Pfizer und Sanofi-Aventis

07. März 2011 07:51; Akt: 07.03.2011 18:53 Print

Japan stoppt Impfungen nach Todesfällen

Nach dem Tod von vier Kleinkindern hat die japanische Regierung die Nutzung von Impfstoffen gegen Lungenentzündung, Meningitis und andere Infektionen vorübergehend ausgesetzt.

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Vier Kleinkinder starben in Japan nach Impfungen. (Bild: Keystone)

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Die Entscheidung sei bereits am Samstag getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Konkret betroffen seien Impfstoffe des US-Konzerns Pfizer sowie des französischen Unternehmens Sanofi-Aventis, sagte das Ministerium. Am (morgigen) Dienstag sollten Experten angehört werden.

Die vier Kinder, die zwischen wenigen Monaten und bis zu zwei Jahren alt waren, waren zwischen dem 2. und dem 4. März gestorben. Die Todesfälle ereigneten sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums zum Teil noch am Tag der Impfung; bis hin zum dritten Tag nach Verabreichen des Wirkstoffs. Der Behörde zufolge hatten die Impfungen in Japan vor mehr als einem Jahr begonnen. Mittlerweile hätten sie zwischen 1 und 1,5 Millionen Kinder erhalten.

Pfizer teilte mit, dass es bezüglich seines Impfstoffs Prevenar bei den Untersuchungen kooperiere. In den USA werde der Wirkstoff bereits seit rund zehn Jahren eingesetzt, sagte das Unternehmen. Sanofi-Aventis teilte ebenfalls in Japan mit, dass sein Impfpräparat ActHIB im Jahr 1992 in Frankreich und ein Jahr später in den USA zugelassen worden sei.

Schweiz nicht betroffen

In der Schweiz ergebe sich nach den Vorfällen in Japan kein Handlungsbedarf, wie am Montag das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic mitteilte. ActHIB sei in der Schweiz nicht zugelassen.

Der andere Impfstoff, Prevenar (7-valent), sei in der Variante, die in Japan zur Anwendung komme, zwar noch zugelassen, werde in der Schweiz aber nicht mehr vertrieben. Es sei im vergangenen Jahr durch Prevenar 13 ersetzt worden, welches im Impfplan 2011 empfohlen werd.

Zudem seien die betroffenen Chargen von Prevenar (7-valent) nur in Japan vertrieben worden, hiess es von Seiten von Swissmedic weiter. Das Institut verfolge die Situation aber weiter.

(ap)