Hochpotent

20. März 2019 17:28; Akt: 20.03.2019 17:28 Print

Immer mehr psychisch Kranke wegen Cannabis

Eine Studie zeigt: Menschen, die oft Cannabis konsumieren, haben häufiger Psychosen. Dass das Gras immer mehr THC enthält, verstärkt das Problem.

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Von wegen harmlos: Gemäss einer Studie von Forschern des Kings College London begünstigt regelmässiges Kiffen die Entstehung von Psychosen. Demnach erkrankten Personen, die täglich Cannabis konsumieren, dreimal häufiger an Psychosen als Nichtkonsumenten. Handelte es sich dabei um Gras mit hohem THC-Gehalt (über zehn Prozent), traten Psychosen sogar fünfmal häufiger auf. Für sich allein genommen kann die Studie, die im Fachjournal «The Lancet Psychiatry» erschienen ist, zwar nicht abschliessend belegen, dass der Cannabis-Konsum die Ursache für das Auftreten der Psychose war. Allerdings mehren sich die Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang. So hatten beispielsweise Schweizer Forscher mit internationalen Kollegen im Jahr 2017 mithilfe grosser Datensätze nachgewiesen, dass Cannabis-Konsum das Schizophrenie-Risiko erhöht. Ob ein Kiffer Gefahr läuft, eine psychische Erkrankung zu entwickeln, hängt laut Forschern um Celia Morgan von der University of Exeter davon ab, ob er den Genotyp AKT1 aufweist. Verfügt er über diesen, ist er doppelt so anfällig für Psychosen als Cannabis-Konsumenten mit einem anderen Genotyp. Das im «Fachjournal Psychiatry» publizierte Studienergebnis könnte helfen, Menschen mit diesem Genotyp künftig rechtzeitig vor einer Psychose zu bewahren. Wie wichtig das ist, zeigt eine Auswertung der Schweizer Spitalstatistiken durch 20 Minuten aus dem Jahr 2015: Seit der Jahrtausendwende ist die Zahl der Psychosen wegen Cannabis in der Schweiz stark angestiegen. Schuld daran ist vor allem das heute erhältliche, hochgezüchtete .

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Eine neue Studie fügt sich ein in eine Reihe von Untersuchungen, die auf einen Zusammenhang zwischen dem häufigen Konsum von hochpotentem Cannabis und Psychosen hindeuten. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Marta Di Forti vom King's College London sammelte an elf Zentren in Europa und Brasilien Daten von 901 Patienten zwischen 18 und 64 Jahren, die mit einer ersten Psychose-Episode in Behandlung kamen.

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Parallel verwendeten die Forschenden die Informationen von 1237 Menschen ohne Psychose als repräsentative Stichprobe der jeweils lokalen Bevölkerung als Kontrollgruppe. Bei den Patienten wurde erhoben, wie oft und welches Cannabis sie konsumiert hatten. Dann wurden zwei Gruppen nach dem THC-Gehalt (weniger oder mehr als zehn Prozent) gebildet.

Drei- bis fünfmal häufiger

Patienten, die täglich Cannabis konsumierten, erkrankten dreimal häufiger an Psychosen als Nicht-Konsumenten. Das stieg bis fast auf das Fünffache beim täglichen Konsum von hochpotentem Cannabis mit einer THC-Konzentration von mehr als zehn Prozent, so die Wissenschaftler.

Würde das hochpotente Cannabis vom Markt verschwinden, würde die Psychose-Rate rechnerisch um 12,2 Prozent sinken. In Amsterdam sogar um bis zu 50 Prozent und in London um 30 Prozent.

Für sich allein genommen kann die Studie, die im Fachjournal «The Lancet Psychiatry» erschienen ist, zwar nicht abschliessend belegen, dass der Cannabis-Konsum die Ursache für das Auftreten der Psychose war. Allerdings mehren sich die Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang. So hatten beispielsweise Schweizer Forscher mit internationalen Kollegen 2017 mithilfe grosser Datensätze nachgewiesen, dass Cannabis-Konsum das Schizophrenie-Risiko erhöht.

Vorsicht bei Legalisierung

Dieter Meyerhoff von der University of California in San Francisco wertet die neue Studie als wichtige Nachricht für die öffentliche Debatte über die Legalisierung von Cannabis: Bevor Cannabis legalisiert werde – und in vielen Ländern sei es schon legal – sollte die Gesellschaft sich über die Konsequenzen für das individuelle und allgemeine Gesundheitsbild im Klaren sein.

«Leider wissen wir heute als Gesellschaft immer noch viel zu wenig über die langfristigen gesundheitlichen Konsequenzen von unkontrolliertem Cannabis-Konsum, speziell bei Teenagern und jungen Erwachsenen», erklärte Meyerhoff.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alyeska95 am 20.03.2019 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Erfahrung

    Ich habe in der geschlossenen Psychiatrie viele sehr junge Patienten mit Psychosen erlebt, und kann leider bestätigen, dass die meisten einen regelmässigen Cannabiskonsum in der Vergangenheit hatten. Ob jedoch dieser Konsum die Krankheit auslöste, oder ob der extensive Konsum der Versuch einer Selbsttherapie war, ist unmöglich zu sagen.

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  • Bärn frvr am 20.03.2019 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Von einem langjährigen raucher

    Ich kiffe seit ca. 10 Jahren. Seit ca. 7 Jahren täglich. Viele Freunde von mir kiffen ebenfalls jeden Tag. Man merkt das von einigen die Psyche etwas angeschlagen ist. Einer hat sogar eine relativ starke Bipolare Störung entwickelt. Ich halte Cannabis nach wie vor für ein Heilmittel, dass unbedingt legalisiert werden sollte, jedoch darf man Cannabis nicht einfach blauäugig unterschätzen. Seid vorsichtig und lasst es bleiben wenn ihr merkt es tut euch nicht gut.

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  • sam am 20.03.2019 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die gesellschaft ist schuld

    ich seh es anders. immer mehr menschen kimmen mit dieser kalten materielen gesellschaft nicht klar und greiffen zu suchtmitteln, um diese gesellschaft einigermasen ertragen zu können. übrigens, psychosen werden durch thc ausgelöst, aber nicht verursacht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Matogato am 02.04.2019 23:38 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist Unterschied...

    Mann muss unterscheiden zwischen Natural Cannabis und künstlichen Cannabis wenn es keine Sonne, Wind, Regen und Erde gesehen hat ... setze Samen hab Freud am Giessen tue mal selber Energie rein und dann wird es fein ... es sind 2 paar Schuhe ...Indoor kultur als Angst und Prohibition kind ... mach es entlich legal zum uns ermöglichen es wieder ohne Angst im Garten kultivieren dann wird es sicher mehr im Einklang mit Natur

  • Moni.I am 01.04.2019 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cannabis

    Cannabis ist nicht für junge Menschen die noch in der Entwicklung sind Alkohol aber auch nicht.

  • Statistiker am 27.03.2019 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Parameter der Studie sind reiner Humbug

    Super Studie an 901 Probanden in den unterschiedlichsten Altersklassen. Und es darf auch vermutet werden, das diese unterschiedlichen Gesundheitsstufen hatten und mit mehr oder weniger gesundheitlichen Vorerkranungen behaftet waren. Und es macht auch sicher Sinn, Probanden aus Europa und Brasilien für so eine Studie in einen Topf zu werfen, weil wir in Europa und Brasilien haargenau die gleichen lebensumstände haben.

  • Cannabis am 26.03.2019 00:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    Die Wahrheit ist doch das Cannabis viele gute medizinische Eigenschaften hat und bei vielen Krankheiten erfolgreich eingesetzt werden könnte. Cannabis könnte sogar richtig verwendet Krebs heilen.. Daran hat die Pharma aber leider kein Interesse, da es sich nicht Patentieren lässt und man damit nicht so viel Geld verdienen kann wie z.B. mit einer Chemotherapie. Ausserdem könnte es ja jeder in seinem Garten pflanzen anstatt in die Apotheke zu gehen, um gewisse Tabletten zu kaufen die man dann nicht mehr benötigen würde.....

  • Jimmy Dubler am 24.03.2019 23:04 Report Diesen Beitrag melden

    Tests Tests Tests

    5G, all die Pestizide, Abgase, Lärm, Stress u.s.w über all dass haben wir auch keine langzeit Studie.... Oder doch?? Depression, Burn outs u.s.w kein problem aber Achtung Kiffen ist gefährlich!! Witz Gesellschaft