Influenza

30. Dezember 2010 11:46; Akt: 30.12.2010 15:06 Print

Hier lauern die Grippeviren

Wer das neue Jahr nicht mit Grippe im Bett willkommen heissen möchte, sollte sich vorsehen. Doch wo droht Infektionsgefahr, wo nicht? Ein Mediziner erklärt.

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Auf Reisen ist die Gefahr einer Ansteckung besonders gross. Droht etwa Gefahr durch Viren, die durch die Klimaanlage im Flugzeug durch die Luft geschleudert werden? Der Infektiologe Christian Ruef vom Unispital Zürich gibt Entwarnung: «Eher nicht: Die Luft wird gefiltert. Die Infektion kann nur direkt über Tröpfchen oder kontaminierte Oberflächen erfolgen.» Und wenn ein Träger des Virus' neben oder hinter mir niest, ist es vermutlich schon um mich geschehen? «Um in einem solchen Fall das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren ist es sinnvoll, sich abzuwenden, gegebenenfalls die Atmung einen Moment lang anzuhalten, bis sich die in der Luft versprühten Tröpfchen gesenkt haben», erklärt Ruef. Angenommen, man kam mit einem mit Grippeviren kontaminierten Gebrauchsgegenstand in Berührung und isst direkt im Anschluss einen Apfel. Kann die so aufgenommene Virenkonzentration ausreichen, um einen Gesunden zu infizieren? Der Experte bejat diese Frage und führt aus: «Die so aufgenommene Erregermenge kann ausreichen. Natürlich hängt es auch ein bisschen davon ab, ob der Betreffende ein geschwächtes Immunsystem hat (zum Beispiel durch eine andere Krankheit oder Medikamente).» Im Anschluss an den WC-Besuch wäscht sich - zumindest die Mehrzahl - die Hände. Danach wird der zuvor mit schmutzigen Händen geöffnete Wasserhahn zugedreht und die vom Vorgänger kontaminierte Türklinke mit der frisch gewaschenen Hand geöffnet. Ist da die ganze Händewascherei nicht sinnlos? «Das ist tatsächlich ein Schwachpunkt im System», meint Ruef. Auch wenn es seltsam aussehen mag - bevor man Türklinken und und andere «öffentliche» Gegenstände anfasst, rät der Experte während einer Influenza-Pandemie zum Griff ins Taschentuch-Päckli: «Es ist durchaus nachvollziehbar und nicht übertrieben, Türfallen mit einem Wegwerf-Tüchlein anzufassen und nicht mit blossen Händen.» Wie lange kann ein Grippe-Erreger auf Gegenständen (zum Beispiel dem Pult oder der Tastatur) überleben? Der Mediziner rät zur Vorsicht: «Es gibt Influenza-Viren, die über Stunden oder sogar Tagen aktiv sind.» Ist es übertrieben, ein Desinfektions-Gel oder -Schaum in der Handtasche mit sich zu führen? Ruef findet: «Dies ist eine persönliche Entscheidung: Wenn man sich sicherer fühlt, kann man das machen. Doch bisher gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass diese Desinfektionsmassnahmen sinnvoller sind als häufiges Händewaschen.» Angenommen, jemand niest in die Hand, unmittelbar danach greift er nach einer Türklinke: Genügt die durch das Berühren dieses Gegenstands aufgenommene Virenkonzentration, um eine Person zu infizieren? Der Mediziner rät zur Achtsamkeit: «Ja, denn wenn eine Person niest, gelangen Millionen von Viren auf die Hand. Von hier aus werden die Erreger an Gegenstände oder durch das Händeschütteln direkt an andere Personen weitergegeben.» Der beste Schutz vor einer Grippe ist und bleibt die Impfung. Wer sich in diesem Jahr gegen die saisonale Influenza immunisieren lässt, wird automatisch gegen die Schweinegrippe mit geimpft. Aber Vorsicht: der Impfschutz ist erst rund zwei Wochen nach der Immunisierung aktiv.

Wo droht Grippe-Ansteckungsgefahr, wo nicht? Der Infektiologe Christian Ruef gibt Auskunft.

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Zum ersten Mal in diesem Winter wurde der epidemische Schwellenwert für Grippeerkrankungen leicht überschritten. Einer Meldung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) nach suchten in der zweitletzten Woche des Jahres 79 Personen pro 100 000 Einwohner einen Arzt wegen der Influenza auf.

Neben saisonalen Grippeviren ist auch die Schweinegrippe in diesem Winter sehr aktiv. Laut dem Überwachungssystem des Bundes sind rund zwei Drittel aller Influenza-Erkrankungen auf den Schweinegrippe-Erreger zurückzuführen.

Händewaschen ist ein Muss

Wer sich nicht anstecken will, sollte auf Hygiene achten. Dazu gehört insbesondere häufiges und gründliches Händewaschen und das Meiden grösserer Menschenansammlungen. Der beste Schutz vor einer Infektion ist und bleibt die Impfung. Wer sich in diesem Jahr immunisieren lässt, wird automatisch gegen das Schweinegrippevirus mitgeimpft.

Wann Sie einem besonders grossen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind und wo sie nichts zu befürchten haben, zeigt Ihnen die Bildstrecke oben.

(rre)