Studie

25. Dezember 2008 14:17; Akt: 25.12.2008 14:27 Print

Medikamenten-Mix bei älteren Menschen problematisch

Viele ältere Menschen nehmen täglich einen gefährlichen Medikamenten-Mix zu sich, ohne dass eine ärztliche Beratung gewährleistet wäre. Die Risiken ergeben sich oftmals dadurch, dass verschreibungspflichtige Präparate und frei verkäufliche Mittel gleichzeitig eingenommen werden.

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Als potenziell gefährlich gilt unter anderem die Kombination von Blutverdünnern mit Ginkgo-Extrakten, durch die innere Blutungen gefördert werden können.

Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung an der Universität von Chicago, die in der jüngsten Ausgabe des «Journal of the American Medical Association» veröffentlicht wurde. Die Risiken ergeben sich oftmals dadurch, dass verschreibungspflichtige Präparate und frei verkäufliche Mittel gleichzeitig eingenommen werden.

Für die Studie unter Leitung von Stacy Tessler Lindau wurde der Medikamentenkonsum von 3500 US-Bürgern zwischen 57 und 85 Jahren erfasst. Bei jeder 25. Person wurde eine Kombination von Präparaten festgestellt, die zu schweren Komplikationen führen kann. Bei Männern zwischen 75 und 85 Jahren fiel sogar jeder zehnte in die Risikogruppe.

Allgemein sei bekannt, dass die Kombination verschreibungspflichtiger Medikamente gefährlich sein könne, sagte Tessler Lindau. «Was die Menschen sich aber nicht hinreichend klar machen ist, dass nicht verschreibungspflichtige Präparate mit verschreibungspflichtigen Wechselwirkungen hervorrufen können.»

Kürzlich hatte eine andere Studie gezeigt, dass sich in den USA jedes Jahr rund 175.000 Patienten über 65 Jahren wegen gefährlicher Auswirkungen von Mehrfach-Medikationen in die Notaufnahme begeben.

(sda)