insbesondere wenn Helium aus Gasflaschen eingeatmet wird, kann es rasch zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen, da das Gas dort mit hohem Druck austritt», erklärt Verbandssprecher Ulrich Fegeler. Kinder seien zwar begeistert, wenn Helium beim Sprechen eine sehr hohe Stimme erzeugt, doch sollten Eltern ihnen den unbeaufsichtigten Umgang damit verbieten.

Helium könne unter anderem eine Gehirnembolie mit Schlaganfall-ähnlichen Symptomen auslösen, da sich Gasblasen im Blut bilden. Die von den betroffenen Blutgefässen versorgte Gehirnregion werde von der Nährstoffzufuhr abgeschlossen und sterbe ab. Neben dauerhaften Lungenschädigungen kann das Einatmen von Helium deshalb auch zu Ausfällen von bestimmten Gehirnarealen führen. «Kinder sollten deshalb nie alleine mit Helium-Ballons spielen, und entsprechende Tankflaschen sollten für sie unerreichbar aufbewahrt werden», rät Fegeler.

(ap)