Arbeitswelt

22. März 2011 08:09; Akt: 22.03.2011 09:31 Print

Miese Jobs machen krank

Die Arbeitslosigkeit trifft einen hart und zumeist unerwartet. Australischen Wissenschaftlern zufolge lässt sich sogar dieses Übel toppen.

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Ein schlechter Job - offenbar schlimmer als die Arbeitslosigkeit.
(Bild: Colourbox)

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Viele Arbeitnehmer stürzt der Verlust des Jobs in eine Krise. Sie werden aus einer gewohnten Struktur herausgerissen und sehen einer ungewissen Zukunft entgegen.
Eine grosse psychische Belastung. Für den Staat ist der Arbeitslose vor allem ein Kostenfaktor. Nicht zuletzt deshalb steht die rasche Vermittlung des Erwerbslosen an eine neue Stelle im Vordergrund.

Unter Umständen ist das für den Vermittelten aber deutlich schlimmer als die Arbeitslosigkeit selbst. Wissenschaftler der Universität Canberra in Australien nahmen Erhebungsdaten von rund 7000 Menschen unter die Lupe. Zu den Fragen, die Peter Butterworth und sein Team auswerteten, gehörten beispielsweise, ob die tägliche Arbeit Herausforderungen mit sich bringen würden. Auch Faktoren wie Bezahlung, Sicherheitsstandards und Eigenständigkeit bei Ausübung des Jobs wurden abgefragt.

Schlechter Job, schlechte Bezahlung

Bei der Auswertung zeigte sich, dass diese Fragen beim untersten Segment der Berufstätigkeit nahezu immer negativ bewertet wurden. Beim Vergleich mit dem Befinden von Arbeitslosen kamen die Wissenschaftler zum Schluss, dass es um die Gruppe dieser Arbeitnehmer ähnlich schlecht stand wie um die Erwerbslosen. Gemäss den Resultaten erging es den Schuftenden der untersten Lohnklasse sogar noch schlechter.

Das Fazit der Autoren der Studie: Zwar bekommen die Arbeitnehmer durch ihre Tätigkeit mehr Struktur in ihr Leben. Dafür mangelt es aber an Kontrolle, Selbstbestimmung, Sicherheit und nicht zuletzt am Geld.

Doch das ist nichts gegen die Entdeckung, die australische Wissenschaftler jetzt gemacht haben.


(rre)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peschä am 22.03.2011 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ist so

    Z.B. ein "1-Euro-Job" ist doch nichts anderes, als eine weitere Demütigung. Das Signal könnte klarer nicht sein: "Ihre Arbeit ist gerade mal 1 Euro wert - wenn überhaupt." Natürlich mach so ein Job nicht zufriedener, sondern fertig. Geld ist nunmal eine sehr ehrliche Form von Wertschätzung und Wertschätzung ist elementar für's Wohlbefinden. Deshalb sind faire Löhne so wichtig.

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  • Bolivar am 22.03.2011 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kapitalismus....

    Es lebe der Kapitalismus und die direkten Folgen davon!!Die Zeit der Veränderung hat begonnen und bald wird Menschlichkeit wieder mehr wert sein als Geld!Entweder durch Reformen oder Revolten!

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  • Mike am 22.03.2011 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Eine wirklich unnütze Studie...

    Mir würd's auch besser gehen, wenn ich den ganzen Tag zu Hause abhängen könnte ohne einen Finger zu rühren und die Kohle kommt trotzdem pünktlich auf mein Konto...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peschä am 22.03.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Tagesstruktur wird überbewertet

    Eine "Tagesstruktur" hat keinen Selbstzweck, sondern ergibt sich automatisch aus den Tätigkeiten, denen jemand nachgeht und aus seinem Umfeld. Arbeitslose leiden wohl kaum unter mangelnder Tagesstruktur, sondern unter mangelnder Wertschätzung und mangelnder finanzieller Unabhängigkeit.

    • Remo am 22.03.2011 14:26 Report Diesen Beitrag melden

      Fantasielose und willfährige Menschen

      Sind Arbeitslose so fantasielose und willfährige Menschen, dass sie einen Arbeitgeber brauchen, der ihnen eine Tagesstruktur gibt und Befehle erteilt? Wer eine Tagesstruktur braucht, der macht sich halt seine eigene und wer nicht beschäftigt ist, beschäftigt sich halt selbst. Bei der Arbeit kriegt man ja auch nicht nur Wertschätzung sondern auch Kritik. Das effektive Problem von Arbeitslosen ist der Umstand, dass sie nicht wissen, was sie mit ihrer vielen Freizeit anstellen sollen. Muss ich mit solchen Leuten wirklich Mitleid haben? Wer nicht reich ist, ist so oder so von anderen abhängig.

    • nichtarmnichtreich am 26.03.2011 23:30 Report Diesen Beitrag melden

      Arm und reich

      Und die Reichen sind von armen Leuten abhängig die billig für sie schuften.

    • wesi am 29.04.2011 15:52 Report Diesen Beitrag melden

      Zeitvertreib

      Remo: es gibt sogar solche,die zwar fremdbestimmt (durch Arbeitgeber)sind aber dennoch 20% arbeiten und 80% zu Hause herumschwadronieren und zum Fenster rausgucken, aber das Firmenauto vor der Haustüre parkiert ist.Dieser Typ langweilt sich im Gegensatz zu Arbeitslosen,die es ohnehin unfreiwillig sind, sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause;doppelt genäht hält besser, oder wie??

    • wesi am 29.04.2011 17:06 Report Diesen Beitrag melden

      Beschäftigung

      Da haben Sie Recht.Konnte auch schon von stellensuchenden Leuten erfahren,dass sie mehr arbeiten (Bewerbungen, Formulare ausfüllen, RAV-Besuche), als diejenigen, welche in einem Job sitzen oder sitzen sollten,es aber vorziehen zu Hause aus dem Fenster zu schauen und trotzdem 100% Lohn kassieren.Zudem sind Männer Spitzenkandidaten dafür sich während der Arbeitslosigkeit zu langweilen.Eine arbeitslose Frau weiss sich immer zu beschäftigen (Haushalt usw.)Wenn es Familienknatsch wegen Geld gibt,sind es selten die Frauen,die ausrasten od.es eine Sicherung putzt!

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  • Peschä am 22.03.2011 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ist so

    Z.B. ein "1-Euro-Job" ist doch nichts anderes, als eine weitere Demütigung. Das Signal könnte klarer nicht sein: "Ihre Arbeit ist gerade mal 1 Euro wert - wenn überhaupt." Natürlich mach so ein Job nicht zufriedener, sondern fertig. Geld ist nunmal eine sehr ehrliche Form von Wertschätzung und Wertschätzung ist elementar für's Wohlbefinden. Deshalb sind faire Löhne so wichtig.

    • Simon am 24.03.2011 14:35 Report Diesen Beitrag melden

      danke

      endlich mal ein Kommentar, der was taugt, danke

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  • Remo am 22.03.2011 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist daran so schlimm?

    Was soll an der Arbeitslosigkeit in einem Sozialstaat schlimm sein? Es ist nicht schlimm keinen Job zu haben sondern kein Einkommen. So kann man endlich tun und lassen, was man will, auch ohne viel Geld zu haben. Ich verstehe dieses Gejammer von Arbeitslosen und IV-Rentnern nicht. Lieber arbeitslos als ein mieser Job.

    • Michu am 23.03.2011 14:59 Report Diesen Beitrag melden

      Sozialamt lässt Grüssen

      Lieber arbeitlos als ein mieser Job UND DANN viel Spass nach längerer Arbeitslosigkeit auf der weiteren Jobsuche was beim Sozialamt endet....

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  • Mike am 22.03.2011 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Eine wirklich unnütze Studie...

    Mir würd's auch besser gehen, wenn ich den ganzen Tag zu Hause abhängen könnte ohne einen Finger zu rühren und die Kohle kommt trotzdem pünktlich auf mein Konto...

    • wesi am 29.04.2011 16:59 Report Diesen Beitrag melden

      Staat

      Nur gibt es AL die lieber arbeiten würden,statt zu Hause herumzuhängen und dazu noch unfreiwillig.Wenn es für Sie so schrecklich ist zu arbeiten, dann künden Sie doch einfach u.gehen stempeln.bin gespannt, wie lange Ihnen dies gefällt.v.a.wenn die Stellensuche dann länger dauert als erwartet/angenommen od.was immer!Dazu kommt noch,dass die AL alle mal in die ALK einbezahlt haben u.somit bezugsberechtigt sind!

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  • Bolivar am 22.03.2011 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kapitalismus....

    Es lebe der Kapitalismus und die direkten Folgen davon!!Die Zeit der Veränderung hat begonnen und bald wird Menschlichkeit wieder mehr wert sein als Geld!Entweder durch Reformen oder Revolten!

    • Daniel Tobler am 22.03.2011 10:59 Report Diesen Beitrag melden

      Bezug zum Menschen

      Die Wirtschaft macht keinen Bezug auf die Menschlichkeit. Lasst euch nicht kaufen wie ein Objekt, sonder steht mit den Idealen als Subjekt für das Recht als freies Wesen geboren zu sein.

    • Hans Müller am 22.03.2011 12:39 Report Diesen Beitrag melden

      Wirtschaft = menschlich?

      Trotzdem werden alle Menschen gekauft oder besser gesagt lassen sich kaufen. Das Geld hat bereits so einen Wert in unserer Welt, jeder der kein hat, ist für den Rest der Welt ein Looser. Mitarbeiter werden vom Chef unterdrückt und man kann nichts dagegen unternehmen. Weil für jeden: ob Arbeitslos, Angestellter, Selbstständig, Chef oder Staatsangestellter. Was zählt ist Geld und genau das ist das Problem unserer Gesellschaft. Gefühle und Menschlichkeit haben keine Bedeutung mehr, sobald es um Geld geht.

    • Remo am 22.03.2011 14:31 Report Diesen Beitrag melden

      der Neid der Besitzlosen

      Das ist wohl der Neid der Besitzlosen. In jedem von uns steckt ein Kapitalist. Ich möchte den sehen, der freiwillig auf einen Millionen-Gewinn verzichtet. Das Leben besteht nicht nur aus Wirtschaft sondern auch aus Familie und Freizeit. Und dort gehört auch Menschlichkeit hin. Lasse ich mich kaufen, wenn ich für eine Dienstleistung Geld verlange? Seltsame Ansichten!

    • Stefan Müller am 22.03.2011 22:07 Report Diesen Beitrag melden

      Kapitalismus Teil 2

      Einer der Versteht wie unsere Geldwelt funktoniert. Ich bin sowiso für einen Grundlohn und der sollte nicht von den Arbeitnehmernt bezahlt werden, sondern, direkt mit Geld, dass der Staat druckt, und nicht von den Banken leiht.

    • Anja Feller am 24.03.2011 10:20 Report Diesen Beitrag melden

      kapitalismus struktur überwinden

      das traurige ist doch das der kapitalismus uns einen krassen fortschritt in sachen medizin, forschung, technologie und internationalität (in form von globalisierung) gebracht hat, aber wir als menschen immer noch unzivilisiertes pack sind die ihre gründe für wirtschaftliche krisen bei ausländern sucht als bei der nicht stattfindenden umverteilung des kapitals.

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