Damit er Vater werden kann

16. Dezember 2019 12:17; Akt: 16.12.2019 12:17 Print

Mann ohne Hoden erhält einen Hoden vom Bruder

Eigentlich gilt: Wer keine Testikel hat, kann keine Kinder zeugen. Auf einen 36-jährigen Serben trifft das nun nicht mehr zu. Er kann ihnen sogar seine DNA weitergeben.

Einem Soldaten, der in Afghanistan seine Genitalien verloren hatte, wurden neben dem Penis und der unteren Bauchdecke nur der Hodensack transplantiert – aus ethischen Gründen, da ein gespendeter Hoden sonst Spermien mit dem Erbgut des Spenders produziert hätte. (Video: Johns Hopkins Medicine)
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Eineiige Zwillinge gleichen einander aufs Haar. Doch es gibt Ausnahmen, wie der Fall eines ungleichen Zwillingspaars aus Serbien zeigt: Während der eine mit vollständig ausgebildeten Genitalien zur Welt kam, wurde der andere ohne Hoden geboren.

Dank eines internationalen Chirurgenteams (siehe Box) ist die Ungleichheit 36 Jahre später Geschichte: In einer sechsstündigen Operation transplantierten sie dem hodenlosen Patienten ein Testikel seines Zwillingsbruders.

Schwierige Operation

Die Idee dahinter: Die Transplantation des Hodens vom Zwillingsbruder des Patienten soll zum einen den Testosteronspiegel des Mannes stabilisieren und es ihm zudem ermöglichen, Kinder zu zeugen, die seine DNA tragen, berichtet Nytimes.com. Schliesslich seien die eineiigen Brüder punkto Erbgut weitestgehend baugleich.

Weiterer Vorteil: Anders als bei Transplantationen von fremden Spendern, bei denen der Empfänger immunsuppressive Medikamente nehmen muss, damit das neue Organ nicht abgestossen wird, braucht der Hodenempfänger dies nicht zu tun.

Die Operation hatte es Medienberichten zufolge in sich. Einerseits mussten die Ärzte zwei Arterien und Venen miteinander verbinden, die einen Durchmesser von weniger als 2 Millimeter haben. Andererseits sei der Zeitdruck immens, so Bojovic laut Focus.de: «Sobald man den einen Hoden des Spenders entfernt hat, tickt die Uhr ganz schnell.» Denn ohne Blutversorgung seien Hoden nur vier bis sechs Stunden überlebensfähig.

Noch ein Eingriff notwendig

Obwohl der Eingriff gut verlaufen ist, muss sich der 36-jährige Hodenempfänger wohl noch einmal unters Messer legen. Den Ärzten war es nicht gelungen, den künstlichen Samenleiter an das Gewebe des Mannes anzuschliessen. Damit ist er momentan noch nicht in der Lage, sich normal fortzupflanzen.

Sollte er sich gegen eine weitere OP entscheiden, gäbe es zwei Alternativen: Er könnte sich einer Behandlung unterziehen, um Sperma aus dem Hoden für eine In-vitro-Befruchtung zu extrahieren. Alternativ könnte das Sperma seines Zwillingsbruders verwendet werden. Für den Hodenspender ändert sich trotz einem Hoden weniger nichts. Er soll so fruchtbar bleiben wie zuvor.

Es war erst die dritte bekannte Operation dieser Art. Die ersten beiden wurden vor 40 Jahren in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri durchgeführt.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blero am 16.12.2019 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Das nenn ich Bruderliebe, er schenkt ihm seine Hoden.

  • Rüsshäxli am 16.12.2019 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Das ist Bruderliebe.

  • Herr Kleiderbügel in der Apotheke am 16.12.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    das würde doch auch einfacher gehen !?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D_ArtagnanII am 16.12.2019 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handwerk und gesunder Menschenverstand

    Genau: "falls sich der Mann nicht nochmals unters Messer legen will, kann das Sperma seines Zwillingsbruders verwendet werden". Mit ein bisschen "Handwerk" wäre das auch ohne Operation gegangen -falls der Mann wirklich den Wunsch haben sollte, sich unbedingt fortpflanzen zu müssen. Umglaublich, zu was sich die Medizin heute hergibt! Wäre nicht die Aufgabe, Leben zu retten, anstatt sich irgendwelcher "feel better"-Operationen zu verschreiben? Die Ärzteschaft entfernt sich vom Eid des Hypokrates immer mehr zur Göttin Pekunia :-(

    • Also bitte am 16.12.2019 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D_ArtagnanII

      Sorry, aber hier geht es um viel mehr als eine feel-better-Operation. Ich möchte dich mal sehen wie du dich ohne Hoden fühlen würdest. Diese sind nicht nur für die Fortpflanzung nötig, sondern für die Produktion des Testosterons. Was ohne dieses Hormon passiert muss ich ja hoffentlich nicht erklären.

    • Mimi20 am 16.12.2019 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D_ArtagnanII

      Geht nicht ausschliesslich um die Fortpflanzung sondern auch um den Testosteronhaushalt. Testosteron wird im Hoden gebildet, was augenscheinlich bisher nicht möglich war, da er keine hatte. Wahrscheinlich musste dies bisher künstlich verabreicht werden. Also geht es nicht bloss um Feel-Good. Zudem, wer bestimmt die Grenze, welche ,,Behinderung'' operativ Behandlungswürdig ist und welche nicht. Sie?

    • herbert am 16.12.2019 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D_ArtagnanII

      es geht auch un die natürliche stabilitataion des Testosteronspiegels... hat also durchaus medizinische gründe...

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  • No_one am 16.12.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medizinisch genial

    Nur frage ich mich, ob der Bruder dann irgendwelche Ansprüche gegenüber dem Kind geltend machen kann. Bzw. die Mutter vom Kind oder das Kind gegenüber dem Bruder. Die Fortschritte in der Medizin sind aber echt toll.

    • P.Eter am 16.12.2019 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @No_one

      Ich denke nicht, dass man dann das Kind einem Vater zuordnen kann, da gleiche DNA. (evtl. durch Mutationen unterscheidbar)

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  • Ueli Spürhund am 16.12.2019 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Happy End

    Freut mich, wäre aber bestimmt auch mit einer einfachen Samenspende das Gleiche getan.

    • Ledina Sommer am 16.12.2019 14:41 Report Diesen Beitrag melden

      nicht verstanden?

      Nur würde eine Samenspende seinen Testosteronmangel nicht beheben.

    • Bud S. am 16.12.2019 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ledina Sommer

      das machen aber Medikamente. hat ja bisher auch geklappt

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  • Blero am 16.12.2019 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Das nenn ich Bruderliebe, er schenkt ihm seine Hoden.

  • Death Parade am 16.12.2019 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    was man ned alles für den bruder tut