Rauchen

15. April 2010 10:57; Akt: 15.04.2010 11:43 Print

Mit Bildern gegen die Lust auf Zigaretten

Das Foto einer Zigarette kann das Verlangen nach Nikotin verstärken. Dass sich dieses Bedürfnis aber auch in Abneigung umkehren lässt, konnten jetzt deutsche Forscher beweisen.

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Planen Sie Ihren Rauchstopp. Vermeiden Sie in dieser Zeit Stress oder andere belastende Situationen (schwierige berufliche Projekte, etc). Fassen Sie einen Entschluss aufzuhören - nur ein starker Wille führt zum Erfolg. Zweifel an der eigenen Willensstärke? Dann suchen Sie sich Hilfe: Die Lungenliga Schweiz bietet Rauchstopp-Trainings an - dort findet man Gleichgesinnte. So ist es für viele leichter, durchzuhalten. Schweissausbrüche, Nervosität: Um die Nebenwirkungen eines schweren Nikotinentzugs besser zu verkraften, greifen manche Raucher zu einem Nikotinersatzprodukt. Solche Pflaster und Kaugummis gibts in der Apotheke. Für viele Raucher gehört der Kaffee zur Zigarette. Wird der Drang nach einer «Fluppe» durch Kaffee verstärkt, lohnt es sich, vorübergehend auf Tee umzusteigen. Vorsicht beim nächsten Besuch in der Beiz: Alkohol enthemmt und macht selbst fest gefasste Vorsätze ganz schnell wieder zunichte. Deshalb empfiehlt es sich, dieser Versuchung vorübergehend mit einem nicht-alkoholischen Getränk zu trotzen. Gibt es ganz bestimmte Situationen, in denen Sie unbedingt zur Zigarette greifen müssen? Machen Sie sich diese Momente bewusst, beobachten Sie sich! Schaffen Sie es, in Anwesenheit von Rauchern auf den Glimmstängel zu verzichten? Sie sind sich nicht sicher? Dann meiden Sie Raucherlokale - zumindest in den ersten Monaten nach dem Aufhören. Sie waren kurz davor, wieder anzufangen - trotzdem haben Sie durchgehalten, bravo! Höchste Zeit für eine Belohnung: Gönnen Sie sich eine ausgiebige Shopping-Tour oder ein feines Essen im Lieblingsrestaurant. Viele Ex-Raucher nehmen nach dem Glimmstängel-Entzug zu: Der Stoffwechsel funktioniert etwas langsamer und das Qualmen wird häufig durch Essen ersetzt. Legen Sie sich frühzeitig eine Ersatzstrategie zurecht, das kann das Naschen von Rüebli, das Beissen auf Zahnstochern oder das Kaugummikauen sein. Bleiben Sie stark: Schon eine einzige Zigarette kann aus einem langjährigen Abstinenzler wieder einen Kettenraucher machen. Plagen Sie sich trotzdem nicht mit Selbstzweifeln, wenn Sie rückfällig geworden sind: Planen Sie einen weiteren Versuch: Beim nächsten Mal klappts bestimmt!

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Dass Fotos von einer frisch angezündeten Zigarette bei Rauchern die Lust auf Nikotin wecken, war bereits bekannt. Das Belohnungszentrum im Gehirn wird aktiviert. Doch dass Bilder auch das Verlangen nach der Droge verringern können, ist neu, wie die Universität Würzburg am Mittwoch mitteilte.

«Wir haben erstmals festgestellt, dass Bilder, die das Ende des Rauchrituals darstellen, das Suchtnetzwerk im Gehirn nicht nur nicht aktivieren, sondern sogar hemmen», erklärte Psychologe Paul Pauli. Die Studienergebnisse sind in der Fachzeitschrift «Neuropsychopharmacology» erschienen.

Die Untersuchung der Würzburger Wissenschaftler wurde zusammen mit Psychologen der Uni Giessen durchgeführt. Unklar ist nach wie vor, ob die Bilder auch dazu beitragen, dass Raucher seltener nach einer Zigarette verlangen. Ist dies der Fall, könnten die Motive möglicherweise bei Entwöhnungsprogrammen eingesetzt werden.

(sda)