Verwahrlosung

30. März 2011 13:09; Akt: 30.03.2011 14:16 Print

Mann verbrachte zwei Jahre auf einem Stuhl

Polizisten in Ohio (USA) fanden einen stark übergewichtigen Mann in bedauernswertem Zustand vor: Er sass auf einem Stuhl – offenbar hatte er diesen seit zwei Jahren nicht verlassen.

Unvorstellbar: Ein 43-Jähriger vegetierte zwei Jahre auf einem Stuhl. Erst jetzt wurde ihm geholfen.
(Quelle: «WTRF-TV»
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Als die Beamten einer Polizeiwache aus Bellaire, Ohio (USA), am vergangenen Sonntag zu einem Haus in die Washington Street gerufen wurden, ahnten sie nicht, was sie dort erwartete. Dort fanden sie einen stark adipösen Mann vor, der teilnahmslos auf einem Stuhl sass. Der verwahrloste 43-Jährige vegetierte in seinen eigenen Exkrementen – er hatte sich offenbar seit etwa zwei Jahren nicht mehr vom Stuhl bewegt. Einem Bericht des Senders «WTRF-TV» nach war die Haut des Gesässes bereits mit dem Stoffbezug des Sitzmöbels verwachsen.

Aufgrund der übermässigen Körperfülle des Mannes waren Feuerwehrleute gezwungen, ein Loch in eine Zimmerwand zu schlagen. Nur auf diese Weise gelang es ihnen, den hilflosen Mann zu befreien und ins Spital zu bringen - sein Zustand war zu diesem Zeitpunkt lebensbedrohlich. Ein Polizist erzählte später, es sei sein schlimmster Einsatz überhaupt gewesen. Neben dem bedauernswerten Zustand des Mannes habe ihn auch der unerträgliche Gestank im Haus sehr belastet.

Zwei verantwortungslose Mitbewohner

Noch unvorstellbarer erscheint die Situation, wenn man bedenkt, dass der Mann nicht alleine in seinem zum Gefängnis gewordenen Heim hauste: Er lebte dort mit seiner Partnerin und einem Mitbewohner. Offenbar hatten sie den Verwahrlosten mit Nahrung versorgt. Die Polizei riefen sie aber erst, als ihnen ihr WG-Partner völlig apathisch erschien.

Auch die Besitzerin des Hauses ist entsetzt. Sie erzählte den Medien, dass der aus seiner misslichen Lage Befreite vor einigen Jahren bei ihr als Mietinteressent vorstellig wurde. Damals soll er noch einen vitalen und aktiven Eindruck auf sie gemacht haben.

Wie es zu der enormen Verwahrlosung kam und wie es dem Mann jetzt geht, konnte dem Bericht des TV-Senders nicht entnommen werden.

(rre)