Think positive!

27. August 2019 10:37; Akt: 27.08.2019 10:37 Print

In einem Punkt haben Optimisten die Nase vorn

Positiv statt negativ – so kommt man deutlich weiter. Laut US-Forschern haben Optimisten grössere Chancen, sehr alt zu werden.

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Positiv gestimmt durchs Leben zu gehen, lohnt sich. Das zeigt eine Studie von Forschern der Boston University School of Medicine. Dabei zeigte sich, dass diejenigen Menschen, die besonders optimistisch sind, um 11 Prozent (Männer) bis 15 Prozent (Frauen) länger leben. Die Chance, 85 oder älter zu werden, war bei der Gruppe der stärksten Optimistinnen um 50 Prozent grösser als bei den stärksten Pessimistinnen. Bei den Männern betrug der Unterschied in der Studie 70 Prozent. Es scheint, so die Forscher, dass optimistische Menschen ihre Emotionen und ihr Verhalten besser regulieren können. Ausserdem erholten sie sich besser von Stresssituationen und Schwierigkeiten. Weitere Erklärung von Seiten der Forscher: Optimisten könnten unter Umständen besser sozial integriert sein, was sich ebenfalls auf die Lebenserwartung auswirken könnte. Es ist nicht das erste Mal, dass Forscher zu dem Schluss kommen, dass positive Gedanken den Menschen gesund halten können. Die Untersuchung von 70'000 Frauen zeigte: Diejenigen, die weitgehend positiv gestimmt unterwegs sind, hatten nicht nur deutlich weniger Gesundheitsprobleme, sie überstanden diese auch besser. Deshalb raten die Wissenschaftler, das positive Denken zu trainieren. Doch übertreiben sollte man es mit der positiven Lebenseinstellung aber nicht. Laut dem britischen Psychologen Richard Wiseman kann das sogar schädlich sein und krank machen. Deshalb setzt er in seinem Ratgeber auf Dieses lässt sich ganz einfach anwenden. Mundwinkel so weit wie möglich nach oben ziehen, die Augenbrauen leicht heben und diesen Gesichtsausdruck für 20 Sekunden lang beibehalten. Für mehr Willenskraft braucht es ein bisschen angespannte Muskeln. Wer das nächste Mal unbändige Lust auf eine Zigarette hat, aber seit drei Monaten Nichtraucher ist, oder weniger Süsses essen will, dem Zitronencake bei der Grosstante aber nicht widerstehen kann, Wer nicht gerade mit freiem Oberkörper posiert, kann sich selbstverständlich auch an einem Kugelschreiber festkrallen, schon ist die Willenskraft unerschütterlich und man lässt sich von nichts verführen. Bei einer Diät lassen sich die Tricks sogar noch ausweiten. Statt einfach drauflos zu essen, schenkt man dem ganzen Vorgehen automatisch mehr Aufmerksamkeit. Man isst also weniger. Und schon ist die Diät erfolgreich! Wie kommt man zu mehr Ausdauer bei kniffligen Aufgaben? Richtig. Ron Friedman von der University of Rochester hat eine Studie durchgeführt, bei der Freiwillige schwierige Aufgaben lösen mussten. Am längsten haben diejenigen durchgehalten, die gerade auf ihrem Stuhl sassen und bei Problemen einfach mal für einige Zeit die Arme verschränkten. Wem es an Selbstbewusstsein mangelt, dem ist mit einer ganz simplen Pose geholfen. Ganz Übermütige könnten noch die Füsse aufs Pult legen. Wer gerade keinen Stuhl zur Verfügung hat, der kann sich auch stehend selbstsicherer machen. Einfach nur gerade hinstehen, Schultern zurück, Brust raus. Vor einer schwierigen Verhandlung lohnt es sich, auf den Sessel zu achten, auf den sich der Verhandlungspartner setzen soll. In einer Studie von Joshua Ackerman von der MIT Sloan School of Management haben Teilnehmer auf harten Stühlen deutlich weniger angeboten und waren bei der Verhandlung auch deutlich weniger flexibel. Wer ein schlechtes Gewissen hat, kann sich noch so lange einreden, dass doch alles gar nicht so schlimm gewesen sei. Chen-Bo Zhong von der University of Toronto hat herausgefunden, dass sich Menschen, die etwas Unmoralisches getan hatten und sich danach die Hände wuschen, weniger schuldig fühlten. Nicht nur sich selbst, auch andere Menschen kann man mit seinem Verhalten überlisten. Wenn man will, dass in einem Gespräch Untersuchungen von Gary Wells von der Iowa State University haben gezeigt, dass das Gegenüber die Bewegung nachahmt und deshalb unbewusst das Gefühl hat, das Gleiche zu denken wie der andere. Auch Verliebtsein kann gesteuert werden. Studien von Robert Epstein, dem Gründer des Cambridge Centre for Behavioural Studies, haben gezeigt, dass:

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Wer lebt länger, Optimisten oder Pessimisten? Die Studienlage zu dieser Frage war bisher widersprüchlich. So wurde Pessimisten zu Gute gehalten, dass sie sich mehr um ihre Gesundheit sorgen, Optimisten hingegen zeigten sich weniger anfällig für bestimmte Krankheiten, wie Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Eine neue Studie zeigt nun: Richtig alt werden eher Optimisten. Die Ergebnisse sind in den «Proceedings of the National Academy of Sciences» erschienen.

Über 70'000 Daten analysiert

Das Team um Lewina Lee von der Boston University School of Medicine nutzte zwei Datenbanken, in denen seit Jahrzehnten die Krankengeschichte bestimmter Berufsgruppen gespeichert werden. So bekamen die Forscher Informationen über den Gesundheitszustand und die Lebensführung von fast 70'000 Krankenschwestern und 1429 Veteranen.

Bei allen war zudem mit Hilfe von Fragebögen und Tests ermittelt worden, ob sie eher optimistisch oder pessimistisch sind. Die Forscher hatten die Frauen in vier Gruppen – von sehr optimistisch bis sehr pessimistisch eingeteilt. Bei den Männern waren es fünf Gruppen.

Das Ergebnis: Die Frauen in der besonders optimistischen Gruppe lebten im Schnitt um 15 Prozent länger als die in der pessimistischsten Gruppe. Dabei analysierten die Forscher Frauen, die ähnliche demografische Merkmale und Vorerkrankungen hatten. Bei optimistischen Männern betrug der Unterschied in der Lebenszeit elf Prozent.

Optimismus macht beliebt

Die Chance, 85 oder älter zu werden, war bei der Gruppe der stärksten Optimistinnen um 50 Prozent grösser als bei den stärksten Pessimistinnen. Bei den Männern betrug der Unterschied in der Studie 70 Prozent.

Die Wissenschaftler wollten zudem herausbekommen, ob die höhere Lebenserwartung daran liegen könnte, dass Optimisten grundsätzlich gesünder leben, also zum Beispiel regelmässiger zum Arzt gehen, weniger rauchen oder trinken und mehr Sport treiben. Rechneten die Wissenschaftler solche Unterschiede in der Lebensführung mit ein, schwächte sich das Ergebnis ab, aber weiterhin waren die Optimisten klar im Vorteil. Sie lebten auch bei ähnlicher Lebensführung länger.

Die Forscher vermuten daher, dass Optimisten noch weitere Lebensvorteile haben: «Andere Studien legen nahe, dass optimistische Menschen ihre Emotionen und ihr Verhalten besser regulieren können. Und sie erholen sich besser von Stresssituationen und Schwierigkeiten», so Co-Autorin Laura Kubzansky in einer Mitteilung der Boston University School of Medicine. Auch seien Optimisten unter Umständen besser sozial integriert, was sich ebenfalls auf die Lebenserwartung auswirken könnte.

Optimismus ist lernbar

Optimismus sei zwar zum Teil genetisch bedingt, aber auch erlernbar, so die Forscher: «Diese Studie hat eine grosse Relevanz für die öffentliche Gesundheit, weil sie nahelegt, dass Optimismus einer der psychologischen Faktoren ist, die ein Menschenleben verlängern können. Interessanterweise lässt sich der Grad an Optimismus beeinflussen. Dafür gibt es recht einfache Methoden und Therapien», so Lewina Lee in der Mitteilung.

Theoretisch sei zwar auch die umgekehrte Begründung denkbar, dass sehr kranke Menschen eher pessimistisch seien und sie eben auch früher sterben, schreiben die Forscher in der Studie. Doch sie hatten diejenigen Menschen von der Liste gestrichen, die bald nach Studienbeginn gestorben waren. Auch wenn sie Menschen wegliessen, die zu Beginn der Studie chronische Krankheiten hatten, blieben die Ergebnisse bestehen.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kaati am 27.08.2019 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In diesem Punkt haben die Pessimisten die Nase vor

    Pessimisten gehen vom Schlimmsten/ Schlechtesten aus und können daher nur positiv überrascht werden.

    einklappen einklappen
  • Dx am 27.08.2019 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Optimisten sind glücklicher,

    Pessimisten haben dafür häufiger Recht.

  • Jugni am 27.08.2019 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Positiv zu sein,gut für Gesundheit

    Bin ein positiver Mensch.Nehme es gelassener als früher.Und mir geht es sehr gut habe eine gute Arbeit und eine schöne Zweizimmer Wohnung in Winterthur.Und ich helfe auch den meisten Menschen wo es nicht so gut geht,gebe Ratschläge.Auch unterstütze ich meine Zwillingsschwester Karin sie kommt einmal im Monat zu mir.

Die neusten Leser-Kommentare

  • dominik am 28.08.2019 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Bild 12

    Musste lachen :) Bild 12 hat mich an Schimpansen erinnert, die ihre Artgenossen nonverbal beeindruckend wollen. Wir sind animalischer als wir glauben. Sieht man auch bei anderen Themata. ;)

  • J. Murphy am 27.08.2019 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wussten wir schon.

    Ja, das sind alte Wahrheiten. Aber mein Ziel ist nicht länger zu leben - sondern glücklicher.

    • Flørigni am 28.08.2019 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @J. Murphy

      Da ist wohl ebenfalls Optimismus angesagt ;)

    einklappen einklappen
  • ;) am 27.08.2019 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Pessimist: Schlimmer gehts nicht. Optimist: Doch doch.

  • MadChengi Dead Man Walking am 27.08.2019 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Evil Dead 8002 Zürich

    Dann müsste ich eigentlich seit der Einschulung tot sein!

  • Der Realist am 27.08.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Puuh, Glück gehabt

    Denn sehr alt möchte ich ganz bestimmt nicht werden. Ausserdem bin ich weder Optimist (auch naiv genannt) oder Pessimist sonder ein Realist.