Mindfuck

16. Dezember 2011 14:42; Akt: 16.12.2011 20:22 Print

Hören Sie auf, sich selbst zu manipulieren!

von Runa Reinecke - Mindfucks sind Gedanken, mit denen wir uns das Leben schwer machen. Die Wissenschaftlerin und Autorin Petra Bock erklärt, wie sich die Kaskade der Selbstsabotagen stoppen lässt.

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Welcher Mindfuck-Typ sind Sie?

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Wenn Sie glauben, nicht mit dem Rauchen aufhören zu können, oder denken, «das mit dem Abnehmen klappt sowieso nicht», dann sind Sie Opfer eines Mindfucks geworden. Geht nicht, gibts nicht, findet Petra Bock, Doktor der Politikwissenschaft, Coach und Manangementberaterin. 20 Minuten Online hat mit der Autorin des Buchs «Mindfuck» über erfolgreiches Abspecken, vorweihnachtliche Phobien und andere Mindfucks gesprochen und erfahren, wie man sich der Selbstsabotage erfolgreich entziehen kann.

Mindfuck, oh garstig Wort! Was hat es damit auf sich?
Petra Bock: Das ist eine Bezeichnung, die ich vor vielen Jahren im Gespräch mit einem Engländer aufgeschnappt hatte. Da ging es um verrückte Gedanken, die man sich manchmal macht und durch die man sich selbst blockiert. Mindfuck ist eigentlich ein seriöser cineastischer Begriff: Es geht dabei um das Unterscheiden von Fiktion und Realität im Film.

Was hat der Mindfuck mit unserer Realität zu tun?
Ähnlich wie im Film kreieren wir in unserem Leben eine Illusion, die nicht der Realität entspricht. Grundsätzlich geht es um mentale Selbstsabotage. Der Mindfuck beschreibt Denkstrategien, mit denen wir uns selbst behindern, uns runtermachen, negativ bewerten.

Warum tun wir das?
Manchmal, weil wir selbst in einer Sache noch keine erwachsene Perspektive eingenommen haben. Vieles aber ist auf Strukturen zurückzuführen, in denen unsere Grosseltern und Urgrosseltern lebten. Damals musste man sich selbst zurücknehmen, sich klein halten, Druck ertragen oder weitergeben, um in der Gesellschaft überleben zu können. Heute ist so eine Denkweise nicht mehr zeitgemäss.

Sie nennen in Ihrem Buch sieben Mindfuck-Arten. Können Sie eine näher beschreiben?
Da fällt mir jetzt spontan der Selbstverleugnungs-Mindfuck ein: Zum Beispiel, wenn ich mir kurz vor der Gehaltsverhandlung einrede, der Chef genehmigt mein gefordertes Gehalt sowieso nicht. Er hat bestimmt kein Interesse daran, mir mehr zu zahlen, das wird sicher alles schiefgehen und so weiter. Ein Klassiker! Dass Menschen vor allem gegen sich selbst verhandeln, höre ich oft.

Wer sich nicht behaupten kann oder immer zu allen nett ist, geht unter …
Ganz genau. Zum Egoschwein sollte man deshalb aber trotzdem nicht werden. Es geht vielmehr darum, selbst zu erkennen, wann es gut ist, sich auch einmal zurückzunehmen und wann es wichtig ist, eigene Interessen durchzusetzen.

Wie kann man das erreichen?
Der wichtigste Schritt überhaupt ist, sich mit Hilfe der verschiedenen Mindfuck-Arten selbst zu beobachten und beispielsweise festzustellen, dass man sich in bestimmten Situationen nicht wohlfühlt. So kann man gut nachvollziehen, was gerade im Kopf passiert. Indem wir uns schwierigen Lebenssituationen bewusst werden und wissen, dass wir falsche Denkstrategien anwenden, die uns nicht gut tun, verändern wir etwas zum Positiven.

Tönt überraschend einfach. Funktioniert das bei allen Mindfucks?
Es gibt auch hartnäckigere Mindfucks, die über Trigger funktionieren und denen wir uns manchmal wie ausgeliefert fühlen.

Zum Beispiel?
Der Weihnachts-Mindfuck, ein Konglomerat unterschiedlichster Mindfucks, die viele Menschen beschäftigen.

Was darf ich mir denn – bittschön – unter einem Weihnachts-Mindfuck vorstellen?
Hier gibt es gleich mehrere bekannte Phänomene, zum Beispiel die Angst vor der Begegnung mit der Familie oder die Frage: «Was ist, wenn meine Geschenke nicht gut ankommen? Werde ich während der Feiertage wieder von anderen kritisiert?» und so weiter. Viele Menschen geraten in eine für sie ungünstige Gefühlslage, wenn sie mit gewissen Personen konfrontiert werden. Dieses Unwohlsein wird regelrecht angetriggert und das lässt sich häufig nicht allein dadurch abschalten, dass man sich des Problems bewusst wird. Man wälzt es immer und immer wieder.

Welche Strategien können helfen, aus einer solchen Mindfuck-Schlaufe herauszukommen?
Bei einem akuten Mindfuck gibt es – teilweise auch sehr einfache – Techniken: Da genügt es manchmal schon, sich innerlich «stopp» zu sagen. Das funktioniert hervorragend. Oder man konzentriert sich auf einen oder mehrere Körperteile, zum Beispiel auf die Füsse und gleichzeitig auf den eigenen Atem. Die Schlaufe der Negativ-Gedanken kann so wirksam unterbrochen werden. Insgesamt ist es gut und einfacher als man denkt, sich neue Denkgewohnheiten anzueignen; zum Beispiel offen, neugierig und vertrauensvoll in eine Situation hinein zu gehen. Dann sind wir stark, flexibel und lernfähig und haben Freude am Leben.

Gibt es geschlechterspezifische Mindfucks?
Männer und Frauen haben tatsächlich ihre jeweiligen Methoden, sich selbst zu sabotieren. Diese Mindfucks sind klar sozial geprägt und konditioniert. Männer leiden oft am Druckmacher-Mindfuck. Sie denken häufig, sie müssten sich beweisen, glauben, der tollste Hecht sein zu müssen, obwohl sie sich gar nicht danach fühlen. Frauen leiden eher unter dem Selbstverleugnungs-Mindfuck.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Buch über dieses Thema zu schreiben?
Es begegnet mir täglich in meiner Arbeit mit meinen Klienten. Mittlerweile habe ich weit über 1000 Menschen gecoacht. Ich habe noch niemanden getroffen, der nicht mit Mindfucks zu tun hatte. Aber ich habe auch viel Erfahrung mit eigenen Mindfucks gemacht, zum Beispiel mit starkem Übergewicht. Über mehrere Jahre wog ich über 100 Kilo und dachte, ich würde für immer dick bleiben. Dann habe ich 43 Kilogramm abgenommen.

Ihr Erfolgsrezept?
Anstatt mir Mantra-artig einzureden: «Du schaffst das nie!», was ich zuvor immer wieder tat, setzte ich auf Selbstverantwortung. Ich machte mir bewusst, dass ich als erwachsener Mensch jederzeit in der Lage bin zu entscheiden, was und wie ich esse. Dann habe ich mit einer Ernährungsumstellung begonnen und war beziehungsweise bin damit sehr erfolgreich.

In Coaching-Seminaren lehren Sie unter anderem, sich nicht selbst zu überfordern. Trotzdem haben Sie parallel zu Ihrem Berufsalltag bereits fünf Bücher geschrieben. Wie passt das zusammen?
Fürs Bücherschreiben nehme ich mir regelmässig Auszeiten an schönen Orten, an denen ich abschalte und alles ordne und verarbeite. Das entspannt mich. Ich musste bereits in jungen Jahren lernen, mich nicht zu überfordern. Ausserdem ist das, was ich heute tue, meine Berufung. Ich muss mich nicht ausbeuten, um glücklich zu sein.

Das liegt offenbar an Ihrem hohen Stundenansatz als Coach…
Richtig! Es war mir immer wichtig, ein gutes Honorar wert zu sein. Auch deshalb, um Freiräume für mich zu bekommen. Einige meiner Klienten kommen genau aus diesem Grund zu mir: Sie wollen lernen, wie man trotz kürzerer Arbeitszeiten mehr verdienen kann.


Was ist ein Mindfuck? Petra Bock erklärts persönlich.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marko Savic am 16.12.2011 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Und wo ist der Nutzen?

    Was für ein absoluter Schwachsinn. Dahinter steckt überhaupt nichts neues. Man verpackt jetzt einfach altes Wissen stark vereinfacht und leichtsinning kategorisiert in Fäkalsprache, druckt es ganz gross auf die Vorderseite, und schon kann man Bücher verkaufen. Natürlich, wer wird schon nicht neugierig beim Titel "Mindfuck"?

  • Selbstkritiker am 16.12.2011 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Lest C.G. Jung und Kast

    32.90? Wozu? Darf ich C.G. Jun g's Traumdeutung und V. Kast's "Abschied von der Opferrolle" etc. empfehlen? Kostet weniger, inhaltlich aber viel mehr wert. Und es steht alles drin. Die Sprache von Jung und Kast ist klar und einfach verständlich, angereichert mit praktischen Beispielen.

  • Beate Use am 16.12.2011 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Das tönt ...

    ... nach einem billigen Porno

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erman am 18.12.2011 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    The seret

    Besser "the secret " lesen 100% besser.. Mindfuck ist auch was von the secret!

  • Erhard am 17.12.2011 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Offenen Geistes und mit Toleranz ...

    Klingt sehr interessant. Ja auch altes Wissen kann in neuen Schläuchen wertvoll sein. Alleine eine etwas andere Formulierung kann jemanden ansprechen, der zuvor nicht angesprochen wurde. Manche Kommentare hier sind in einer Selbstherrlichkeit verfasst, dass man, den Buchtitel mögend oder nicht, trotzdem zum Durcharbeiten des Inhaltes auffordern möchte ;-)

  • Augustin Schaller am 17.12.2011 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    mit offenen Augen

    Die Kritiker hier scheinen sich ihrer selbst ja sehr sicher zu sein. Schön für sie. Es ist aber auch so, dass es viele Menschen gibt, die in ihrer Matrix leben und die Realität ausblenden. Solchen Menschen können solche einfach aufbereiteten Tips sicher helfen. Dass es diese Prinzipien in ähnlicher Form schon seit vielen Jahren oder gar Jahrhunderten in der Religion oder der Psychologie gibt, macht ein solches Buch nicht unbedingt überflüssig. Würden die Menschen so schnell aus ihren Fehlern lernen, wie viele hier glauben, dann hätten wir längst keine Kriege und keinen Hunger mehr auf der Welt

  • Michel am 16.12.2011 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    öffnet die Augen

    Life Coaching, Lebensberatung, Glauben usw. hat doch alles und den selber Sinn hört auf eure innere positive Stimme, und so kommt es von alleine, dafür braucht ihr einfach ehrlich zu sein und fertig. ihr werden dan schon das richtige tun. naja viele verdienen sich damit einen goldigen finger, für was in verschiedenen Büchern in verschiedenen Formen seit tausenden von Jahren gibt...

    • Mirco am 17.12.2011 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      wichtig:

      ich gebe dir zwar recht; wobei es gibt nun mal einfach sehr viele leute, welche eher auf "professionelle" statt auf die eigene innere stimme hören... dadurch bewirken solche tätigkeiten auch positives in menschen & können erfolgsgarantien erzielen, was ich gutheisse, da sie die erwähnten menschen weiterbringen!

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  • Andrea Bachmann am 16.12.2011 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Life Coaching

    Die negativen Kommentare erstaunen mich. Wer sagen kann, dass er erstens das Buch gelesen und zweitens seinen inneren Kritiker in einen konstruktiven inneren Coach verwandelt habe, werfe den ersten Stein. Selbstsabotage kennt doch wirklich jeder von sich, wirksame Strategien dagegen kennen nur wenige. Genau da setzt das Buch nämlich an, das ich als Coach übrigens sehr wertvoll für meine Arbeit finde. Ausserdem: Wer sich bei Kommentaren nicht traut, unter dem eigenen Namen aufzutreten, hat wahrscheinlich noch einige MINDFUCKS zu klären.

    • Peter Banz am 16.12.2011 20:04 Report Diesen Beitrag melden

      Terminologie

      Sie sprechen das sicher was Wahres an. Andererseits kritisieren die meisten hier ja nicht die Qualität des Inhalts an sich. Sie stören sich daran, dass die Prinzipien schon lange bekannt sind und nichts neues sind: alter Wein in neuen Schläuchen. Dieser Verdacht hat wesentlich mit den ganzen gesuchten Anglizismen zu tun. Wieso muss es z.B. "Life Coaching" sein, wenn "Lebensberatung" gemeint ist? Es entsteht - ob berechtigt oder nicht - der Verdacht, dass v.a. der Schein zählt.

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