Seltene Krankheiten

29. Oktober 2009 16:51; Akt: 29.10.2009 20:39 Print

Hirntumor-Diagnose im Bus gestellt

Öffentliche Verkehrsmittel - für viele das reinste Ärgernis, für die Spanierin Montse Ventura ein Segen: Zumindest, seit sie vor neun Monaten in Barcelona mit der Buslinie 64 fuhr.

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Ohne die aufmerksame Beobachtung einer Mitfahrerin hätte Montse Ventura vermutlich einen langen Leidensweg durchlebt. Es geschah vor neun Monaten: Eine Dame vis-a-vis sprach die 55-Jährige an und fragte, ob sie sich schon einmal auf Akromegalie hatte testen lassen. Ventura reagierte verwundert. Die Unbekannte notierte etwas auf einem Zettel und riet: «Lassen Sie sich unbedingt so schnell wie möglich untersuchen. Wenn Sie zu lange warten, könnte es Ihnen bald sehr schlecht gehen».

«Einige Hormonwerte waren auffällig»

Einen Monat später wandte sich Ventura an ihren Gynäkologen und liess die Tests machen, zu der ihr auf der Notiz geraten wurden. Die 55-Jährige traf die richtige Entscheidung: «Einige Hormonwerte waren auffällig», erzählte Ventura in einem Interview mit der britischen Zeitung «Telegraph». Es folgten weitere Tests und die Diagnose eines Tumors an der Hypopyhse. Die winzige Veränderung am erbsengrossen Organ konnte durch einen operativen Eingriff erfolgreich entfernt werden.

Der «rettende Engel» meldete sich

Die sensationelle Rettung nach ÖV-Blitzdiagnose blieb nicht lange geheim: Nachdem die Geschichte in diversen spanischen Zeitungen publiziert wurde, meldete sich der «rettende Engel» am vergangenen Dienstag bei der Zeitung «La Vanguardia». Die geheimnisvolle Unbekannte ist eine 60-jährige Endokrinologin - eine Ärztin, die sich auf Hormonmedizin spezialisiert hatte. Ihr fiel die ungewöhnliche Form der Hände ihrer Sitznachbarin auf. «Ihre Hände gaben mir Aufschluss darüber, dass die Frau an einer hormonellen Störung leiden könnte.» Zunächst war sie sich nicht sicher, ob sie die 55-Jährige ansprechen sollte, fasste sich dann aber ein Herz, weil sie «eine sehr spontane Person» sei.

(rre)