Uno-Bericht

18. Juni 2019 04:13; Akt: 18.06.2019 20:19 Print

Jeder dritte Mensch hat kein sicheres Trinkwasser

Gemäss einem UNO-Bericht hat die Hälfte aller Menschen keine hygienische Toilette zur Verfügung.

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Rund 2,2 Milliarden Menschen haben laut einem UNO-Bericht kein sicheres Trinkwasser zur Verfügung – das ist jeder dritte Mensch auf der Welt. 785 Millionen Menschen haben demnach noch nicht einmal eine Basisversorgung.

Wie das UNO-Kinderhilfswerk Unicef und die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag erklärten, hat mehr als die Hälfte aller Menschen (4,2 Milliarden) keine sichere Sanitärversorgung mit hygienischen Toiletten. Drei Milliarden Menschen haben noch nicht einmal die Möglichkeit, sich zu Hause die Hände zu waschen.

Der gemeinsame Fortschrittsbericht zu Trinkwasser, Sanitär und Hygiene von Unicef und WHO stellt heraus, dass zwar grosse Fortschritte bei der Versorgung mit Wasser, Toiletten und Hygiene erreicht wurden. Die Fortschritte sind aber ungleich verteilt und es gibt grosse Lücken bei der Qualität der Versorgung.

Dem Bericht zufolge haben seit dem Jahr 2000 weltweit 2,1 Milliarden Menschen zusätzlich Zugang zu einer Grundversorgung mit sanitären Einrichtungen erhalten. Rund zwei Millionen Menschen hätten aber immer noch keine als sicher eingestufte hygienische Toilette oder Latrine zur Verfügung – sieben von zehn der betroffenen Menschen leben auf dem Land, ein Drittel in einem der am wenigsten entwickelten Länder.

Notdurft im Freien

Viele Menschen verrichten auch immer noch ihre Notdurft im Freien. Bei dem Ziel, diese Praxis zu beenden, gibt es nach Angaben von Unicef und WHO sowohl Fortschritte als auch Rückschritte: So ging der Anteil der Menschen, die öffentlich Kot ausscheiden, seit 2000 von 21 Prozent auf neun Prozent zurück. Fortschritte wurden in 91 Ländern verzeichnet.

Aber schätzungsweise 673 Millionen Menschen erleichtern sich dem Bericht zufolge nach wie vor im Freien. In 39 Ländern, die mehrheitlich im südlichen Afrika liegen und ein hohes Bevölkerungswachstum haben, ist die Zahl sogar gestiegen.

Drei Milliarden Menschen hatten dem Bericht zufolge 2017 keine einfache Waschgelegenheit mit Wasser und Seife zu Hause. In den am wenigsten entwickelten Ländern hatten fast drei Viertel der Bevölkerung keine Möglichkeit zum Händewaschen.

Übertragung von Krankheiten

Jedes Jahr sterben nach Angaben von Unicef und WHO 297'000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen, die durch mangelnde Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung verursacht werden. Unzureichende Sanitärversorgung und verschmutztes Trinkwasser tragen ausserdem zur Übertragung von Krankheiten wie Cholera, Ruhr, Hepatitis A und Typhus bei.

Kinder und ihre Familien in armen und ländlichen Regionen hätten das grösste Risiko, bei der Trinkwasser- und Sanitärversorgung «abgehängt» zu werden, erklärte die Unicef-Expertin für Wasser, Sanitär und Hygiene, Kelly Ann Naylor. Regierungen müssten in die Gemeinden investieren, «damit wir diese ökonomische und geografische Kluft überwinden und dieses grundlegende Menschenrecht erfüllen».

Die Trinkwasser- und Sanitärversorgung wird von der UNO als sicher eingestuft, wenn es Trinkwasser auf dem Grundstück gibt, das nicht kontaminiert und jederzeit verfügbar ist, und wenn es hygienische Toiletten gibt, deren Abwasser sicher behandelt und entsorgt wird.

Als Kriterien für eine Grundversorgung gelten eine geschützte Trinkwasserquelle in einem Radius von 30 Minuten für den Hin- und Rückweg, eine gute Toilette oder Latrine, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden muss, und eine Waschgelegenheit zum Händewaschen mit Seife zu Hause.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rick am 18.06.2019 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    H2O

    Es ist schon traurig das zu hören. Jedoch stehen die Regierungen, die selbst ernannten Diktatoren dieser Länder in der Verantwortung. In ihren Palästen fliesst das Wasser ohne Probleme, das Volk ist denen egal.

  • Jerome am 18.06.2019 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Der Umwelt anpassen

    Sehr sehr traurig. Aber warum zeugt man 8 Kinder in solch einer menschenunfreundlichen und trockenen Gegend? Das habe ich noch nie verstanden. Tut mir so leid für all die Kids.

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  • solu am 18.06.2019 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WasserKäfig

    Welche Länder sind das?. Wieso haben die eine Regierung die sich nicht darum kümmert?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Superboy am 25.06.2019 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spenden sinnlos

    Wo sind diese Milliarden von westliche Länder die jährlich spenden und in verschiedenen Projekte investieren das dort in Dörfern ein sauberes Wasser haben?

  • Dan y el am 20.06.2019 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Stress

    Weil sie Zeit haben, es macht Spass und evt. bringt es, eines der Kinder ja weiter....

  • Marco am 20.06.2019 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld geile Welt

    Jahr für Jahr werden aber millionen für sauberes Trinkwasser gespendet ich frage mich langsam schon wo die ganzen Gelder hin fliessen ich denke nicht in fliessendes Wasser...

    • Heinz Brunner am 21.06.2019 09:48 Report Diesen Beitrag melden

      Sie lassen alles vergammeln

      Geld geht an die korrupen Herrscher der Regierungen und die Leute lassen die Brunnen innert kurzer Zeit versanden weil sie nicht aber gar nichts tun. Habe selber im Prokjekt Wasserbrunnen gearbeitet. Kaum ist man weg wird alles verschlampt und geht kaputt

    • Mac-Druide am 25.06.2019 07:43 Report Diesen Beitrag melden

      Komm wir machen einen Schritt

      @Heinz Brunner; Genau. Ein tropfen auf den heissen Stein. Man muss schon immer daneben stehen und überwachen, ob alles wircklich gewartet wird. Das Feedback davon ist, wir werden kontrolliert und überwacht und können uns nicht frei entfalten. Danach fallen diese wieder in ihr starres Verhalten und sitzen den ganzen Tag auf dem Hocker und starren in die Zukunft.

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  • Bob am 20.06.2019 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht neues unter der sonne

    So ist es leider. Menschen müssen auch für essen bezahlen. Oder um ein dach über dem kopf zu haben...genau so rückständig. Aber wir sind ja alle frei. Es müssen nur steuern bezahlt werden...

  • Fraz am 20.06.2019 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Habe genug davon.....

    Man geht täglich an einem verdreckten Edelstein vorbei und hebt ihn nicht auf weil man zu faul ist ihn zu waschen. Kommt dann aber einer der ihn aufnimmt und ihn durch Arbeit zum funkeln bringt, dann fühlt sich der Faule ausgebeutet.... Etwa so sieht es in vielen Drittweltländern doch aus. Wer nicht lernen will.... Tja, nicht mein Problem!