Vererbung

28. Februar 2011 13:55; Akt: 01.03.2011 17:42 Print

King George, Opfer des Stotter-Gens?

Das oscargekrönte Schicksal eines stotternden Monarchen bewegt nicht nur die Filmwelt: Forscher wollen nun die Ursache für die Störung des Redeflusses gefunden haben.

Der Trailer zum oscargekrönten Film «King's Speech».
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Mit welchen Problemen hat ein nach Autorität strebender Erwachsener zu kämpfen, dessen Rhetorik durch Stottern stark beeinträchtigt wird? Der Film «The King's Speech» erzählt eindrücklich, dass auch Monarchen nicht von Störungen des Redeflusses verschont bleiben und deshalb die Öffentlichkeit lieber meiden möchten.

Bislang war unklar, warum rund ein Prozent aller Erwachsenen weltweit stottert. Ein Phänomen, das Wissenschaftler des National Institute on Deafness and Other Communication Disorders in Maryland, USA, näher erforschten. Den Grund für die Sprachbesonderheit fanden sie in unseren Erbanlagen.

Stottern aufgrund einer Stoffwechselstörung?

Im Rahmen einer Studie untersuchte Batteys Team die Erbinformationen mehrerer Freiwilliger aus den USA, Pakistan und England. Dabei stiess es auf zwei Genvarianten, die eine Stoffwechselstörung hervorrufen, die für das Stottern verantwortlich ist. Ein drittes am Prozess beteiligtes Gen wurde zum ersten Mal beim Menschen entdeckt, wie das «New England Journal of Medicine» Mitte Februar berichtete.

Durch das Forschungsergebnis erhoffen sich die US-Wissenschaftler die Entwicklung eines Medikaments, das auf den Hirnstoffwechsel Einfluss nehmen soll. Dadurch könnten dann die für das Stottern verantwortlichen Prozesse positiv beeinflusst werden.

Stottern liegt häufig in der Familie

Schätzungen zufolge durchleben rund fünf Prozent aller Kinder eine Stotter-Phase - die Redefluss-Störung verschwindet häufig von selbst wieder. Eine genetische Stotter-Disposition wurde bereits seit längerem vermutet, da sich bei rund 60 Prozent aller Stotternden weitere Familienmitglieder mit der Sprachbesonderheit finden.

Weitere Informationen zum Stottern und zu Therapiemöglichkeiten finden Interessierte bei Versta (Vereinigung für Stotternde und Angehörige).

(rre)