Lebensmittel

10. August 2010 10:18; Akt: 10.08.2010 10:30 Print

Migros und Coop verbannen Farbstoffe

Süssigkeiten mit Farbstoffen, die bei Kindern möglicherweise zu Hyperaktivität führen können, verschwinden aus den Regalen von Coop und Migros.

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Die Grossverteiler ziehen diese Produkte freiwillig zurück. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält derartige Massnahmen nicht für notwendig.

Dem BAG fehlen die Beweise

Das BAG entschied anders als die EU, die seit dem 20. Juli Produkte mit künstlichen Azofarbstoffen oder Chinolingelb mit dem Warnhinweis «Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen» versieht.

Das BAG begründet seinen Standpunkt damit, dass die europäische Lebensmittelbehörde - im Gegensatz zu britischen Forschern - keinen Zusammenhang zwischen künstlichen Farbstoffen und der Hyperaktivität von Kindern feststellen konnte. Auf Grund der fehlenden wissenschaftlichen Gewissheit könne ein solcher Hinweis in der Schweiz nicht eingeführt werden.

Grossverteiler reagieren

Dafür reagieren nun die beiden Grossverteiler. Die Migros verabschiedet sich bis ins Jahr 2012 schrittweise von Produkten, die diese Farbstoffe enthalten, sagte am Montag die Sprecherin Martina Bosshard. Sie bestätigte einen entsprechenden Bericht des Westschweizer Radios RSR.

Coop verzichtet bei Eigenmarken auf künstliche Farbstoffe. Laut Sprecher Nicolas Schmied ist dies bereits bei 98 Prozent der eigenen Produkte der Fall. Den Zulieferern anderer Markenprodukte empfiehlt Coop auf künstliche Farbstoffe zu verzichten.

Erfolg für Konsumentenschützer

Den Stein ins Rollen gebracht hatten Schweizer Konsumentenschützer. Für sie wäre ein Verbot künstlicher Farbstoffe sinnvoll. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb synthetische Farbstoffe eingesetzt würden, solange sie in Verdacht stünden, die Gesundheit zu beeinträchtigen», sagte im Juli Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. Die Hersteller könnten auf natürliche Farbstoffe umsteigen.

(sda)